Draußen

Die Ansage.

19. Mai 2018
Hund Ansage machen

Mein Hund und ich haben vieles gemeinsam. Wir teilen zum Beispiel die gleichen Hobbys wie draußen rumrennen, drinnen rumkuscheln, nutzlos rumliegen und maßlos Essen. Außerdem tun wir uns beide schwer damit, eine Ansage zu machen. Damit ist nicht etwa gemeint, dass wir niemanden ankündigen können. Ich kann das prima und wenn ich Panini ein Schild umhängen würde, mit dem sie über eine Bühne liefe, könnte sie das bestimmt auch.

Nein, wir zeigen beide nicht gleich vehement, wenn uns etwas nicht passt. Zwar merkt man uns das Unbehagen deutlich an, aber damit wir „Ich hab die Faxen dicke!“ rufen, muss so einiges passieren. Dabei ist klar im Vorteil, wer die Sache mit der Ansage beherrscht – als Hund wie als Mensch. Wer darauf vertraut, dass das Gegenüber die deutlichen Zeichen des Missfallens auch so bemerkt, ist im Zeitalter lauten Pöbelns voll verratzt.

Der tut nix? Der merkt nix!

Immer wieder begegnen wir Menschen mit Hunden, die beide für solche Zeichen vollkommen blind zu sein scheinen. Panini übt etwa auf viele große Rüden eine magische Anziehungskraft aus. Sie rennen ihr hinterher, kleben an ihrem Hinterteil, rempeln sie, stemmen ihre Pfoten auf ihren Rücken, schneiden ihr den Weg ab. Natürlich in allerbesten Absichten, versteht sich. Es tut mir leid, dass ich hier ein Klischee bemühen muss, aber sehr oft sind es Golden Retriever, die auf diese Weise ihr Interesse kund tun. Häufig arglose und freundlich gesinnte Zeitgenossen, die einen großen Haken haben: Sie haben keinerlei soziale Kompetenz. Zumindest würde man das bei Menschen so nennen. Sie merken nichts. Sie kriegen es einfach nicht mit, wenn ein anderer Hund nichts mit ihnen zu tun haben will. Oder es ist ihnen wurscht.

Als wir vor einigen Wochen einen unseligen Anti-Giftköder-Kurs starteten (von dem an anderer Stelle noch die Rede sein wird), befanden sich außer uns zwei weitere Teams im Kurs. Der größte der drei Hunde war ein junger Goldie. Als die Hundetrainerin uns anwies, die Leinen der Hunde zu lösen, raste er wie von der Tarantel gestochen los und noch ehe ich „ich weiß genau, was jetzt kommt“ denken konnte, war er auch schon ungebremst seitlich in meinen Hund gekachelt. Niemand der Anwesenden fand das irgendwie blöde, außer Panini und mir. Während ich mich gerade schützend vor sie stellen wollte, hatte der Goldie schon eine Schleife gedreht, um sie noch einmal so stark zu rempeln, dass sie taumelte und aufquietschte.

Ein Lob der Grobmotorik.

Meiner Erfahrung nach halten das die meisten Hundehalter für „spielen & toben“. Eine bemerkenswerte Einschätzung. Niemand würde es auf einem Kinderspielplatz für „spielen & toben“ halten, wenn jemand mit einen Medizinball versucht, Vierjährige abzuschießen. Worin besteht der Spaß für einen 15 Kilo-Hund, wenn ein 35 Kilo-Hund auf ihn drauf springt? Zumal, wenn er Spondylose hat? Es scheint mir ein höchst einseitiges und sehr unnötiges Vergnügen zu sein.

