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Paninis Rettung: Gold und Collagile Dog.

19. November 2016

Im letzten Jahr haben wir zum Jahresende Paninis Top Ten vorgestellt, Dinge die uns besonders gefallen oder dem Hund besonders gut getan haben. Das will ich auch in diesem Jahr wieder tun. Allerdings muss ich zuvor zwei Therapien besonders herausgreifen, weil sie nichts weniger bedeuteten, als Paninis Rettung. Der Begriff mag pathetisch klingen, aber wer schon mal einen sehr kranken Hund hatte, der nicht wieder auf die Füße kommen wollte, der wird meine Wortwahl verstehen.

Das Jahr 2016 war sehr hart für uns. Panini hatte sich am 23. Dezember 2015 das linke Kreuzband gerissen, die erste Operation war nicht erfolgreich und auch nach der zweiten (TPLO) gab es keinen normalen Heilungsverlauf. Im April hatte Schmerzen in beinahe jedem Gelenk, die Muskulatur war stark abgebaut, sie lahmte deutlich und längere Spaziergänge waren nicht mehr möglich. Mein Hund wirkte erschöpft und traurig. Der zuletzt operierende Arzt hatte keine Erklärung für den schlechten Verlauf und es ging nichts mehr vorwärts. Statt Fortschritte zu sehen, kämpften wir mit Rückschritten. Zu diesem Zeitpunkt entschied ich mich zu einer Goldimplantation bei Dr. Horch in Schweinfurt.

Die Goldimplantation – ein Wendepunkt.

Frau Dr. Horch diagnostizierte eine Lockerheit der Hüfte, die von Jugend an eine Fehlhaltung bedingte – und die hatte schließlich zu zwei Kreuzbandrissen geführt. Mit dem ersten ist der Hund in Italien eine ganze Weile herumgelaufen. Die Ausweichbewegungen belasteten dabei den Rücken sehr, weshalb sich eine Spondylose ausgebildet hat. Durch die Knieverletzungen ergaben sich außerdem Arthrose (rechts) und ein teilweise zerstörter Meniskus (links) als Folgeschäden. Panini verlagerte das Gewicht mehr und mehr nach vorne, weg von dem schmerzenden Bereich hinten, so dass sie gerade begann, ihre Ellenbogen zu überlasten. Hier musste dringend ein Teufelskreis durchbrochen werden. Schmerzmittel, Physiotherapie und Osteopathie hatten das nicht geschafft. Sie bekam 42 Goldimplantate an die betroffenen Gelenke.

Goldimplantation Panini 2

Die erste Wirkung zeigte sich nach etwa 3,5 Wochen, von da ab ging es stetig aufwärts und der Hund brauchte keine Schmerzmittel mehr. Panini entdeckte ihre Lauffreude wieder, endlich hatten wir so etwas wie eine normale Reha, Muskeln kamen zurück, wir konnten unsere Runden erweitern. Gelegentlich kann man lesen, dass eine Goldimplantation keinesfalls bei jedem Hund anschlägt und meine Angst, dass wir zu der kleinen Gruppe gehören, bei der sie keine oder nur wenig Verbesserung bringt, war ungeheuer groß. Wir hatten schon so viel Pech und erfolglose OPs, dass es mir schwerfiel, ungebrochen optimistisch zu sein. Aber das, was Dr. Horch prognostiziert hatte, trat ein – der Hund wurde scheinbar weitgehend schmerzfrei, schüttelte sich herzhaft von Kopf bis Fuß durch und hatte, anders als früher, immer warme Pfoten.

Doch ein Wermutstropfen blieb. Der Hund lief nie rund. Auch wenn sie fröhlich und unermüdlich wirkte, lahmte Panini immer leicht. Ich führte es irgendwann auf die geänderte Biomechanik im linken Knie zurück und darauf, dass sie nun einmal mit zwei operierten Knien unterwegs ist. Auch Dr. Horch bestätigte mir, dass manchmal eine Lahmheit bleiben kann, selbst wenn die Schmerzen verschwunden sind. Trotzdem war ich manchmal deswegen verunsichert. Außerdem mochte Panini nicht galoppieren. Das soll sie zwar ohnehin möglichst nicht, aber dass es der Hund von sich aus nie tat, zeigte mir, dass sie nicht völlig wieder hergestellt war. Auch hatten wir Tage, wo sie es etwas langsamer angehen ließ, ohne, dass ich es mir erklären konnte.

