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Kranker Hund – was nun?

20. Januar 2018

Heute habe ich festgestellt, dass Panini Haare am Bein hat. Das wäre an sich noch nicht so ungewöhnlich, aber sie hat sie seit neuestem an einer Stelle, an der zuvor keine waren, jahrelang keine waren. Die scheinbar glatt vernarbte Haut an der Stelle ihrer alten und sicher schwierigen Verletzung ist wieder durchblutet und belebt.

Diese kleine Geschichte zeigt mir etwas über den Umgang mit Krankheit. Ich hatte reichlich Gelegenheit, diesen Umgang zu üben, 5 verschiedene Ärzte und Tierheilpraktiker haben sich schon an Panini versucht, zwei physiotherapeutische Praxen und ein Osteopath. Im Laufe der Zeit lernt man so einiges. „Kranker Hund was nun?“ habe ich geschrieben und ich meine damit nicht etwa einen Schnupfen oder eine vertretene Pfote. Ich meine die Sorte Krankheit oder Verletzung, mit der man sich lange herumschlägt, die viel Geld verschlingt und sich gern mal Therapieversuchen entzieht. Im Dezember schrieb Danni vom Hundebloghaus, kommstdu-hierher.de sei ein besonders lustiger Hundeblog, was mich sehr gefreut hat. Ohne Humor kommt man nicht weit. Manchmal aber ist die Situation ernst, man will dem Hund helfen und weiß nicht wie. Ich hatte diese Momente oft in den letzten drei Jahren. Ich möchte euch gern daran teilhaben lassen, was ich gelernt habe, vielleicht kann es euch im Fall der Fälle eine Hilfestellung sein.

1. Glaubt nicht alles, was man euch erzählt.

Tierärzte würden hektisch mit den Augen rollen angesichts dieses Ratschlags. Sicher: Man muss vertrauen. Wir können unsere Hunde nicht selbst operieren und nicht über Nacht Tiermedizin studieren, um unseren Wissensrückstand gegenüber dem Tierarzt aufzuholen. Das ist aber kein Grund, gläubig zu werden, als wäre der Tierarzt ein Guru. Denn andererseits haben wir einen Wissensvorsprung: Wir wissen oft viel mehr über unseren Hund als der Arzt. Was er verträgt, was er aushält, was ihm gut tut, was ihm schadet, wir wissen so vieles.

Wenn ihr euch mit einer Behandlungsmethode unwohl fühlt und es keine akute Gefahr gibt – lasst es und holt eine zweite Meinung ein. Habt den Mut zu sagen: Das möchte ich für meinen Hund nicht. Ihr tragt die Verantwortung, nicht der Arzt. Panini hat von einem Tierarzt Kortison gegen ihre Rückenschmerzen bekommen. Es hat ihr nicht mal geholfen, aber es hat uns beide furchtbar gequält, sie hat es überhaupt nicht vertragen. An einem Tag trug ich ihre 17,5 kg neun Mal aus dem dritten Stock nach unten und wieder rauf, weil sie ständig pinkeln musste. Es lief praktisch durch, nur eine der Nebenwirkungen von Kortison, die wir hatten. Ich sage nicht, dass Kortison nicht die Rettung sein kann, aber bei uns war das absehbar nicht so. Als sie es ein weiteres Mal bekommen sollte, habe ich nein gesagt, zum deutlichen Missfallen des Arztes. Dem Hund ging es ohne Kortison viel besser als mit. Das ist nur eines von einigen Beispielen, bei denen ich eine zweite Meinung eingeholt habe. Und sei es nur meine eigene.

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2. Haltet verschiedene Meinungen aus

Der eine Arzt sagt dies, der andere das. Ja wie denn nun? Beide haben Recht (oder Unrecht). Beide argumentieren aus ihrer Erfahrung heraus. Es ist nicht so, dass der eine Arzt ein Quacksalber ist, der andere ein Held. Im Zweifelsfall wollen beide das beste, nach bestem Wissen und Gewissen. Niemals werden sich alle Ärzte der Welt einig sein. Hört auf euren Bauch. Und googelt.

