Draußen

Privates Feuerwerk verbieten? Ja, was denn sonst!

1. Januar 2020
Feuerwerk verbieten Hunde

Das neue Jahr fängt, wie so oft, toll an. In Frankfurt am Main schauen wir auf 122 Feuerwehreinsätze und 233 Rettungswageneinsätze zwischen 0 Uhr und 7 Uhr früh zurück. Insbesondere das Ausrücken der Feuerwehr wird in der Regel von der Allgemeinheit bezahlt. Ebenso wie die aufwändige Reinigung der Wege und Grünanlagen und das Ersetzen der unzähligen gesprengten oder zerschmolzenen öffentlichen Abfalleimer. Mehrfach wurden Einsatzkräfte in der Silvesternacht angegriffen, geschlagen oder mit Böllern beworfen. Es ist schwer nachvollziehbar, warum es ausgerechnet in einer Nacht, in der die Mehrzahl der Menschen auf den Straßen stark alkoholisiert ist, erlaubt sein soll, mit explosiven Stoffen zu hantieren, die bei falschem Umgang Menschen gefährden.

Zu der destruktiven Mischung aus alkoholbedingter Enthemmung und im wahrsten Sinne des Wortes brandgefährlichen Feuerwerkskörpern kommt die beispiellose Belästigung von Mensch und Tier durch Lärm und Verschmutzung. Feinstaub macht dabei nur einen Teil aus. Ab 29.12. dürfen Feuerwerkskörper verkauft werden, abgebrannt werden dürfen sie von 31.12. 0 Uhr bis 1.1. 0 Uhr. Es erschließt sich dem Laien nicht unbedingt, warum es erlaubt ist, 24 Stunden lang das neue Jahr mit einem Haufen Lärm und Dreck zu begrüßen. Ohnehin interessiert die Zeitbeschränkung nur wenige. Kaum sind die unhandlichen Plastik- und Pappberge nach Hause geschafft, werden sie auch schon getestet. Und genau hier beginnt der Irrsinn für sensible Tiere. Ich habe keine Chance, meinen Hund zu schützen, denn ich kann ihn nicht tagelang unter Drogen setzen, damit er den Wahnsinn aushält. Der eigentliche Jahreswechsel wäre kein Problem. Dann ist mein Hund müde, mit mir in einem sicheren Raum und möchte schlafen. So lässt sich am leichtesten Beruhigung schaffen – Musik, Bachblüten, Eierlikör und Körperkontakt sei Dank.

Hat denn niemand eine Uhr an?

Doch der gemütliche Weltkriegssound im Freien beginnt Stunden und Tage zuvor. In diesem Jahr wollte ich Panini zum letzten Mal um 18:30 Uhr pinkeln lassen – im geschützten Garten. Doch der Plan misslang, da ganz in der Nähe zwei Polenkracher mit einem absurden Lärmpegel gezündet worden waren. Das Tier zitterte so sehr, dass es nicht einmal mehr in der Lage war, die Flucht nach oben allein anzutreten. Es mag sein, dass sowohl die Polenkracher als auch die verfrühte Uhrzeit zumindest eine Ordnungswidrigkeit darstellen. Doch eine Ordnungswidrigkeit, die nie geahndet wird, braucht man auch nicht als solche festzulegen. Niemand ahndet das ständige, Tage andauernde Geböller, es ist ein rechtlicher Witz.

Um 3 Uhr hielt es der Hund nicht mehr aus, die volle Blase drückte zu sehr. Wir versuchten es abermals im Garten, doch das Tier war mit nichts dazu zu bewegen, ihn zu betreten. Schließlich schaffte ich es nach fast 30 Minuten auf der anderen Seite des Hauses, den Hund zum Pinkeln zu bewegen, während ich mich ständig umsah, um gegebenenfalls mit Krachern bewaffnete Menschen rechtzeitig zu erkennen und den Hund zu schützen.