Jetzt wäre der Moment für eine Ansage gekommen. Panini hätte grollen müssen, mit den Zähnen fletschen, dem Retriever kurz nachsetzen, um ihm zu zeigen, dass das so nicht geht. Sie tat nichts dergleichen. Sie stand erst einen Moment fassungslos da und ging dann langsam ein paar Schritte, um sich still von dem gefährlichen Terrain zu entfernen. Der Kurs war für sie für’s erste gelaufen. Und natürlich hätte auch ich eine Ansage machen müssen. Nachdem, was ich heute weiß, wäre es ein guter Plan gewesen, meinen Hund anzuleinen und das Gelände sofort auf Nimmerwiedersehen zu verlassen. Mindestens aber hätte ich die Hundetrainerin fragen müssen, was das für eine Hochbegabtenidee sein soll, die Hunde zum Rennen von der Leine zu lassen. Ich hätte das Goldie-Frauchen anpfeifen können, dass eine Entschuldigung fällig wäre. Wie gesagt, alle fanden die Situation total normal. Man schmünzelte ein wenig. Hach, herrlich ungestüm, diese jungen Hunde. Panini und ich standen gleichermaßen frustriert und besorgt herum wie begossene Pudel.

Keine Ansage. Vor allem nicht von Frauchen.

Auf unseren Spazierwegen kacheln zum Glück nicht so oft andere Hunde in meinen Hund. Häufig aber wird Panini penetrant auf die oben schon beschriebene Weise verfolgt. Sie versucht auszuweichen, wegzulaufen, sich zu ducken, kurz duldend stehen zu bleiben, sich hinzusetzen – alles ohne Erfolg. Oft sieht sie mich dabei Hilfe suchend an. „Jetzt mach halt mal eine Ansage!“ denke ich dann und ich habe den Verdacht, sie denkt in diesen Momenten das gleiche über mich. Oft gehe ich dann zwischen sie und den aufdringlichen Hund, versuche ihn abzublocken. Manchmal sage ich: Jetzt hau halt ab, sie will nicht! Aber der Hund ist scheinbar nicht gewöhnt, dass ihm jemand die Meinung sagt und gibt nur selten an dieser Stelle auf.

Während Panini und ich also noch die Zuständigkeiten diskutieren, hält sich eine Person erstaunlicherweise immer vornehm zurück. Es ist die, von der die Ansage tatsächlich kommen müsste. Frauchen oder Herrchen von ignoranten Hunden haben es aber irgendwie auch nicht so mit der sozialen Kompetenz, wie mir scheint. Manchmal rufen sie lässig: Lass mal Bruno, sonst fängst du noch eine! Es ist ungefähr so, als würde man einer Zecke zurufen: „Lass mal mit dem Blutsaugen, sonst kommt noch jemand mit einer Zeckenzange!“ Den Brunos dieser Welt ist das Ganze nämlich vollkommen egal. Hinter dem alibimäßigen Rufen steht natürlich die Annahme, dass ALLE Hunde eine Ansage machen, wenn ihnen etwas nicht passt. Deshalb muss man den eigenen Hund auch nicht erziehen – das können schließlich fremde Hunde übernehmen.

Ausgleichende Gerechtigkeit. Oder so.

Neulich trafen wir wieder mal einen Retriever (tut mir leid, liebe Goldie-Besitzer), der dachte, es wäre eine Spitzenidee, sich auf Paninis Rücken abzustützen, sie mit der Nase an ihrem Hintern zu verfolgen und ihr deutliches Missfallen zu ignorieren. Sein Frauchen tat: nichts. So, wie wir das gewohnt sind. Mir wäre es unangenehm, wenn mein Hund andere belästigt. Andere denken vermutlich: „Immer muss ich unangenehme Situationen aushalten. Mein Chef gängelt mich, mein Mann versteht mich nicht, an der Kasse hat sich heute schon wieder jemand vorgedrängelt. Endlich ist es einmal anders herum! Endlich können wir mal anderen so richtig auf den Sack gehen und ich kann mit Hilfe meines Hundes zurückbelästigen! Endlich Gerechtigkeit!“ Wie sonst ist es zu erklären, dass der nervende Hund praktisch nie zurückgepfiffen wird? Ich überlegte neulich also noch, wie ich meine Ansage am besten formulieren könnte, als Panini einen beherzten Schritt nach vorn machte und den Goldie markerschütternd anknurrte. Mein Brötchen! Knurrt! Ich war begeistert. Es ist eben doch so, wie ich immer vermutet habe. Wir haben eine Menge gemeinsam, mein Hund und ich. Aber sie hat mir dennoch einiges voraus.