Collagile Dog – großes Gelenkkino.

Über Collagile Dog ist in diesen Tagen viel zu lesen und in den positiven Erfahrungsberichten steht meistens, dass die Hundehalter skeptisch waren, ob das Pulver ihren Hunden wirklich helfen kann. Bei mir ist das anders. Ich bin auch nicht über Erfahrungsberichte auf das Produkt gekommen, sondern weil ich gezielt nach Kollagenhydrolysat gesucht habe. Als Läuferin habe ich mit Kollagen sehr gute Erfahrungen gemacht. Ich weiß, dass es hilft und bin überhaupt nicht skeptisch.

collagile-dog

Als Panini einzog, war schnell klar, dass sie auf den Treppen getragen werden muss. Von heute auf morgen marschierte ich mit 17 kg Gewichtszuwachs die Treppen auf und ab. In der Folge bekam ich Knieprobleme. Da ich ja nun Paninis dringend benötigter persönlicher Aufzug war, musste ich mich unbedingt und schnell wieder herstellen. Ich griff zu einem Produkt, das ich gut kannte und was Kollatin heißt. Nach 3 – 4 Wochen trat Verbesserung ein, bis heute geht es meinen Knien bestens, obwohl ich den Hund nun seit 2 Jahren trage. Das brachte mich auf die Idee, nach einem Kollagen-Produkt für Hunde zu suchen. Vielleicht würde es auch Paninis Knie unterstützen? Ich fand es bei Lunderland und gab ihr das Pulver nach der empfohlenen Dosierung. Eine besondere Wirkung konnte ich kaum feststellen. Trotzdem suchte ich weiter nach Kollagen-Produkten. Vielleicht gab es noch etwas Besseres? Im Februar 2016 stieß ich auf Collagile und begann, es an Panini zu testen. Bemerkenswert dabei ist, dass die Bioverfügbarkeit bei Collagile deutlich höher ist, als bei dem zuvor verwendeten Produkt. Außerdem liegt die empfohlene Dosierung um einiges darüber. Collagile schien bereits nach kurzer Zeit zu helfen, optimistisch setzte ich die Schmerzmittel ab. Paninis Fell wurde ungeheuer weich und schön, sie stand wieder leichter aus dem Körbchen auf. Dann folgte aber ein schlimmer Rückschritt und es ging Panini schlechter. Nach insgesamt vier Monaten Quälerei entschloss mich zur Goldimplantation. In dieser schwierigen Zeit, die auch ein bisschen chaotisch war, verlor ich Collagile irgendwie aus den Augen und gab es nur noch sporadisch, wenn überhaupt. Ich dachte wohl, Paninis Verletzungen sind so gravierend, dass Collagile auch nicht viel ausrichten kann.

Im Hochsommer war Panini praktisch genesen. Wir konnten Spaziergänge von 1,5 Stunden machen, sie wirkte fröhlich und stabil. Das war so weit weg von dem Häufchen Elend zu Jahresbeginn, dass ich bereits glücklich war. Das Lahmen würde wohl bleiben. Hauptsache der Hund läuft und hat keine Schmerzen. Beim Aufräumen fiel mir die Collagile Dose in die Hände und ich dachte: Warum gibst Du das eigentlich nicht mehr? Das ist doch eine gute Prophylaxe, damit die Gelenke weiter stabil bleiben! Und so fing ich wieder mit Collagile an.