3. Lest das Internet leer

Auch das ist der Albtraum jedes Tierarztes: Patientenbesitzer, die googeln. Viele Tierhalter sagen: Auf keinen Fall googeln, das macht euch nur irre. Ich sage: Unbedingt googeln. Hysterische Statements ausblenden. Unseriöse Seiten ausblenden. Esoteriker ausblenden. Aber googeln. Meinungen lesen. Ich bin froh, dass es Suchmaschinen gibt. Tierärzte sind eine sehr wortkarge Spezies, ich weiß auch nicht, woran das liegt. Man muss ihnen alles aus der Nase ziehen. Ich habe mit unzähligen Hundehaltern gesprochen, deren Hund nach einem Kreuzbandriss operiert wurde und die nicht wussten, nach welcher Methode. Viele sagen: Der Hund hat ein künstliches Kreuzband. Das ist aber unwahrscheinlich, weil kaum jemand einfach nur ein künstliches Kreuzband einfügt. Denn es hält nicht, nach dieser Methode wird schon lange nicht mehr operiert. Oder zumindest sehr selten. Aber Ärzte informieren einfach nicht gern. Ich will nur den Namen der Methode wissen, den Rest google ich dann schon. Man wird ja bescheiden.

Was ich über die Gesundheit meines Hundes weiß, weiß ich zu 10% von Tierärzten, zu 10% aus anderen Quellen, zu 80% aus dem Netz. Es klingt immer so windig: „Das hab ich im Internet gelesen“, als hätte man sich Verschwörungstheorien reingepfiffen. Es geht aber darum, die richtigen Seiten zu finden. Kritisch bleiben, lesen, Meinung bilden, fragen. Für mich geht es nur so.

4. Seid kreativ

Bastelt, näht, erfindet. Auch das sieht man im Netz: Menschen erfinden aus Liebe zu ihren Hunden wunderbare Sachen. Tragen und Wägelchen, kuriose Halskragen gegen das Lecken, irrwitzige Verbände, lustige Bodies, Halstücher, Hosen für Inkontinenz, Ohrenschoner für Blutohren – es gibt nichts, was es nicht gibt. Gut, im Handel mag es das nicht geben, aber dann machen es die Menschen selbst. Ich habe zwei linke Hände, aber auch mir fällt immer wieder etwas ein. Panini trägt bei Kälte eine Bandage um ihre Narbe. Es gibt natürlich keine Achillessehnennarbenbandagen, aber es gibt einen Krallenschutz für Wolfskrallen am Handgelenk. Sporthunde tragen so etwas. Das wurde Paninis Bandage. Sie sitzt bombig und wärmt die empfindliche Stelle. Man kann immer etwas umfunktionieren, erfinden. Und wieder gibt das Netz Ideen, vor allem in Hundeforen, wo die DIY-Freaks sitzen.

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5. Überlegt euch einen Plan B

Als Panini nach ihrer TPLO nicht mehr richtig auf die Beine kommen wollte, war ich verzweifelt. Aber ich habe mich nicht hilflos gefühlt, weil ich mir etwas zurecht gelegt hatte. Wenn alles nicht hilft, werden wir zu einem Spezialisten für Goldimplantation fahren. Meistens gibt es so einen Plan B, man muss ihn nur sehen. Wenn euch die Mittel für eine kostspielige Behandlung fehlen, greift Punkt 4: Startet einen Facebook-Aufruf, versucht Crowd-Funding, verkauft den Designermantel oder irgendetwas anderes. Irgendwoher lässt sich sicher noch Geld auftreiben.

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6. Gebt nicht auf

Natürlich kann es einen Punkt geben, an dem wir dem Hund nicht weiter helfen können. Wir sind nicht Gott. Aber ist dieser Punkt wirklich gekommen? Es gibt so oft einen Plan B! Der Hund ist herzkrank und kann nicht mehr am Bewegungsapparat operiert werden? Oft kann eine Orthese helfen. Es gibt so viele Möglichkeiten. Wenn der eine Arzt nicht weiter weiß, dann vielleicht ein anderer. Ein Landarzt kann eine bessere Lösung haben als die spezialisierte Koryphäe. Ich habe Tierhalter mit chronisch kranken Tieren schon öfter mal gefragt: „Wart ihr mal beim Tierheilpraktiker?“ und bekam die Antwort „Ich glaube nicht an so was.“ Ja und? Müsst ihr ja auch nicht. Dem Hund muss es ja helfen, nicht euch. Dogmatismus bringt hier nichts. Googeln, Fachmann oder –frau suchen, Termin machen, hingehen.

