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Das attackierte Tier.

24. September 2015

Hunde sind ein Geschenk des Himmels. Ihre Halter nicht immer. Am Dienstag, den 22.9.2015 muss ich lernen, dass man manchmal weder den einen, noch den anderen wirklich aus dem Weg gehen kann, so gern man es auch würde.

Wir sind auf dem Heimweg von unserer großen, aber verregneten Mittagsrunde und biegen in eine Straße ein, die wir beinahe täglich entlang gehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite steht ein junger Mann mit zwei englischen Bulldoggen. Ich mag Bulldoggen. Sie sind meist so sehr mit Atemholen, ihrer Arthrose und ihren Rückenproblemen beschäftigt, dass sie für andere Hunde kein Interesse haben. Diese beiden aber sind in voller Bereitschaft, jedem, der sie mit dem falschen Auge zuerst ansieht, zu zeigen, wer hier das Revier kontrolliert. Sie geifern Panini an. Manchmal legt mein Hund in solchen Situationen die Ohren zurück (vermutlich als Durchzugstellung gut geeignet) und stapft weiter, als sei nichts. Manchmal versucht sie die Flucht nach vorn. Vermutlich hat sie beide Methoden bereits erfolglos ausprobiert und wechselt nun ab. Wie man es auch macht, das zeigen Paninis Bissnarben, man macht es falsch. Wer Streit sucht, der findet immer einen Grund. In diesem Fall wufft Panini zurück. Ich unterbreche sie, wie immer in solchen Fällen, sage „Nein“ und das alles gut sei. Panini dreht ab und geht weiter. Sie kann ja nicht wissen, dass ich die Unwahrheit gesagt habe.

Denn nichts ist gut. Im Augenwinkel sehe ich, wie der dunklere der beiden Hunde über die Straße auf uns zu gerast kommt. Ab jetzt werde ich jede Sekunde damit rechnen, dass der Hund zurückgerufen oder geholt wird und der Albtraum ein Ende hat. Ich werde lange denken, dass dies eine der unerfreulichen Hundebegegnungen ist, die man nun eben manchmal hat. Auch als ich registriere, dass der Hund weder Halsband noch Geschirr hat, denke ich, dass er wohl gleich eingefangen sein wird. Aber es passiert nicht. Es wird Minuten dauern. Der Halter auf der anderen Straßenseite ruft, aber nur ein oder zweimal. Dann ist es still und man hört nur noch das Fletschen, Knurren, Bellen und Geifern eines wütenden Hundes. Mein Hund macht keinen Mucks. Panini ist im Rückwärtsgang. Ich habe beide direkt unter meinen Füßen und spiele alle Möglichkeiten durch, während ich immer noch denke: Der wird ja wohl den Hund gleich zurückziehen. Sicherheitshalber brülle ich „Holen Sie den Hund zurück!“. Kann ich Panini hochnehmen? Nein, so schnell nicht, sie würde mir wegrutschen und ich kann mit meinem Arm auch nicht vor die Bullschnauze. Wegziehen? Nein, der geifernde Klops würde sie als Tau benutzen. Treten und mein Bein als Ablenkung anbieten? Mein Gefühl sagt mir, dass das grober Unfug ist. Den Hund anschreien und ihn erschrecken? Panini würde denken, ich schreie sie an. Noch immer denke ich ja, ich darf nichts tun, was meinen Hund aufregen könnte, dabei ist sie bereits in heller Panik. Dass ich aber immer ruhig bleiben muss, habe ich so verinnerlicht, dass ich verzweifelt denke „Was kann ich ruhig bleibend tun“? Und während ich das denke, merke ich, dass ich mechanisch immer wieder „Holen Sie den Hund zurück!“ rufe. Ich habe es mindestens fünf Mal gerufen, als das Bullmonster endlich zurückgezogen wird.

Dann denke ich „Es ist vorbei“, aber zum Glück sage ich es nicht zu Panini, denn das wäre binnen weniger Minuten gleich die zweite falsche Einschätzung. Wie es passiert, weiß ich nicht genau. Ob der Hund sich zum zweiten Mal aus seinem Geschirr windet oder seinem Herrchen aus dem Arm schlüpft – in jedem Fall kommt er abermals aus und stürzt sich umso wütender auf Panini. Ihr Quitschen und Jaulen sagt mir, dass sie erst jetzt gebissen wird. Und ich rufe mein Mantra nun mit zunehmend überschlagender Stimme ein sechstes und siebtes Mal.

