Mahlzeit

Die Wunderwelt des Möhrchens.

5. Juni 2015

Ich denke, es ist an der Zeit, über die inneren Werte des Hundes zu sprechen. Jeder Hundehalter weiß genau, was in seinem Hund steckt, denn er sammelt es täglich auf, sobald es raus kommt. Bei frisch eingezogenen Tierschutzhunden gestaltet sich das gelegentlich aufwendig, denn der Begriff „sammeln“ setzt eine erwünschte Konsistenz voraus, die der Hund oft nicht liefern kann. Panini hatte garstige Untermieter, die eine Räumungsklage hartnäckig ignorierten und die gekaperte Immobilie nach Kräften verwohnten. Was soll aus einem vandalisierten Hund schon kommen? Nichts, was man sammelt jedenfalls, vielleicht wäre „großflächig abtragen“ der bessere Begriff.

In einem solchen Fall ist es nicht unbedingt angeraten, mit Medikamenten gegenzusteuern, das bringt oft weitere Unordnung in den Messi-Magen. Dabei zuzuschauen, wie sich der Hund allmorgendlich auswringt, macht aber nun auch nicht gerade Freude, weshalb ich auf Abhilfe sann. Allen, die gelegentlich mit ähnlichen Situationen hadern, ganz gleich ob bei Hund oder Katze, kann ich ein wahrhaft glorreiches Mittel empfehlen. Darauf gestoßen bin ich, als ich die Morosche Möhrensuppe fand. Sie geht auf den Kinderarzt Ernst Moro zurück, der um 1900 eine Sterbewelle in Kinderheimen stoppte, in dem er den Kindern eine Möhrensuppe kochen ließ und damit schlimme Diarrhoe zum Stillstand brachte. Der Clou an der Suppe ist die außergewöhnlich lange Kochzeit – eine Stunde sprudeln die Möhrchen für die Morosche Möhrensuppe im Wasser vor sich hin. Das Rezept ist easy: 500 Gramm Karotten in einem Liter Wasser mit einem Teelöffel Salz eine Stunde kochen lassen. Dann die Karotten pürieren und den Topf wieder auf 1 Liter auffüllen. Fertig. Die Wirkungsweise beruht wohl darauf, dass „schlechte“ Bakterien sich im Darm an ureigene Substanzen der Möhren heften und somit aus dem Menschen- oder Hundekörper geshuttelt werden. Karotten haben schlichtweg eine antibiotische Wirkung und beruhigen den Verdauungstrakt – sofern sie lange gekocht werden.

Bevor ich etwas ausprobiere, also praktisch kurz bevor ich die Möhren schnipple, will ich ALLES darüber wissen, damit ich auch nichts verkehrt machen kann. Und so hangelte ich mich im Netz an Herrn Moro und seiner Entdeckung entlang, bis ich meinerseits eine Entdeckung machte: Die Möhrensuppe für Faule. Oder auch für Spontane: Möhrenpellets. Sie sind entsprechend vorbehandelt und getrocknet. Man weicht sie etwa 15 Minuten ein und aus einem Esslöffel Pellets wird ein kleines Töpfchen Möhrenbrei. Mit exakt der gleichen Wirkung wie die Morosche Möhrensuppe. Züchter schwören angeblich drauf. Das klang phantastisch. Denn die Suppe hätte man nicht nur zubereiten müssen, sondern auch in kleinen Portionen einfrieren, damit man im Bedarfsfall den Hund damit versorgen kann. Wer hat schon immer einen Bund Karotten im Haus, um spontan eine Ein-Stunden-Suppe kochen zu können?

Nicht sexy, aber hilfreich: Olewo Karottenpellets

Nicht sexy, aber hilfreich: Olewo Karottenpellets

Die Olewo Karottenpellets sind deshalb genial. Ich habe sie anwenden können, wenn der Hund plötzlich eine Attacke bekam, schnell und zwischen den Mahlzeiten. Panini mochte sie gern, ich gab sie pur mit einem Teelöffel Nassfutter vermischt (für das bessere Aroma) oder zusätzlich ins Futter. Ihr Gekröse beruhigte sich augenblicklich und die nächste Leerung erfolgte mit einer deutlich besseren Sammelquote. Wenn man Olewo Karottenpellets im Haus hat, hat man immer und jederzeit ein Durchfallmittel im Haus, das nicht schadet, Panini aber immer half. Es ist geeignet für Hunde und Welpen, Katzen und Kitten, Kaninchen und allerlei Nager. Es ist nichts zugesetzt, es sind einfach nur getrocknete Karotten. Ich hab den Brei probiert, er schmeckt ausgesprochen langweilig, aber, und das überrascht jetzt nicht so wirklich, nach Karotten. Hätte ich eine schlimme Attacke, ich würde mir selbst so ein Breichen aus Karottenpellets ansetzen. Ich mag Sachen, die so einfach sind und dabei so gut.

Eines meiner Lieblingsprodukte der letzten Monate: Olewo Karottenpellets.

Und um das sicherheitshalber dazu zu sagen: Die Firma Olewo weiß nichts von meiner Begeisterung und hat mir auch keine Packung überlassen. Wäre auch sinnlos, denn ich habe 2,5 kg erstanden, also schätzungsweise genug für die nächsten 28 Jahre. Und nichts wäre mir lieber, als sie dann dennoch wegwerfen zu müssen, weil der Hund nie wieder ein Löffelchen davon brauchte. Toi, toi, toi.

 

Titelbild © Patryk Kosmider – fotolia.com

Weitere lesenswerte Artikel

3 Kommentare

  • Antworten When the Cat is Away 7. Juni 2015 at 9:12

    Der Mohrblog (http://danielamohr.com/mohrblog/) hat mir diesen Beitrag empfohlen, weil ich Probleme mit Durchfall bei meinen Katzen habe. Vielen Dank für diesen Artikel! Ich wohne nicht in Deutschland, werde mich aber umschauen, ob ich das hier irgendwo auftreiben kann.

    Ich wünsche dir, dass du die Packung wegschmeissen kannst!

    Liebe Grüße aus Finnland!

  • Antworten Yvonne 23. Juni 2016 at 10:44

    Ich habe auch sehr gute Erfahrungen mit den in allen Drogerien erhältlichen Baby-Möhrenbrei (bis 4 Monate, glaube ich) gemacht, der lediglich aus Möhren und Wasser besteht. Da ich leider (noch) kein Eisfach habe, berufstätig bin und pendle, haben mir diese kleinen Gläschen sehr geholfen. Wichtig ist: Langsam „ausschleichen“ lassen, also bei Besserung immer etwas weniger geben und nicht abrupt absetzen. Insgesamt habe ich etwa vier Wochen lang die Möhren beigefüttert, dann waren wieder ordentliche Würstchen im Katzenklo.

    Viele liebe Grüße,
    Yvonne