2017 war ein schwieriges Jahr für uns. Ab März hatte Panini eine Sehnenreizung, die nicht heilen wollte, bis mir klar war, dass ich die Ursache nicht vorne suchen muss, wo die Reizung entstanden war, sondern an den Hinterläufen. Wir starteten im Oktober eine Behandlung mit Blutegeln, im November fing sie vorsichtig wieder an, die Treppen zu laufen. Heute rennt sie wieder mühelos mehr als eine Stunde über die Felder. Um sie zu stabilisieren, unterstütze ich den Muskelaufbau mit dem Unterwasserlaufband und mit Puur Muscle Mass. Sie fühlt sich völlig anders an, gekräftigt und schlank.

Ab November verschwand auch Paninis rätselhafte Inkontinenz zusehends. Seit ich sie kenne, hat sie immer wieder getröpfelt, manchmal wochenlang nicht, manchmal täglich. Immer in Ruhe, jedoch nie nachts. Ursache unbekannt. Ich habe so viele Dinge ausprobiert, dass es öde wäre, das alles hinzuschreiben. Was ich nicht versuchen wollte: Die gängigen schulmedizinischen Medikamente wie Propalin oder Incurin. Bei einem so jungen Hund? Wegen ein paar Tropfen? Nein.

Es ist gefühlt ewig her, dass Panini zuletzt undicht war. Es wurde immer besser. Gerade heute hat sie eine riesige Menge getrunken, was zuvor immer kritisch war. Es passierte absolut nichts, auch die randvolle Blase lief nicht über. Meine Erklärung ist, dass die Entstörung der Narbe an der Achilles-Sehne eine Entstauung von Meridianen bewirkt hat, die dort entlang laufen. Puur Muscle Mass enthält außerdem Goldrute, was unter anderem gegen Reizblase eingesetzt wird.

Sicher hätte uns kaum ein Tierarzt empfohlen, eine alte Narbe an der Hinterpfote zu behandeln, um eine Inkontinenz zu bessern, aber Incurin wurde uns empfohlen. So ist das eben. Nicht aufgeben, weitersuchen. Mit der „Weiterprobieren-Methode“ haben wir außerdem ohne die Gabe von Enzymen im ersten Jahr eine Bauchspeicheldrüsen-Insuffizienz niedergerungen und beste Blutwerte erreicht,  außerdem haben wir chronisches Bauchquietschen nachhaltig verjagt.

Seit Wochen ist mein Hund fröhlicher und übermütiger denn je. Ich hoffe auf ein gutes und gesundes Jahr 2018. Für Panini und für euch alle.

Heidi und Panini

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11 Kommentare

  • Antworten Christiane 21. Januar 2018 um 9:40

    Liebe Heidi,
    Dank deines Blogs, den ich sehr gerne lese und der mir schon oft geholfen hat,der mir Hoffnung gibt und Mut macht auf mein Bauchgefühl zu achten.
    Unsere beiden Hunde haben fast die gleichen Krankheiten und ich bin froh dich beim ausgoogle gefunden zu habe.
    Ganz lieben Dank für deinen Blog.
    Christiane&Jamie