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17 Kommentare

  • Antworten Marion 19. Mai 2018 um 22:08

    Klasse geschrieben. Ich kenne das auch von meiner Emma. Manchmal wehrt sie ab, aber meistens viel zu sanft, zu leise, sodass der stürmische Hund das gar nicht ernst nimmt.
    In solchen Situation würde ich am liebsten das Frauchen oder Herrchen des anderen Hunden anspringen, anrempeln und heftig schubsen :))

    • Antworten Selina 8. Oktober 2018 um 0:01

      Hallo Heidi, finde es toll wie du die alltäglichen Probleme von uns Hundehaltern ansprichst und analysierst, so fühlt man sich in dieser grausamen MENSCHEN DIE KEINE AHNUNG ÜBER HUNDE HABEN – welt nicht so alleine. 😀

      Ich bin auch so ein Fall gewesen und habe mich nicht getraut etwas zu sagen, und dazu kommt das ich nur einen 7 kg hund habe, der oft nicht ernst genommen wird.
      Habe mit der Zeit aber verstanden das wenn ich nicht das Ruder in die Hand nehme und die Entscheidungen treffe, mein Hund dies tut und zwar nicht in dieser Situation sondern in den Situationen wo ich meinen Hund nicht mit leckerchen bestechen kann. Habe angefangen für meinen Hund eine Person zu werden, die er folgen möchte – das fängt innen an, an der Einstellung wie man zu sich selbst steht und endet mit der Ausstrahlung die das selbstbewusstsein nach außen trägt .

      Mir ist so etwas vor kurzem auch passiert, damals haben mich die anlaufenden hunde auch ignoriert, denn hunde merken wenn man zwar Hau ab ruft aber innerlich nervös ist, nach viel übung mit mir selbst (ohne hund) geling es mir , bei diesem mal war es anders, ein freilaufender hund ohne sichtbaren besitzer kam auf meinen stinki zu gelaufen, kurzes sichtzeichen für meinen hund das er sich setzt und dann 3 große selbstbewusste schritte auf den hund zu , dieser hat sich sofort mir zu gewunden, erst dann habe ich ihm ein hau ab zu geworfen dort war er aber schon mich am anbellen und war von meinem hund schon nicht mehr beeindruckt .

      Sowas ist wirklich schwer zu erklären aber ich hoffe das du es etwas verstehst was ich meine, es kommt weniger auf das an was man sagt, mehr auf das was man fühlt – denn das ist was bei den hunden am ersten ankommt. Was viele machen mit laut werden und rumfuchteln bringt überhaupt nichts macht nur alle verrückt.

      Und wenn ein Halter dabei ist, viele wollen das man es ihnen sagt, als ich damit angefangen habe, dies zutun bekam ich viel positives Feedback, das die leute es schön finden, wie sehr ich mich für meinen hund einsetze 🙂

      Nochmal ein dickes Lob für deine Blogs, weiter so !!

      Lg Selina

  • Antworten Dani 19. Mai 2018 um 23:38

    Hihi, mit Inuki habe ich diese Probleme nicht. 40 kg Schäfi macht halt Eindruck. Und wenn jemand meint, die Hunde könnten es klären, wird Inuki wohl nicht der Verlierer sein 😀

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki

  • Antworten Yvonne 20. Mai 2018 um 9:09

    Ich hab mal gelesen, dass ICH dazu da bin, meine(n) Hund(e) zu schützen und dafür zu sorgen, dass es ihm/ihnen gut geht. Das beinhaltet auch Kontakte mit anderen Bewohnern des Planeten.

    Mich hat diese Sicht so beeindruckt, dass ich seither sehr darauf achte, welche der mich begleitenden Fellnasen was wann wie mit wem mag – oder eben nicht und ich vorbeuge oder unterbinde.
    Wir erleben seither wenig Unschönes und verursachen es seltenst. 🙂

