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9 1/2 Wochen: Die Goldimplantation wirkt vor sich hin.

24. Juli 2016

Nun sind es schon über zwei Monate her, dass ich Panini zur Goldimplantation nach Schweinfurt chauffiert habe und es wird Zeit, einmal wieder festzuhalten, was sich seit dem letzten Mal getan hat. Lange Zeit war ich sehr fixiert auf das linke Hinterbein. Die Lahmheit, die von ihm ausgeht, ist das augenfälligste Problem und so hatte ich den Eindruck, ich könnte die Wirkung des Goldes am leichtesten hier ausmachen. Verkürzt gesagt: Wenn sie nicht mehr lahmt, wirkt es. Bleibt das Lahmen, wirkt es möglicherweise nicht und wir müssen weiter bangen. Von dieser Vorstellung habe ich mich verabschiedet. Panini lahmt noch immer, wenn auch mit jeder Woche etwas undeutlicher. Ich bin trotzdem überzeugt davon, dass die Goldimplantation der richtige Weg war. Nicht, weil ich es mir einreden möchte, sondern, weil es ganz andere Zeichen gibt, die zum Teil sogar signifikanter sind, als die Verbesserung beim Lahmen.

Bei der klassischen Homöopathie geht man davon aus, dass durch eine Behandlung Leiden in der umgekehrten Reihenfolge ihres Auftretens wieder verschwinden. Die “Baustellen”, die bereits am längsten bestehen, brauchen mehr Zeit zur Besserung als die zuletzt aufgetretenen. Vielleicht habe ich angenommen, dass es mit der Goldwirkung ähnlich sein könnte, aber dafür gibt es natürlich gar keinen vernünftigen Grund. Also ist es auch nicht gesagt, dass die Folgen der jüngsten Verletzung als erstes verschwinden müssen.

Ich habe immer wieder Frau Dr. Horch im Ohr, die Panini als eine “chronische Schmerzpatientin” bezeichnet hat. Sie war sich sicher, dass Panini schon vor ihrem Kreuzbandriss an Schmerzen litt. An der Hüfte, im Rücken, im rechten Knie und nach langen Spaziergängen auch in den Gelenken der Vorderbeine. Diese Schmerzen äußern sich nicht so deutlich, wie in einem Lahmen, deshalb war es so schwer, sie zu erkennen und deshalb ist es auch knifflig, herauszubekommen, ob sie sich gebessert haben. Ich kann den Hund ja leider nicht fragen.

Womit ich nicht gerechnet habe: Veränderungen im Verhalten.

Und doch gibt es ein paar Indizien, die mir das Gefühl geben, dass sich so einiges tut. Besonders im Laufe der letzten zwei Wochen ist mir aufgefallen, dass Panini ausgeglichener zu sein scheint. Irgendwie grundentspannt. Am deutlichsten wird das im Umgang mit anderen Hunden. Panini musste in ihrem Leben viel von Hunden einstecken. Etliche Bissnarben zeugen davon. Auch hier bei mir wurde sie von einem Hund gebissen. Ich hielt es immer für möglich, dass sie von anderen gemobbt wurde, weil sie eine Verletzung hatte. Aggressive Hunde merken sowas ja sofort. Durch die Schweinfurter Diagnose könnte es sogar sein, dass sie durch ihre Schmerzen noch deutlicher als Opfer zu erkennen war, als bisher angenommen. In Folge dessen ging Panini anderen Hunden tendenziell eher aus dem Weg. Sie war zwar immer erfreut, einen netten Hund zu treffen, den sie kannte, aber mit unbekannten war sie oft skeptisch, manchmal sogar ängstlich. Nur sehr selten wollte sie mit einem Hund spielen, in der Hundeschule blieb sie lieber für sich als mit den anderen herum zu rennen. Wenn ein Hund bellte, suchte sie oft das Weite, war manchmal sogar panisch. Ich hatte oft das Gefühl, dass das ihrem offenen, fröhlichen und neugierigen Wesen zuwiderläuft, dass es ein Schutz war, den sie sich angeeignet hatte.

Seit einiger Zeit nun geht Panini mit Hunden anders um. Heute morgen trafen wir eine kleine Hundegruppe, darunter einen Foxterrier, mit dem sie sich bei früheren Begegnungen nicht gut zu verstehen schien. Sie schien Angst vor ihm zu haben. Der Terrier schob ein Selbstbewusstsein vor sich her, das ihr nicht geheuer war. Heute morgen trafen sich die beiden und Foxl ging breitbeinig auf sie zu und war nicht eben höflich. Panini, die sehr selten bellt, ließ einen deutlichen Wufflaut ertönen und stellte die Nackenhaare. Verblüfft wich der Foxl zurück. Noch nie habe ich Panini mit einem Hund so entschieden, klar und selbstbewusst erlebt. Ich kenne sie eher im Rückwärtsgang, einen gequälten Blick auf mich werfend. Auch mit den beiden anderen Hunden zeigte sie sich frei und ohne Angst.

Das ist umso überraschender, wenn man bedenkt, dass Panini in den letzten Monaten viel weniger Hundekontakt hatte als sonst, dass sie eine schwierige Zeit mit viel Quälerei und Schmerzen hinter sich gebracht hat. Es wäre also eher zu erwarten, dass sie noch zurückhaltender ist als ohnehin schon. Aber sie wirkt entspannt und locker, selbst bei der Begegnung mit Bulldoggen jeglicher Art, mit denen sie schlechte Erfahrungen gemacht hat. Ich habe keine andere Erklärung als dass sie sich freier und sicherer bewegt, weil sie weniger Schmerzen hat. Weder haben wir etwas trainiert, noch ist sie besonders ausgelastet. Sie ist jetzt über anderthalb Jahre bei mir, es gibt keinen Grund, warum sie sich seit ca. zwei Wochen an meiner Seite anders verhalten sollte. Ich werde das weiter beobachten, bin aber einigermaßen glücklich über die Entwicklung.

Im Überblick die Veränderungen seit der letzten Zwischenbilanz:

* Ausdehnung der Spaziergänge auf bis zu 70 Minuten (dabei wird sie aber irgendwann ziemlich langsam)

* Langsame Verbesserung der Lahmheit hinten links, Gangbildverbesserung insgesamt

* Kleine Joggingeinsätze im lockeren Trab von ca. 200 Metern sind möglich

* Mehr Unternehmungslust und Spaß am Spielen

* Läuft mit wenigen Ausnahmen freiwillig die Treppe hoch

Seit einiger Zeit hat Panini Orthesen für die Knie, die sie öfter bei langen Spaziergängen trägt. Darüber werde ich noch gesondert berichten. Nun sind wir sozusagen etwa in der Halbzeit der Goldwirkung angekommen, nach 3-4 Monaten soll die Wirkung ja am deutlichsten spürbar werden. Ich bin also sehr gespannt, was noch kommt und aufgrund der momentanen Entwicklung sehr zuversichtlich.

Hier chronologisch alle derzeitigen Posts zum Thema Goldimplantation:

* Goldakupunktur oder Goldimplantation – was ist das nun wieder?

* Goldimplantation – die Diagnose.

* Goldimplantation – die ersten 14 Tage.

* Goldimplantation: Unsere Zwischenbilanz nach 5 Wochen.

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