  • Antworten Christine 21. Januar 2018 um 23:48

    Ein guter Artikel (wie eigentlich alle, die ich bisher hier gelesen habe! 🙂 ), aber einer Aussage möchte ich doch leise widersprechen: Tierärzte würden nicht gerne informieren und seien wortkarg. Ich hab meine Patientenbesitzer immer lange und ausführlich beraten und aufgeklärt. In gut verständlichen Worten, da ich immer nichts schrecklicher fand, als wenn meine Mutter mit ihrem schwer kranken Hund von der Spezialistin kam, ich fragte, was sie gesagt hat und sie nur hilflos mit den Achseln zucken konnte, da die Spezialistin nur mit fachchinesisch um sich geworfen und meine Mutter kein Wort verstanden hat. Ergo auch nicht wusste, was der Hund jetzt hat und wie die Therapie aus welchem Grund geändert wurde. Ich finde, dass es wichtig ist, die Besitzer nicht mit jeder möglichen Minifutziinfo zur Krankheit zu erschlagen (erfahrungsgemäß sind die meisten sowieso so aufgeregt und erschlagen und in Sorge um ihr Tier, dass nur die Hälfte hängen bleibt), sondern ihnen die wichtigsten Details so zu erklären, dass sie verstehen, was ihr Tier hat und wie es warum und womit weitergeht. Wichtige Dinge hab ich oft zweimal erwähnt im Gespräch, damit sie in der Aufregung wirklich hängen bleiben. Zum Schluss hab ich immer gefragt, ob noch Fragen sind. Und bei komplexeren Erkrankungen oder Therapien angeboten, dass die Patientenbesitzer gerne auch nochmal anrufen und nachfragen können.

    Ganz ehrlich: die allermeisten Besitzer erschlägt man mit zu vielen Details. Und viele möchten auch gar nicht zu viele Details erklärt kriegen, sondern hauptsächlich wissen, wie es weiter geht. Dass es ihrem Tier gut geht. Ob das jetzt über eine Kapselraffung oder einen Kreuzbandersatz oder xy passiert interessiert die meisten Besitzer nicht so sehr im Detail. Versucht, die OP im Großen und Ganzen zu erklären hab ich immer. Aber viele Besitzer sind mit vielen Details auch einfach nur überfordert und da versucht man dann, zumindest das zu vermitteln, was wirklich wichtig ist für den Verlauf der Therapie. Wenn jemand Details wissen möchte – immer gerne!

    Nur, um eine Lanze für Tierärzte zu brechen und vielleicht ein bisschen zu erklären, dass es weniger böse Absicht ist, dass man die Besitzer nicht mit jedem Detail erschlägt, sondern gezielt versucht das zu vermitteln, was wichtig ist für die Genesung des Tieres.

    Ganz liebe Grüße,
    Christine Lönnecke

  • Antworten Heidi 22. Januar 2018 um 8:56

    Hallo Christine,
    vielen Dank für Ihren Kommentar!
    Bestimmt muss man immer abwägen, wie detailreich man erklärt. Sicher kann man manche Menschen auch überfordern. Ich habe es aber zumeist so erlebt, dass es wirklich sehr oberflächlich wird. Zum Glück nicht immer. Ich finde, man kann es ja wenigstens sagen, dann kann der Hundehalter selbst entscheiden, ob er sich das merkt oder nicht. “Diese Methode nennt sich XY” ist auch nicht zu detailreich. “Ich gebe Ihrem Hund jetzt eine Spritze, dann wird es besser” – das geht einfach nicht. Ich bin kein Kind. Ich möchte bitteschön wissen, was das ist, was der Hund gerade bekommt. Ein Antibiotikum? Ein Schmerzmittel? Kortison?
    Liebe Grüße
    Heidi & Panini

    • Antworten Christine 22. Januar 2018 um 20:53

      Da gebe ich Ihnen voll und ganz recht – der Besitzer muss definitiv wissen, was gemacht wird und am Besten so, dass er versteht warum. Einfach irgendeine Spritze zu geben geht wirklich gar nicht und ich hoffe sehr, dass der Anteil der Tierärzte, die so praktizieren immer weniger werden.