    Ich wünsche Euch, liebe Heidi und Panini, Mut, rechtzeitig einzuschreiten. <3

    Liebe Grüße,
    Yvonne
    mit Tages-und Gassihunden und 2 eigenen

    • Antworten Marion 20. Mai 2018 um 10:30

      Das ist die Theorie. In der Praxis ist es manchmal nicht möglich, den Hund zu schützen. Meine Hündin ist letztens von einem Rottweiler-Mix angegriffen und gebissen worden. Die Halterin hat ihren Hund einfach von der Leine gemacht und er kam in Windeseile zu meiner Hündin und stürzte sich auf sie (sie wiegt nur 11kg). Keine Chance um vorzubeugen.
      Das Gleiche mit stürmischen Hunden, die nix tun. Die sind oft flinker und wendiger als wir Menschen 🙂

    • Antworten Heidi 22. Mai 2018 um 10:47

      Danke Yvonne! Genau darum geht es. Ein bisschen mehr Mut an der richtigen Stelle …

  • Antworten Elli 20. Mai 2018 um 18:16

    Hallo Marion.
    Ich hatte sowas kürzlich mit einem Schäferhund, der sich auf meine Hundeseniorin stürzen wollte. Herrchen lief schreiend hinter ihm her, konnte ihn aber nicht abrufen. Da hab ich dann gnadenlos von meinem Pfefferspray Gebrauch gemacht, das ich für solche und andere Fälle immer bei mir trage.

    • Antworten Marion 20. Mai 2018 um 22:52

      Ich habe auch schon überlegt, mir so etwas anzuschaffen. Das war eine schreckliche Situation.

    • Antworten Heidi 22. Mai 2018 um 10:50

      So etwas kommt für mich nicht in Frage. Das birgt große Risken und kann einen Hund erst recht ausrasten lassen. Ein blöder Windstoß und das Spray landet auf meinem Hund …. ne, ne, ne. Ich hatte nach einem Beißvorfall bei Panini auch darüber nachgedacht, aber ich lasse die Finger von sowas.

  • Antworten Christoph 24. Mai 2018 um 12:36

    Kein Hund ist verpflichtet den Kontakt zu einem anderen Hund zuzulassen, schon gar nicht wenn sein Artgenosse rücksichtslos wie eine Abrissbirne angestürmt kommt. Das ist jedenfalls ist meine Meinung. Auch wir haben schon Exemplare der „das-regeln-die-unter-sich-Fraktion“ getroffen. Solchen (sorry für den Ausdruck) Vollpfosten sage ich dann, das stimmt, Hunde sind durchaus in der Lage Situationen ohne menschliches Zutun zu regeln. Notfalls setzen sie dazu aber auch ihre Zähne ein. Den erlebten Gesichtsausdrücken und Kommentaren nach scheint diese Tatsache für die von mir Angesprochenen eine völlig neue Erkenntnis zu sein; „wie, ihr Hund würde meinen Kleinen beißen nur weil er ihn ein bisschen in die Läufe zwickt?“.
    Telmo hat sein komplettes erstes Lebensjahr in einem Verband mehr oder weniger freilebender und auf sich allein gestellter Hunde verbracht die für ihr Überleben selbst verantwortlich waren. Er hat sie als freundlich gesinnte Sozial-Partner aber auch als erbitterte Konkurrenten erlebt. Er kennt und beherrscht die Kommunikation unter Hunden perfekt, sowohl die leisen als auch die lauten Töne. Artgenossen die ihn nicht verstehen können oder wollen zeigt er (auch ohne Einsatz der Zähne) im Fall des Falles sehr deutlich was er von ihrem Verhalten hält. Das führt oft zu Unverständnis bei anderen Haltern weil nach deren Verständnis jeder Hund sowieso nur darauf brennt mit jedem anderen Hund zu spielen. Allerdings legen wir keinen gesteigerten Wert darauf, sich anbahnende Konflikte eskalieren zu lassen und schreiten ein, übrigens auch dann, wenn Telmo Mal meint den Macho raushängen zu müssen. Das bedeutet nicht, dass wir jedes Anbellen, jedes Imponiergehabe oder jedes Knurren umgehend unterbinden. Hunde müssen die Möglichkeit haben miteinander zu kommunizieren und ihre Instinkte (soweit in unserer Welt möglich) zu leben aber Mobben, penetrantes Bedrängen oder gar ernsthafte Auseinandersetzungen müssen unterbunden bzw. verhindert werden. Im Sommer letzten Jahres war uns ein großer Husky ohne Leine, ohne Halsband oder Geschirr und ohne Halter in Sicht entgegen gekommen. Da man sein ganzes Verhalten nicht gerade als freundlich bezeichnen konnte, hatten wir uns schützend vor Telmo gestellt und versucht seinen Artgenossen abzublocken. Ok., der Kontakt unserer ungeschützten Beine mit den Brennnesseln war mehr prickelnd als angenehm aber eine sich abzeichnende Beißerei hatten wir erfolgreich verhindern können.
    Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass es Hunderassen gibt, die besonders aufdringlich und rücksichtslos sind oder deren Kommunikations- und Sozialverhalten ausbaufähig ist, um es einmal freundlich auszudrücken. Aber wer ist verantwortlich dafür? Der einzelne Hund selbst oder vielleicht doch eher der Mensch der ja in vielen Bereichen nichts unversucht lässt um die Natur seinen eigenen Vorstellungen anzupassen?
    Herzliche Grüße, Christoph