Dann stehen wir endlich allein auf der Ecke und da wo Panini zittert, entstehen dunkelrote, große Tupfen auf dem Bürgersteig, die sogleich zu großen Kreisen auseinanderlaufen. Der Regen wird stärker und wir wissen nicht, wie uns geschieht. Ich versuche herauszufinden, wo die Wunde ist, aber das ist nicht leicht, weil an beiden Vorderbeinen reichlich Blut entlang läuft und sich im nassen Fell verteilt. Panini steht in einer roten Pfütze. „Sie müssen zum Arzt!“ ruft jemand von oben. Eine Frau sieht von einem Balkon zu uns herunter. Meine Versuche, eine Blutung mit dem Taschentuch zu stoppen, findet sie scheinbar wenig überzeugend. Ja, natürlich müssen wir zum Arzt. „Wo ist er denn jetzt?“ ruft es aus einer anderen Richtung. In einem Fenster steht eine andere Frau, die ich vielleicht mit meinem Rufen vom Kaffeetisch weggelockt habe. Sie fragt nach dem Hundehalter. Der hatte mir bedeutet, die Hunde ins Haus zu bringen und gleich mit Verbandszeug wieder zu kommen. Das Verbandszeug entpuppt sich als ein Päckchen Taschentücher. Danke. Haben wir selber. Der Halter entschuldigt sich, gibt mir seinen Namen und seine Telefonnummer. Außer der Nummer interessiert mich nichts von dem, was er sagt, ich will nur, dass mein Hund raus kommt aus dem Regen und aufhört zu bluten. Ich rufe beim Tierarzt an, wohl wissend, dass dort jetzt Mittagspause ist. Irgendjemand ist dort aber immer. Und jeder kann dort besser Bisse versorgen als ich. Panini kann noch laufen. Zum Arzt sind es knapp 10 Minuten. Das schaffen wir. Auf dem Weg dorthin wird der Regen so stark, dass wir uns kurz unterstellen müssen. Dann muss ich heulen. Wegen dem Schock, dem Regen, Panini und vor allem, weil ich ihr nicht helfen konnte. In diesem Moment fühle ich mich, als hätte ich sie beschützen müssen und hätte darin versagt. Es wird eine Weile dauern, bis ich das ablegen kann.

Die Arzthelferin wird später erzählen, wir hätten ausgesehen, als wären wir Heimkehrer aus einer Schlacht. Beide tropfend nass und während bei Panini das Blut lief, lief meine Wimperntusche. Beim Tierarzt versorgt man uns gleich beide, ich bekomme einen heißen Kaffee. Diagnose: Es muss nichts genäht werden. Es gibt einen größeren und einen kleineren Biss am linken Vorderbein, eine Kralle ist gebrochen, eine andere herausausgerissen, was auch die Blutmenge erklärt. Es wäre vielleicht nicht so schlimm, wäre es nicht gerade Panini, die oft genug gebissen wurde. Die gerade schmerzfrei war und anfing, mit mir zu laufen. Die gerade souveräner und sicherer wurde.

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Am Abend ruft der Bulldoggenhalter an und bekräftigt, dass er für die Tierarztkosten aufkommt. Sein zögerndes Eingreifen erklärt er damit, dass er erst den anderen Hund festmachen musste. Dieser Hund sei nämlich eigentlich der aggressive und der hätte unter gar keinen Umständen auf die andere Straßenseite kommen dürfen. Da bin ich doch froh, dass wir nicht den aggressiven Hund getroffen haben. Ich versuche, ihm ins Gewissen zu reden, dass er derart, sagen wir, motivierte Hunde, besser sichern muss, damit sich das nicht wiederholen kann. Ja, sagt er, er habe das „auf der Agenda“. Aber eigentlich seien das gute Hunde. Therapiehunde. Einen Moment lang denke ich „Wie gut, dass diese Hunde in einer Therapie sind“, doch dann befürchte ich, dass alles ganz anders gemeint ist. „Ich bin Psychologe“, sagt der Hundehalter, „ich arbeite mit den Hunden mit ADS-Kindern“. Meine Befürchtung wird Gewissheit. Dazu kann ich nun nicht mehr viel sagen. Dass ein offensichtlich unausgeglichener Hund, der nicht hört und offensiv und mit Absicht andere Lebewesen verletzt, zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen geeignet ist, kann ich nun nicht finden. Panini und ich haben jetzt jedenfalls eine Arbeitsteilung besprochen. Sie geht dubiosen anderen Hunden aus dem Weg. Und ich ihren Haltern.