Heute, am 1.1. geht der Irrsinn weiter (wir erinnern uns – keine Ordnungswidrigkeit!). Auf einer kleinen Gassirunde trafen wir auf zwei Gruppen Jugendlicher, die lust- und wahllos ihre Vorräte abbrannten und in Büsche und auf einen Spielplatz warfen und einmal auch bewusst in Richtung eines in der Ferne laufenden Hundes. Vermutlich, weil es so eine schöne, gute alte Tradition ist, ein Arschloch zu sein. Ohne sie, das bemerkt man an dieser Stelle deutlich, wäre das Abendland sicher in Gefahr.

Dann geh doch, wenn’s dir nicht passt!

Böllerfans entgegnen in einem solchen Fall, man sei selber Schuld, wenn man sich zum Jahreswechsel in der Stadt aufhalte, man könne ja schließlich irgendwohin fahren, wo es nicht kracht. Dahinter steckt natürlich eine konsequente Logik. Ich soll gezwungenermaßen zum Jahreswechsel mein Zuhause verlassen, ganz gleich, ob es zu meinen Lebensumständen passt oder nicht. Ich soll dafür Kosten in Kauf nehmen UND als Teil der Allgemeinheit die durch zutiefst asoziales Verhalten entstehenden Kosten in der Stadt mittragen. Das erinnert mich an einen anderen Dauerstreit rund um einen beliebten Wochenmarkt in meinem Viertel, der zu nächtlichen Alkohol-, Lärm-, und Pinkelexzessen von zumeist eigens angereisten Partygängern führte. Die geplagten Anwohner, die häufig bereits lange vor der erstmaligen Entstehung der Saufgelage dort wohnten, sollten doch in den Taunus ziehen, wenn ihnen der Lärm nicht passe, hieß es von Seiten der Randale-Rudis. So einfach ist das eben, man kann ja den Asozialen weichen.

Aber das kann nicht das Prinzip des Zusammenlebens sein – wer sich aufführt, wie eine offene Hose, gewinnt. Ich glaube nicht an die Vernunft der Masse, ich glaube nicht an Einsicht und Rücksicht in der Stadt. Und ich glaube auch nicht an Ordnungswidrigkeiten, die nicht geahndet werden. Es gibt nur einen Weg, um die gesamte Gemeinschaft vor ihren unangenehmsten Mitgliedern zu schützen. Und das sind konsequent geahndete Verbote und Gesetze.

Update 2.1.2020

Da mein Ärger über die Knallerei – ähnlich wie die Knaller selbst – noch immer nicht verraucht ist, habe ich noch einiges zum Thema gelesen. Spannenderweise wird häufig argumentiert, durch ein Verbot würde die “Freiheit” eingeschränkt. Niemand spricht jedoch über die Einschränkung von Freiheit, wenn unzählige Tierbesitzer in einsame Gegenden fliehen, sich zum Jahreswechsel hinter Rolläden verrammeln und nie auf eine Feier gehen, um ihre zitternden Tiere nicht allein zu lassen. Oder die Nacht in einem schalldichten Hotel am Frankfurter Flughafen verbringen, weil rund um das Flughafenareal Feuerwerke nicht erlaubt sind. Ist das Freiheit? Mehrere aktuelle Umfragen belegen, dass sich eine Mehrheit gegen das private Böllern ausspricht, also um wessen Freiheit geht es hier eigentlich? Wirklich um die Freiheit der Mehrheit? Oder lebt hier nicht vielmehr eine Minderheit im wahrsten Sinne des Wortes auf Kosten der Mehrheit?

Monika Dittrich kommentiert im Deutschlandfunk (sorry, dass ich den Schrott hier nicht verlinke) gegen ein Verbot mit den in Trump-Zeiten so beliebten “Whataboutismen”. Was kommt als nächstes? Was ist mit dem Münchner Oktoberfest? Oder den Kerzen am Weihnachtsbaum? Verbieten wir das künftig auch, weil es ein Schadenpotential beinhaltet? Solche Argumente sind eine Beleidigung für den Verstand. Wer den Unterschied zwischen Kerzen und Silvesterraketen nicht versteht, dem ist nicht mehr zu helfen. Und keiner Gegenrede wert.