  • Antworten Heidi 24. Mai 2018 um 19:02

    Hallo Christoph,
    die Antwort auf deine letzten Fragen ist einfach. Zwar finde ich nicht, dass das “Problem immer am anderen Ende der Leine” sitzt, aber dass der Mensch die Verantwortung hat, ist doch unzweifelhaft.
    VG
    Heidi

  • Antworten Nina 30. Mai 2018 um 22:18

    Wenn ein Hund von der Seite rammt, ist das eher keine Spielaufforderung, sondern vielmehr Mobbing, ein aggressiver Akt, auch wenn der Hund dabei ein Golden Retriever-Lächeln im Gesicht hat.
    Mit Retrievern (v.a. Labrador) mussten wir auch schon die Erfahrung machen, dass deren Halterinnen ihre eigenen Hunde nicht lesen können, und auch Jagen eines Kleinhundes oder aufgestellte Nackenhaare noch als “der ist ganz lieb und tut niemandem was zuleide” interpretieren…Auch wenn diese Hunde tatsächlich selten ernsthaft beißen, ist längst nicht alles, was sie so tun reine Tollpatschigkeit, und selbst wenn einer wirklich mal nur ein Trampel ist, finde ich es unverschämt zu erwarten, dass alle anderen das zu ertragen hätten.
    Man sollte so einen Halter mal selbst Begrapschen, ganz nah an ihn/sie herangehen, folgen wenn er/sie ausweicht, Gesicht und Hintern begrabbeln…;-)

    • Antworten Heidi 30. Mai 2018 um 22:23

      Die Idee mit dem Begrabbeln gefällt mir sehr! 🙂

  • Antworten Askja 2. Juni 2018 um 20:24

    Gerade heute hatte ich so eine Situation und ärgere mich maßlos darüber, dem ignoranten „Der ist ganz lieb“-Frauchen nicht meine Meinung gesagt zu haben.

    Ich war mit meiner gerade mal 11 Wochen alten Hündin spazieren, sie interessiert sich nicht großartig für andere Hunde, deshalb hatte ich null Bedenken, an einem kleinen Mischling vorbei zu laufen. Einfach ganz normal. Als sei gar kein anderer Hund da. Ich sehe, dass der Hund an der Flexileine zerrt, laufe aber normal weiter, meine Hündin interessiert es auch nicht. Da bleibt die Frau stehen und ehe ich mich versah, stürmte der Hund auf meine Kleine los und sie jaulte und nahm ihre kurzen Beinchen in die Hand. Einzige „Ansage“ der Halterin (in einem ‚so ist er halt‘-Ton): „Na, nicht so stürmisch, du warst doch auch mal klein!“ und zu mir gewandt: „Der ist ganz lieb!“, während mein Welpe hilfesuchend an mir hoch sprang.

    Und ich sage… natürlich nix…

    Zum Glück war es nur ein kleiner Hund. Das hätte auch böse ausgehen können.