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10 Kommentare

  • Antworten Blumenmond 24. September 2015 um 20:17

    Ach Heidi,

    da kommen mir beim Lesen glatt die Tränen. Ihr armen Beiden. Wünsche beiden gute Besserung und ist ja Gott sei Dank noch mal gut gegangen. Der Hund wird es wahrscheinlich schneller verkraften als Du.

    Gruß
    Anja

  • Antworten Regina 24. September 2015 um 21:01

    Liebe Panini!
    Wir wissen nur zu gut, dass Dein Frauchen Dich beschützen wollte und Du weißt es auch!!!
    wir wünschen Dir gute Besserung und wünschen Dir und Heidi, dass ihr bei den noch folgenden Begegnungen mit anderen Hunden wieder entspannter werden könnt. Und manchmal hilft es auch, wenn man beobachtet, dass das Gegenüber zu aufgeregt ist, knurrt, steif wird und mit Blicken fixiert….die Richtung zu wechseln als wäre es das Normalste von der Welt.
    Gute Heilung und Erholung Euren Nerven wünschen Bibo und Bambù!

  • Antworten SHADOW 25. September 2015 um 7:57

    Liebe Heidi,
    du hast dich richtig verhalten, auch wenn die Schuldgefühle größer sind. Ich habe das gleiche auch schon mit meinem Hund erlebt. Ich habe leider nicht lange überlegt, was jetzt das beste wäre, sondern den anderen Hund einen Tritt in den Popo versetzt. Ob richtig oder falsch, ich weiß es nicht, jedenfalls hatten wir Glück, dass der Hund abließ. Entschuldigung hin oder her, ich würde eine Anzeige machen. Ich wünsche euch gute Besserung und Panini ist dir nicht böse.

  • Antworten Lizzy 25. September 2015 um 11:24

    Das liest sich schmerzhaft – für mich auch deshalb weil es die unschönen Hundeerlebnisse, die ich in den 13 Jahren mit meinem Quax mitmachen musste, wieder ins Gedächtnis holt. Und ich dachte naiverweise, dass solche Attacken eher den Rüden gegenüber erfolgen (wobei Quax genau wie deine Panini ein extrem friedfertiges und immer defensives Tier war, der niemals Händel provozierte und sich von ihm aus mit allem verstand, was da kreuchte und fleuchte). Viermal in den 13 Jahren mussten wir nach derartigen Attacken einen Tierarzt aufsuchen (es gab noch ein paar weitere Fälle mit Blut und Verletzung, die ich aber alleine behandeln konnte):

    – in Münster, Quax ca. 3 Jahre alt, nachts gegen 3:00 Uhr in einer dünn besiedelten Randgegend: ein AmStaff bog um die Ecke und griff ohne Zögern sofort an. Die Besitzerin: eine Lehrerin, wie sich später herausstellte rief aufgeregt: “hier ist doch sonst auch niemand!” während der Staffordshire meinen Quax übrigens ebenfalls in die Vorderläufe biss. Dann entglitt er ihm in einen der dort häufigen Entwässerungsgräben, so dass die Besitzerin ihn dann doch noch rechtzeitig zu fassen bekam. Er hätte ihn getötet, soviel war klar. Frau und Hund entfernten sich ohne Zurücklassung irgendwelcher Daten und ließen mich in der Nacht mit blutendem Hund alleine. Nach Tierarztbesuch brauchte es nur einige Befragungen in der Gegend, dann hatte ich ihre Daten raus, klingelte, meldete über die Gegensprechanlage mein Begehr und bekam zu hören: “woher wissen Sie denn, wo ich wohne?” – ergänzt durch ein “ich habe keine Zeit und muss jetzt zur Arbeit. Werfen Sie die Tierarztrechnung in den Briefkasten.” Der Tierarzt riet mir zu Anzeige – ich war berufstätig, alleinerziehend, mit Hund .. und hatte keinen Bock auf Papierkram. Schrieb ihr dann zur Rechnung, die sie beglich, einen Brief mit der Ansage, sie auf jeden Fall anzuzeigen, wenn ich nur einmal sehen oder von anderen hören würde, dass ihr Hund ungesichert irgendwo rumläuft.