Einige Wochen später erzählte ich jedem, dass Panini einen erstaunlichen Schub gemacht hatte. Eines morgens forderte sie einen anderen Hund zum Spielen auf, so fröhlich und ausgelassen, wie ich es noch nie bei ihr gesehen hatte. Sie spielt so gut wie nie, schon gar nicht fordert sie dazu auf. Sie begann, die Treppen hinunter zu gehen. Ich habe es immer ihr überlassen, ob sie mal ein Stockwerk selbst gehen will, aber in der Regel wartete sie, bis ihr Lift so weit war. Plötzlich flitzte sie los und ich musste sie bremsen, mehr als ein Stockwerk soll sie von mir aus nicht hinunter laufen. Wenn ich sie bei einem Spaziergang im Feld rief, kam sie auf einmal mit fliegenden Ohren im Galopp angelaufen. Überhaupt nahm sie an Ausdauer und Tempo zu. Langsame Spaziergänge gab es nicht mehr. Und das erstaunlichste von allem: Das Lahmen verschwand. Nur ein aufmerksamer Experte entdeckt derzeit noch, dass das Gangbild nicht perfekt ist, manchmal noch nicht einmal das. Sie läuft federnd und locker wie noch nie.

Ich habe all das registriert und fand es irgendwie seltsam, dass gerade jetzt, ein halbes Jahr nach der Goldimplantation auf einmal solche deutlichen Verbesserungen auftauchen. Collagile habe ich zu dem Zeitpunkt 3 -4 Wochen lang gegeben und überhaupt nicht daran gedacht. Ich habe nicht auf einen Effekt gelauert, schließlich gab ich es zur Prophylaxe, um die bestehende Situation zu stabilisieren und die Knie langfristig zu unterstützen. Als ich eines morgens Paninis Mahlzeit zusammenstellte und die Collagile-Dose in die Hand nahm, sah ich den Hund an, dann wieder die Dose und wunderte mich, wie ich den Zusammenhang so lange übersehen konnte. Collagile ist das einzige, was wir in den letzten Wochen verändert haben. Das Pulver hat die letzten 20% zu Paninis Genesung beigetragen, die uns noch fehlten.

“Postfaktische Therapien” oder ein Gruß an die Placebo-Fraktion.

Sowohl die Goldimplantation als auch die Therapie mit Kollagenhydrolysat sind Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen, die nicht abgeschlossen sind. Für beides liegen Jahrzehnte an Erfahrungen vor, es gibt Hinweise auf die Wirksamkeit, aber auch Lücken in der Nachweiskette. Fest steht: Durch eine Biochemische Reaktion lösen sich Goldionen aus dem Implantat und gelangen in das entzündete Gewebe. Der Schluss liegt nahe, dass auf diese Weise die Entzündung und auch die Schmerzen am Gelenk eingedämmt werden.

Oder, was das Kollagen betrifft: Kollagenbausteine fügen sich an den geschädigten Knorpel  an (z.B. bei Arthrose) und bilden dort eine knorpelähnliche Substanz. Sie sorgt für mehr Geschmeidigkeit im Gelenk und verhindert z.B., dass Knochen auf Knochen reiben kann. Entzündungen und damit verbundene Schmerzen werden vermieden. Da aber noch viele Fragen offen sind, scheint das manchen zu genügen, um den Methoden den Stempel “Wirksamkeit nicht nachgewiesen” aufzudrücken,  was gleichbedeutend mit “kann ja gar nicht wirken” sein soll. Positive Erfahrungen haben demnach nur “anekdotischen Wert”, das heißt, es sind unwissenschaftliche Einzelfälle.

Natürlich ist mir das ziemlich schnuppe, natürlich ist mein Haushalt kein Labor und Panini kein Versuchstier. Es geht ihr einfach ganz unwissenschaftlich gut. Die Liste, der Dinge, die ich versucht habe, um ihr zu helfen, ist lang. Ihre Schmerzen waren überaus faktisch, jeden Tag. Bei jeder Maßnahme habe ich intensiv gehofft, sie würde ihr helfen. Ich habe sie monatelang beschmust und nachts gekrault, wenn sie nicht schlafen konnte. Es wurde schlechter statt besser. Aber es gab zwei Zäsuren: Die Goldimplantation und die erneute Gabe von Collagile Dog. Die Unterschiede sind nicht vage gefühlt, sondern messbar. Zum Beispiel in der Anzahl der Minuten, die der Hund ohne Probleme laufen kann. In der Häufigkeit, in der sich der Hund abends die Knie beleckt. Im Verschwinden von Hecheln (das im Hochsommer seltener war als im Frühjahr). In der Häufigkeit der Lust zu galoppieren etc.