  • Antworten Andrea 22. Januar 2018 um 14:16

    Hallo Panini und Heidi,
    wie schön zu hören, dass es Panini seit ein paar Wochen gut geht und sie froh und munter ist. Ein wunderbares Gefühl.
    Panini hat solch ein Glück, dass sie ausgerechnet Dich adoptiert hat. 🙂 Und ich habe solch ein Glück, dass Du Deine Hartnäckigkeit, Deine Wissbegierigkeit, Dein Wissen und Deine Erfahrungen mit uns teilst.
    Danke dafür! Und weiter so! Du machst mir Mut.
    Liebe Grüße
    Andrea

  • Antworten Wolfhart 23. Januar 2018 um 11:01

    Da meine Frau seit vielen Jahren als Tierarzthelferin in einer Gemeinschaftspraxis arbeitet, bin ich zwangsläufig recht nah dran am Geschehen. Und aus meiner Perspektive (und das ist ja die einzige Sicht aus der ich objektiv berichten kann) bin ich mit unserem Tierarzt mehr als zufrieden. Er besitzt mein uneingeschränktes Vertrauen. Es gibt viele Gründe und auch Erfahrungen die ich alle aufzählen könnte, warum ich dieser Praxis mein Vertrauen schenke. Aber grundsätzlich wichtig ist wirklich nur das Vertrauen. Wenn hier etwas nicht stimmt (Stichwort Bauchgefühl) dann macht man sich natürlich Gedanken. Und eine zweite Meinung ist grundsätzlich auch niemals verkehrt. Da bin ich absolut auf Linie, völlige Zustimmung.

    Den Tipp mit dem Internet sehe ich allerdings etwas differenzierter. Grundsätzlich finde ich die Möglichkeit sich über alles informieren zu können ja auch sehr gut, aber… Wenn mein Tier krank ist und leidet, dann befinde auch ich mich selber in aller Regel in einer Ausnahmesituation. Wenn ich in dieser Situation Dr. Google frage und dann auf eine schlecht recherchierte Seite stoße, die mir nur halbe oder sogar falsche Informationen liefert, dann habe ich ein Problem. Denn wem vertraue ich jetzt mehr? Dem Arzt oder der selber recherchierten Information aus dem Netz? Ich bin selber kein Arzt, mir fehlt schlicht und ergreifend der Background. Natürlich kann das Internet extrem hilfreich sein, das möchte ich auch gar nicht in Frage stellen. Aber es kann mich auch fürchterlich in die Irre führen. Ich persönlich habe deshalb starke Zweifel daran, dass die Mehrheit der Betroffenen in dieser Situation das Medium Internet richtig einsetzen kann. Das soll bitte auch keine böse Unterstellung sein, ich sehe das alleine dieser Ausnahmesituation geschuldet.

    Um das Problem etwas zu verdeutlichen schmeiße ich jetzt einfach mal den Begriff BARF in den Raum. Wir selber füttern unsere Hunde jetzt seit Jahren roh. Der halbjährliche Check beim Tierarzt bestätigt uns dabei. Zu Anfang haben auch wir zu Fertigfutter gegriffen. Bis halt die ersten Zweifel und Gedanken dazu kamen. Und wenn ich mir dann den Mist im Internet ansehe, der zum Teil auch leider von irgendwelchen Experten oder Tierärzten dazu geschrieben wird, dann wird mir schon etwas übel. Denn wenn das alles stimmt was da steht, dann sind wir alle schon dreimal tot oder haben Würmer und mindestens alle drei Monate Probleme mit Salmonellen. Selbst in unserer Tierarztpraxis gehen die Meinungen aller Tierärzte hierzu in alle Richtungen weit auseinander. Umso schöner das wir alle 6 Monate den Beleg dafür liefern wie gut das funktionieren kann, wenn man einfache Regeln beachtet.

    Und eigentlich ist das Thema auch völlig wurscht. Ob Hundeernährung, Hundeerziehung oder was auch immer. Wenn jemand etwas über sein Tier schreibt, dann bezieht sich das auch nur auf sein Tier. Niemand sonst auf der Welt kennt es besser. Und doch gibt es immer „Experten“ die dann mit pauschalen und augenscheinlichen Totschlagargumenten um die Ecke kommen und scheinbar alles besser wissen. Und auch hier stimme ich absolut zu – die guten von den schlechten Seiten zu trennen ist wichtig. Die wirklich gut gemeinten und hilfreichen Beiträge von den Besserwissern zu unterscheiden. Es ist aber mit Sicherheit auch eine Kunst die nicht jeder beherrscht. Ich habe mir deshalb einen extrem kritischen Blick angewöhnt, kann mich selber in dieser Beziehung aber natürlich von Fehlern auch nicht ausschließen.