    – bei einer Wanderung in der Nähe des Starnberger See. Quax inzwischen ca. 6 oder 7 Jahre alt. Ein Ehepaar mit Golden Retriever kommt uns entgegen und wieder erfolgt der Angriff ohne vorheriges Drohen oder Umkreisen. Er stürzte so, drauf und biss in den Nacken. Die Tierklinik in STarnberg hatte einen Notdienst, die stark blutende Wunde wurde “zugetackert”, die Besitzer des Hundes waren dort – weil auch Pferdehalter – bekannt und die haben das alles direkt mit denen abgerechnet. Wieder keine Anzeige, es war mir einfach zu mühsam.

    – ca. 1 Jahr später. Ein Junge geht mit einem schwarzen Labrador an der Isar spazieren. Wie sich später herausstellte, neigte der Labrador zur Aufmüpfigkeit und zeigte gerdade diesem fast noch Kind gerne, dass ER das sagen hat. In diesem Fall zeigte er es, indem er Quax angriff und auch er in den Nacken. Die Tierärztin operierte mit Narkose und nähte die Wunde. Es lief über die Versicherung des Hundes, ich musste einen Teil (ich gluabe, es war ein Viertel des Betrages) selber berappen obgleich von meinem viel kleineren Hund nie und keinerlei Aggression ausgegangen war. Die Formel lautete etwa, dass der Hund als solcher schon “eine Gefahr” für diese Vorfällte in sich trüge und der Geschädigte daher einen Teil selber tragen müsse. Widerspruch war mir zu mühsam. Ich zahlte.

    – vor inzwischen 8,5 Jahren. Quax war 13 und schwer krank: seit Jahren nur noch ein Auge nach grünem Star, dann Krebs, konnte den Urin nicht mehr halten. Wir hatten am Tag vorher noch beschlossen, noch in dieser Woche mit ihm zum Einschläfern gehen zu müssen. Hatte einen kleinen Schlaganfall gehabt, war taub und auf dem einen Auge fast blind. Die Haare fielen ihm aus, er wurde dürrer und fror immer. Wirkte sonst noch wie der lebhafte, fröhliche Hund, der er immer gewesen ist. Eine Frau sagte mal: “wenn er ein Mensch wäre, würde er zu denen gehören, die immer lachen.” Ja – und das führte dazu, dass er auch noch schwerstkrank immer wie ein Gummiball loshüpfte, wenn es nach draußen gehen sollte. Hatte Appetit, schien das Leben zu mögen – trotz allem noch. Er vertraute mir blind, war mein Schatten, achtete auf Handzeichen … ich konnte ihn selbst in dem Zustand noch ohne Leine mitnehmen.
    Ein Kangal “ersparte” uns das Einschläfern. Bog um die Ecke, Quax – fast blind und taub – bemerkte ihn gar nicht weil er gerade an irgendwas hingebungsvoll schnüffelte. Nahm ihn hoch, biss EINMAL zu. Lautlos. Ließ ihn wieder zu Boden gleiten und das war’s. Quax war gelähmt (und damit zum Glück schmerzfrei), die Lunge perforiert, stand unter Schock und guckte mich mit seinem Auge voller Todesangst und Todeswissen an. Der Besitzer des Kangal brachte uns zum Tierarzt, wo er noch geröngt und notbehandelt wurde. Der eine einzige Biss hatte die Rippen in einen Haufen Mikado-Stäbchen verwandelt. Ich widersprach dem allem weil ich von seiner schweren Krebserkrankung wusste und auch, dass jedes Tun hier sinnlos ist. Wir waren gerade erst dorthin gezogen und kannten den Tierarzt noch nicht. Sie haben mich – ich stand ebenfalls wohl unter Schock – zunächst ignoriert und auch der Kangalbesitzer bat den Tierarzt, ALLES zu tun, um Quax zu retten. Der sah dann aber schnell, dass es zwecklos ist und wir verabschiedeten uns. Es kam eine Rechnung von ca. 600 Euro zusammen, die der Halter des anderen Hundes ohne mit der Wimper zu zucken und ohne Versicherungsbeteiligung bezahlte.
    Der Tierarzt bat mich, das zu melden. Ich wollte zunächst nicht. Dachte, dass QUax Krankheit vielleicht mit eine Ursache gewesen sein mag … der Tierarzt erzählte mir, Quax wäre nicht der erste auf seinem Tisch. Ich meldete es dann doch – sehr umständlich hier in München. Informierte den Halter vorher darüber und über meine Gründe. Sehr freundlich von meiner Seite mit Dank für sein faires Verhalten nach dem Vorfall. Es kam nie eine Antwort. Aber Quax blieb trotzdem nicht das letzte Opfer. Wie ich später herausfand, bezahlt der Kangalhalter sowas wohl aus der Portokasse … so dass nichtmal das Geld wirkt, wenn es schon die Eigenvernunft nicht tut. Sein Hund Max begegnete mir noch mehrfach bei morgendlichen Joggingrunden. Einmal in der Dämmerung alleine – und stand minutenlang mit einem Knurren Gesicht an Gesicht mit mir auf dem Bahndamm. NICHTS hat geholfen. Anzeigen – ich war nicht die einzgie – liefen ins Leere. Geld? Einfluss? Wie auch immer: es gibt auch Max nicht mehr inzwischen.