Putzig auch die Äußerung von Marie-Luise Dött, der umweltpolitischen Sprecherin der Unionsfraktion. Sie sagt: “Diese alte Tradition, dass wir das alte Jahr mit ordentlichen Böllern verabschieden und alle Geister verjagen und uns freuen auf das neue Jahr – das sollten wir doch nicht vermiesen.” Unabhängig von dem bemerkenswerten Umstand, dass wild in die Landschaft geschossener und geworfener Abfall hier mit dem Attribut “ordentlich” versehen wird, halte ich fest: Die Parteien mit dem “C” im Namen, die sich gern als Hüter des “Christlichen Abendlandes” verstehen, möchten gern “Geister vertreiben”. Das lasse ich mal so stehen. Unklar bleibt, warum Geister sich nur durch ein privates Feuerwerk und nicht durch ein öffentliches vertreiben lassen. Etwa wie in Paris, Sydney, New York und all den anderen internationalen Großstädten, die mit dem “typisch deutschen” Verbot privater Feuerwerke bestens zurecht kommen.

Ein anderer Hüter des Abendlandes, Gerd Landsberg, Geschäftsführer des deutschen Städte- und Gemeindebundes, sagt: “Was wir in Deutschland wirklich genug haben, sind Verbote, Regelungen und ähnliches. Ich glaube, die Menschen werden das nicht akzeptieren.” Soso. Wir haben also bereits genug Verbote und Regelungen. Die Verbotsfestplatte ist voll, da können keine weiteren drauf. Stellen wir uns also drauf ein, dass es in Zukunft keine weiteren Verbote mehr geben wird. Keine gegen Mikroplastik, keine gegen neue Schadstoffe. Ab jetzt wird nichts mehr geregelt. Haben wir schon genug gemacht, muss reichen. Aber war es nicht eigentlich mal der Job der Politik, Regelungen zu lockern, wenn es sinnvoll erscheint und zu verhängen, wenn es nötig ist? Wir leben in einem ungeheuer freien Land, in dem Menschen noch nicht einmal mehr bei Rot an der Fußgängerampel stehen bleiben, weil sie es als unangemessene Einschränkung empfinden. Je öfter Politiker von Verbotskultur sprechen, desto stärker gräbt sich bei vielen Menschen ein, es sei unglaublich viel unnötigerweise verboten. Es ist populistisch und gleichzeitig ungeheuer dumm. Denn wer war doch gleich für Verbote und Regelungen verantwortlich? Werden Politiker so glaubwürdiger, oder stellen sie nicht eher die eigene Unfähigkeit unter Beweis? Angesichts der oben erwähnten Umfragen ist auch der letzte Satz von Herrn Landsbergs Aussage interessant. Aus Angst, eine Minderheit könnte eine Änderung nicht akzeptieren, stellt die Politik das Gestalten ein.

Draußen böllert es noch immer und mein Hund möchte bei Dunkelheit nicht mehr rausgehen. Aber gut, dass niemandes Freiheit eingeschränkt wurde.

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27 Kommentare

  • Antworten Ines Jank 1. Januar 2020 um 19:02

    Ich unterschreibe jedes einzelne Wort! Und das, obwohl ich kein Tier habe!
    Gut geschrieben, Heidi!

  • Antworten Birgit 1. Januar 2020 um 19:04

    Wie Recht du hast, Danke!

  • Antworten Hildegard 1. Januar 2020 um 19:07

    Dem ist nichts hinzuzufügen. Das Ganze hat nichts mehr mit Tradition zu tun. Es wird immer schlimmer, jedes Jahr lauter. Und je mehr Leute dagegen sind, desto mehr böllern die Gestörten. Du hast völlig Recht, da hilft nur ein absolutes Verbot und hohe Strafen. Euch ein frohes neues Jahr! Herzliche Grüße von Hildegard und Mija

  • Antworten Claudia Harfst 1. Januar 2020 um 19:09

    Du sprichst mir aus der Seele! – Wenn laut YouGov-Befragung bereits über 50% der Bundesbürger für ein Verbot von Böllern sind: Was hält die Verantwortlichen noch ab? Der Schutz der Pyromanen-Industrie??? Nicht nachvollziehbar!