    Letzten Endes zählen nur die persönlichen Erfahrungen. Die kann uns niemand nehmen. So wurde z.B. unser Rüde vor ein paar Jahren kurz vor knapp von unserem Tierarzt gerettet. Für den gesamten Ablauf und das absolut erlösende Ergebnis werde ich ihm wohl auf ewig dankbar sein.
    Das ist halt meine Erfahrung.

    • Antworten Heidi 23. Januar 2018 um 12:49

      Hallo Wolfhart, danke für deinen langen Kommentar! Ich gebe dir vollkommen recht. Es steht ungeheuer viel Mist im Netz. Aber man kann sich immer die Quellen ansehen und schauen, von wem etwas kommt und warum. Auch hier wird man natürlich wieder zwei Tierärzte finden, die Gegensätzliches schreiben. Dr. Rückert in Ulm wird etwas sehr anderes sagen als der umstrittene Dr. Schrader in Hamburg. Aber in der Summe der gelesenen Seiten verdichtet sich ein Bild. Nur, wer viel gelesen hat, kann sich dieses Bild überhaupt machen. Wohl dem, der einen Tierarzt hat, dem er voll und ganz vertraut, das ist Gold wert! Man findet ihn nur nicht immer. Manchmal sind es auch mehrere Tierärzte – zu dem einen geht man bei Fragen im Bewegungsapparat, der andere hat die besten sanften Mittel, wenn es um Magen-Darm-Fragen geht und ein dritter ist auf Zähne spezialisiert und dort toll ausgerüstet. Ich wollte keineswegs sagen, dass es besser ist, das Internet zu befragen als den Tierarzt. Das Internet ist für mich nur ein Sprungbrett zur richtigen Lösung und sei es, dass es mir hilft, den richtigen Spezialisten zu finden.

  • Antworten Birgit Imhof 10. Februar 2018 um 9:53

    Hallo Heidi,
    ich freue mich sehr, per Zufall über deinen Blog gestolpert zu sein. Mir gefällt deine Einstellung, dein kritisches Denken und deine Haltung, dass viele Wege nach Rom führen, weil jeder seinen eigenen, für Hund und Halter passenden, Weg finden muss. Dabei nützt es nichts, die Überzeugungen Anderer zu verteufeln – das begegnet einem leider gerade in der “Hundeszene” viel zu häufig.
    Weil deine Themen auch für unsere Teilnehmer interessant sind und dabei noch wunderbar geschrieben, werde ich sie im Auge behalten und immer mal wieder auf unserer Seite teilen.
    Mach’ bitte weiter so!
    Viele Grüße aus Neuss

    • Antworten Heidi 10. Februar 2018 um 12:12

      Hallo Birgit,
      danke für das schöne Kompliment!
      Viele Grüße
      Heidi & Panini

  • Antworten Heike 14. Februar 2018 um 15:37

    Vielen Dank für diesen tollen Mutmacher- Artikel. Ich denke auch, man sollte sich viel mehr Selbstbewusstsein zu legen, wenn es darum geht, auch gesundheitliche Fragen zu klären. Die Hörigkeit gegenüber Fachkompetenzen verbaut einem oft den Blick auf ganz naheliegende oder völlig neue Herangehensweisen. Diese ganzheitliche Denken wünschte ich mir in den Köpfen aller- nicht nur der Hunde-Menschen! Liebe Grüßen und liebe Wünsche aus Leipzig von Heike Amthor!

  • Antworten Christoph Dastig 21. Februar 2018 um 10:36

    Danke für den Blog und gute gute Besserung. Meine Freundin hat auch einen Hund und kümmert sich auch mit Herz um ihn, ich finde das echt toll von ihr. Sie hat auch vor kurzem ein Allergietest durchführen lassen für ihren Hund, woran ich auch nie gedacht hätte!

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