    Sorry für den Roman, der in deiner Situation sicher nicht sonderlich aufbauend ist. Es kam mir einfach wieder hoch, dieses ganze emotionale Altlasten-Hundekrams. Sitzt schon tief. Entschuldige, dass ich das hier ablade.

    Panini als Weibchen wird hoffentlich nicht gar so häufig betroffen sein. Am besten nach diesem Mal nie wieder. Und wenn man es recht bedenkt: Viermal in 13 Jahren ist angesichts der täglichen unzähligen Hundebegegnungen in dicht besiedelten Städten wirklich nicht viel. Mir aber durchaus ein Grund, aus dem ich hier keinen Hund mehr halten möchte. Das zehrt so unglaublich stark am Gemüt.

    Jetzt überlege ich glatt, ob ich den Roman abschicke oder wieder lösche … der ist womöglich wirklich total fehl an dieser Stelle … ich lasse ihn und entschuldige mich nochmal …

    Wünsche Panini gute und schnelle Besserung und für die Zukunft ausschließlich einsichtige, vernünftige Hundehalter mit am besten nur friedfertigen Tieren!

    • Antworten Heidi 25. September 2015 um 11:53

      Liebe Lizzy,
      ich bin froh, dass Du es nicht gelöscht hast, auch wenn ich einigermaßen erschüttert bin. Überhaupt bin ich erschüttert, wie oft es diese Vorfälle gibt. Ich wusste das nicht, lerne es erst jetzt. Dass Versicherungen oft nur einen Teil übernehmen, habe ich jetzt auch gelesen. Wenn es zu einer Rangelei unter Hunden kommt, bei der beide Schrammen davon tragen, kann ich das verstehen. Bei einem Angriff eines Hundes auf einen anderen halte ich das für grotesk und eine Unverschämtheit. Dass ein Hund schuldig wird nur dadurch, dass er riecht und aussieht wie ein Hund, finde ich eine bodenlose Sicht der Dinge. Auch mir wird jetzt geraten, den Hundehalter anzuzeigen und ich werde es voraussichtlich nicht tun. Man kann das hier wohl beim Ordnungsamt, mit dem Ziel, dass der Hund auf seine Gefährlichkeit überprüft wird. Dafür müsste ich die Zeugen ausfindig machen und ich hätte eine Menge Aufwand. Dass die Hunde als gefährlich eingestuft werden, ist sehr unwahrscheinlich, der Hundehalter wird die Situation als unglücklichen Unfall schildern und damit hat sich die Sache.
      Es tut mir so leid, dass Dein Hund so viel Pein durch andere Hunde erleiden musste und dass das sein Ende war. Das ist unglaublich traurig. Ich finde, viermal in 13 Jahren sind viel, viel zu viel. Panini ist jetzt nicht einmal drei und hat viele Bissnarben. Ich weiß aber nicht, ob sie von verschiedenen Vorfällen oder von einem stammen. Ob ein oder mehrere Hunde beteiligt waren. Aber ihre Zurückhaltung gegenüber Hunden kann ich gut verstehen.
      Als ich auf Hundesuche war, musste ich für die Tierschutzorganisationen mehrfach Formulare ausfüllen. Dort stand dann die Frage, was für mich ein Grund sein könnte, einen Hund wieder abzugeben. Der einzige Grund, der mir eingefallen ist, war tiefsitzende Aggression. Ich könnte nicht damit leben, wenn von meinem Hund für mich, für andere Menschen oder Tiere Gefahr ausginge. Ich würde mit einem Sack über dem Kopf herumlaufen vor Scham, wenn mein Hund einen anderen vorsätzlich verletzen würde. Aber manche Tierhalter sind da tiefenentspannt. Ich bin sehr froh, dass Panini nicht weiß, dass die Menschen die Arschgeigen sind. Es würde sie sehr erschüttern.
      Danke für Deinen Kommentar und Deine guten Wünsche!