  • Antworten Jasmin 20. Juni 2018 um 11:06

    Hallo ihr Lieben,

    wow, also dein Beitrag lese ich super gerne und man erkennt so einige Situationen sehr schnell wieder. Bei manchen Frauchen oder Herrchen geht mir buchstäblich das Messer in der Tasche auf, denn man fragt sich, ob sie überhaupt einen Hund verdient haben. Ehrlich gesagt brauchen manche Menschen eher eine Herrchen Schule als Hund eine Hundeschule .
    Doch bei solchen Sachen kann ich meinen Mund auch nicht halten, da muss ich unbedingt dazu etwas sagen. 😉

    Liebe Grüße

  • Antworten Andrea 26. Juli 2018 um 21:24

    Um nicht durch eine Ansage den Prollstempel (da einen andere Hundebesitzer schon manchmal “erhitzen” können) zu bekommen😉, rufe ich meist vorher “mein Hund hat Flöhe” oder bei größeren Zeitgenossen offen und ehrlich “ich habe Angst, bitte nehmen Sie Ihren Hund an die Leine”. Letzteres erntet meist ein herablassendes Schmunzeln für mich und mein altes 4kgHündchen, aber bringt Erfolg.
    Oder ich nehme eins unserer Shettys mit zum Spaziergang, dann leinen alle anderen an und geben den blöden Satz von sich zu ihrem Vierbeiner: “Das ist kein Hund”. Ob ihr Hund das nicht weiß?

    Liebe Grüße von einer Hunde- (und Pony-) haufenentfernerin

  • Antworten C 25. September 2018 um 9:12

    Toller Beitrag und mir auch vollstens aus der Seele gesprochen!
    Hundehalter wie wir, die ängstliche oder auch einfach zu nette Hunde haben können leider nicht die Selbstverständlichkeit der Rücksicht anderer Hundehalter erwarten. An den Hunden liegt es meist nicht. (auch wenn die Goldies soziale Elefanten im Porzellanladen zu sein scheinen)
    Dahingehend bin ich sehr froh über meine Hundeschule, in der ich als Ersthund-Anfänger und Helikopter-Mama mit einem rumänischen Angsthund viele Dinge in netter Gemeinschaft und unterstützt von der Trainerin lernen konnte. Bei uns wird kein Hund von anderen gemobbt, belästigt und es gelten immer die Regeln der Höflichkeit. Um meine Trainerin zu zitieren “was unter Menschen unhöflich ist, ist es auch meist unter Hunden”. Mein Hund (und ich) musste zb dort auch lernen, dass man als Rüde nicht ständig am Hintern einer gut riechenden Labbi-Dame rumzuhängen hat, die zu nett ist eine Ansage zu machen. Jeder, der bei diesem Gruppenspaziergang gerade in der Nähe war und sah, dass meiner sich mal wieder an das Labbi-Mädel ranwagte splittete die Situation und es hat nicht lang gedauert, da war das für meinen Hund auch kein Thema mehr. Ich hatte auch was dazugelernt, ich wusste zb nicht dass Labbis oft das ganze Jahr interessant für Rüden sein können, auch wenn sie nicht läufig sind und dass Rüden sich eben auch hier zurückzuhalten zu lernen haben bzw ich ein aufdringliches verhalten meines Hundes unterbreche.
    Aber zurück zum Artikel: ja, das kenne ich auch. Kommt so ein freilaufender, nicht hörender, von mir unbeeindruckter Hundeprolet und rennt in meinen kleinen rein, der vor Angst alles einzieht und nicht weg kann. Und wenn man die Situation dann verlassen will ohne unhöflich zum Halter zu werden, kommt am besten noch mein absoluter Lieblingsspruch “die machen das schon unter sich aus”.
    Entschuldigung, wie bitte? Nein, machen sie nicht. Mein Hund muss das nicht regeln müssen, dafür bin ich da. Mein Hund soll sich auf mich verlassen können.
    Wenn im Sandkasten irgend ein Kind meinem mit der Schippe auf den Kopf haut, würde ich auch dazwischen gehen. Da würde ja auch keiner erwarten, dass die das unter sich regeln bis einer heult, oder?
    Ein bisschen mehr Helikopter-Halter und weniger Ist-mir-doch-Wurst-der-Hund-erzieht-sich-selbst würde manchen nicht schaden. 😉

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