  • Antworten Lena 1. Januar 2020 um 19:17

    Ja! Ja! Ja!
    Uns ging es genauso! Wie du schreibst, eine Nacht wäre zu überstehen, die Tage davor und heute, eine Qual …
    Wie appeliert man an die Ordnungshüter?!

  • Antworten Britta Niedergesäss 1. Januar 2020 um 20:04

    sehr gut geschrieben-und ja-es wäre an der Zeit gerade privates Feuerwerk abzuschaffen.Ich lebe in einem kleinen Ort in Griechenland und werde damit zum Glück verschont-bisher-denn langsam wird es auch hier modern.Aber ich habe soviele Hunde in Deutschland -als Ex-Pflegefrauchen-wo mir ihre Halter jedes Jahr von deren Qualen berichten.Wozu das alles noch ? Und mir soll keiner mit heidnischen Bräuchen und böse Geister kommen-die hatten damals noch nicht Lidl und co und noch ein Tip-bei mir kommen das ganze Jahr keine bösen Geister rein-denn alle meine Tiere sorgen dafür 🙂

  • Antworten Roselinde Klaas 1. Januar 2020 um 20:15

    Auch ich muss sagen obwohl ich in der Schweiz lebe wir haben hier mit dem gleichen Problem zu kämpfen. Es ist eine unmögliche Situation für Tiere und die Nerven. Aber man hat null Unterstützung das es einmal endlich durchgegriffen wird. Und so müssen die Tiere halt weiter unter dem Egoismus der Menschen leiden. Traurig aber leider all zu wahr!

  • Antworten Renate 1. Januar 2020 um 20:23

    Besser hätte ich es nicht ausdrücken können! Bei uns wird immer noch laut geböllert, mein Hund ist seit Tagen im Dauerstress, zum Pinkeln konnte ich sie heute mit Mühe nur 2 Mal überreden…

  • Antworten Christiane 1. Januar 2020 um 20:43

    Uns ging es nicht anders… ich kann nur sagen es war so schlimm mit an zusehen wie sehr sie gelitten hat. Ich hatte wirklich Angst um sie.nachstes Jahr fahre ich mit ihr irgendwo hin wo Böllern verboten ist… Naturschutzgebiet im Harz. Auch wenn mein Mann und ich getrennt feiern müssen da wir auch noch 3 Katzen haben. Soetwas kann und will ich meiner 12 Jahren alten Hündin und mir nicht mehr an tun….mein Silvesterabend war einfach nur grausam 😢😢😢

  • Antworten Doris 1. Januar 2020 um 21:17

    Hallo Heidi erstmal wünsche ich dir und Panini ein gutes 2020.
    Dein Aufsatz spricht mir aus der Seele! Es ist ihm nichts hinzuzufügen, trifft den berühmten Nagel…
    Leider sind unsere Politiker der Spielball der verschiedenen Lobbyisten und re(a)gieren entsprechend, weil sie niemand auf die Füße treten wollen.
    Wir hatten bis vor 1 1/2 Jahren mit unserer Alta ein zu tiefst angstvolles Hundemädchen, was Gewitter und Böller betrifft. Die ersten Jahre ist sie die glatten Wände hoch. Bis wir einen Tip meines Schwagers ausprobiert haben: sie durfte sich den Abend im Schrank verstecken bzw wurde da „eingesperrt“, mit Musik im Raum und es hatte ihr gutgetan – wenn wir so ab 1h die Schranktür öffneten, kam sie irgendwann entspannt raus…
    Aber es kann nicht sein, dass wir an ruhige Orte flüchten, unsere Tiere in Schränke verfrachten und die Wildtiere tagelang verstört sind.
    Nur damit die Böllerfans ihrer Lust frönen können!
    Es wird Zeit, dass die Böllerei verboten wird und somit auch die Folgekosten für Feuerwehr- und Polizeieinsätze nicht mehr in dem Maße der Allgemeinheit zugemutet werden muss.
    Von der Feinstaubbelastung ganz zu schweigen. Man muss sich das mal bewusst machen, dass in der einen Nacht soviel Feinstaub freigesetzt wird wie der Verkehr in zwei Monaten in die Luft bläst. Die CO2 Belastung ist bestimmt auch nicht ohne.
    Zudem sollten bis zum Durchsetzen eines endgültigen Verbotes die Preise der Böllerartikel vervierfacht werden – da würde sich dann doch die Mehrheit überlegen, etwas zu kaufen. (Wir haben eine Batterie gesehen für 340€. Für 10 Minuten Feuerwerk)