  • Antworten Lutz 25. September 2015 um 12:54

    Heidi, da gibt es meiner Meinung nur Eines: Anzeige. Zumal, wenn der ein derart gefährliches Tier zu therapeutischen Zwecken einsetzt. Sein Verhalten könnte darauf hindeuten, dass dies nicht der erste Fall dieser Art war. Aber selbst wenn “der Hund sowas sonst nie tut”, oder was für’n Müll die Halter in solchen Situationen absondern – nur mit einer Anzeige kannst Du irgendwas bewirken. Es ist übrigens mitnichten so, dass man sich als Halter da leicht rauswinden kann. Möglicherweise muss er eine Prüfung über sich ergehen lassen und/oder dem Vieh zukünftig einen Maulkorb anlegen. Vielleicht wird ihm auch die Erlaubnis entzogen (so er denn eine hat), mit diesem Tier therapeutisch zu arbeiten.

    Du solltest außerdem Schadensersatz fordern – was auch nur mit Anzeige geht.

    Ansonsten wünsche ich Panini, dass sie es möglichst untraumatisiert übersteht.

    • Antworten Heidi 25. September 2015 um 13:43

      Lieber Lutz,
      sowas wie Schadensersatz gibt es da nicht wirklich, außer der Tierarztrechnung und die will der Kasper ja bezahlen. Schon möglich, dass er eine Prüfung bekäme, aber an einen Effekt glaube ich da nicht. Maulkorbpflicht wird es da nicht geben, dazu ist der Vorfall viel zu sehr Lappalie. Er hat ja kein Kind gebissen, nur eine Sache beschädigt. Mehr ist Panini juristisch nicht.
      Panini hat scheinbar eh schon nicht mehr an das Gute im Hund geglaubt, deshalb benimmt sie sich ähnlich wie zuvor. Distanziert und erleichtert, wenn der andere keine Arschgeige ist.

      • Antworten Lutz 25. September 2015 um 14:31

        Ja, OK. Ich find’s nur schade, dass er so davonkommt. Vermutlich muss der Köter erst ein Kind beißen.

        • Antworten Heidi 25. September 2015 um 17:26

          Ich werde am Montag mal beim Ordnungsamt anrufen und mich zumindest erkundigen. Ein Argument dafür wäre, dass es zumindest einen Aktenvermerk gibt für den Fall, dass noch einmal etwas passiert. Der Hund wäre dann zumindest kein unbeschriebenes Blatt mehr.

  • Antworten Ulrike 25. September 2015 um 14:55

    Liebe Heidi, ich hoffe Panini genest schnell, körperlich und seelisch. Das ist schon scheußlich und erschreckend, was da passiert ist! Mindestens ebenso erschreckend finde ich, das der Halter sich Psychologe nennt und die HUnde als Therapiehunde bezeichnet. Psychologe darf sich jeder nennen, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Nur “Diplompsychologe”. Und mit so unberechenbaren Tieren Therapiearbeit mit KIndern zu leisten – hallo geht’s noch?? Mach dich mal schlau, ob der Mann tatsächlich eine Zulassung hat, da muss ja ein Berufsverband Bescheid wissen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das mit rechten Dingen zugeht, evtl. benutzt er seine Hunde zu etwas, wofür die absolut ungeeignet sind.

    Grüßle aus Berlin!

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