Nun könnte natürlich jemand kommen und sagen, dem Hund wäre es so oder so, auch ohne jede Behandlung, irgendwann besser gegangen. Der soll mir dann allerdings mal erklären, wie sich ein Hund, der solche Schmerzen hat, dass man ihn mit Physiotherapie nicht mehr behandeln kann, der 3 Monate nach seiner OP nicht richtig laufen kann, von selbst von einer verkrampften Fehlhaltung befreien soll. Meine rudimentären orthopädischen Grundkenntnisse sagen mir, dass das nicht geht.

Zum Glück gehört es nicht zu meinen Aufgaben als Bloggerin, wissenschaftliche Nachweise zu führen. Aber anderen Mut machen, es mit den genannten Maßnahmen zu versuchen, das kann ich. Das Titelbild zeigt Panini nach unserer ersten Joggingrunde über ca. 5 km nach etwa einem Jahr. Wir sind wieder back on track.

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3 Kommentare

  • Antworten The Pell-Mell Pack 19. November 2016 um 20:03

    Liebe Heidi,
    ich danke Dir! Ich danke Dir für deinen interessanten Erfahrungsbericht. Wir haben Enki mit Goldimplantaten versorgt und eine schöne Besserung des Bewegungsbildes gesehen. Und wir bilden uns ein, dass wir uns die Besserung nicht einbilden. Insbesondere, weil ich als Osteopathin eigentlich einen ganz guten Blick auf Bewegungsabläufe habe, bilde ich mir zumindest ein. Collagile Dog werde ich mal ganz unrandomisiert und unkontrolliert an Enki und meiner 13 Jahre alten “austherapierten” Paula mit Arthrose testen.
    Ich danke Dir ebenfalls für diesen humoristischen letzten Absatz. Wobei er ja eigentlich eher satirisch ist.
    Als letztes danke ich Dir, dass Du mich mit deiner schönen Schriftsprache zum Lachen gebracht hast.
    Ich wünsche Dir einen schönen Abend und zukünftig viel Freude an der Bewegung mit Panini. Toll, dass dieses Jahr so gut für sie abschließt.
    Herzliche Grüße
    Stephie

    • Antworten Heidi 20. November 2016 um 13:28

      Hallo Stephie,
      danke für den lieben Kommentar! Ich bin gespannt, ob Collagile bei Paula hilft. Ich wäre zuversichtlich. So richtig atme ich erst auf, wenn das Jahr ganz rum ist. Und dann nochmal, wenn wir wirklich zum ersten Mal 12 Monate ohne Vollnarkose geschafft haben. Aber ein Weihnachten mit einem Hund, der sich normal bewegen kann – das ist auf jeden Fall schon ein Kracher. 🙂
      Viele Grüße
      Heidi

  • Antworten Christiane Holzhäuser 14. Juli 2017 um 22:36

    Liebe Heidi,
    ich bin toll Überraschung und war auch ein bisschen Geschockt als ich das Bild von deinem Paninis gesehen habe.Ich musste echt 5 mal hinschauen das es nicht meine Jamie ist (ich sah das Bild auf dem Teppiche wo Paninis von oben fotografiert würde). Mir geht es genauso wie dir…ich muss aber erst einmal alles lesen was du geschrieben hast….Jamie hat die gleichen Wunden ,am rechten Hinterbein Kreuzbandriss und am linken Ellenbogen ein offene Wunde die nicht zuheilt.Deswegen war ich so erschrocken und zu gleich froh endlich jemanden gefunden zu haben der das gleiche wie wir durch machen…Ich muss dir unbedingt ein Bild von Jamie schicken….sie ist nur 3 mal größer aber die Farben selbst das Herz auf der Stirn….
    Wäre schön wenn wir uns austauschen könnten.Ganz lieb Grüße Christiane & Jamie

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