  • Antworten Irmi 1. Januar 2020 um 21:18

    Danke! Du sprichst mir aus der Seele! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
    Wir wohnen hier auf dem Land und trotzdem haben auch wir den Müll des Feuerwerks im eigenen Garten. Meine Hündin geht nur mit meiner Begleitung in denselben. Eigentlich ist sie schussfest, aber das ganz Drumherum ängstigt sie doch sehr. GsD vertraut sie mir so sehr, dass ich sie gut beruhigt bekomme.
    Ich wäre sehr für eine Abschaffung des privaten Feuerwerks! 👍🏻

  • Antworten Socke-nHalterin 1. Januar 2020 um 22:09

    Es gibt keinen Ort an dem nicht geknallt wird. Naturschutzgebiete ( z. B. Lüneburger Heide ) und Reetdächer (Nordfriesland) schrecken nicht ab. Wir haben alles probiert. Im Übrigen sind die Preise mittlerweile so hoch, dass sie kaum zu zahlen sind und die Orte sind überfüllt. Es ist kein Urlaub, es ist eine Flucht, eine Massenflucht.

    Für uns sind diese Tage die schlimmsten Tage des Jahres und Socke hat Angst ohne Ende, löst sich nicht, hechelt und weigert sich das Haus zu verlassen. Sie frisst nicht und verkriecht sich unter dem Tisch…. Wenn nur Silvester geknallt werden würde, wäre das schon gut. Aber die Tage davor und danach…. Es ist verboten, aber niemand hält sich dran, weil es nicht kontrolliert wird.

    Unser Nachbar bat einmal Jugendliche das Knallen vor unserer Tür einzustellen, weil sein Sohn so eine Angst hätte und sich übergeben würde. Leider hat er das vergessen und knallt heute selber. Wie kann das sein?

    Ich wünschte so sehr, dass man etwas tun könnte, um diesem Unsinn, dieser Luftverschmutzung und dem Krach Einhalt zu gebieten. Ich würde mir Lasershows wünschen. Die sind bunt und tun nicht weh.

    Ich bin froh, dass ab der nächsten Woche der Alltag zurück ist und die Knallerei eingestellt wird, bis zur nächsten Hochzeit, einem runden Geburtstag, einer Geburt und Halloween. Da wird bei uns nämlich auch geknallt.

    Viele traurige, wütende und nachdenkliche Grüße
    Sabine mit Socke, die Euch ein frohes, gesundes und glücklich machendes Jahr wünscht

  • Antworten Miriam 2. Januar 2020 um 9:00

    Dem Artikel ist nichts mehr hinzuzufügen. Wir haben Pferde, Katzen, Meerschweinchen und Hunde. Unsere jüngste Ponystute hatte von der Knallerei an Silvester eine Kolik. Unsere Hunde haben wir in die Küche gesperrt bei lauter Musik und wir haben seit dem Nachmittag das Haus nicht verlassen mit ihnen. So ist der Jahreswechsel doch wirklich angenehm… Und das nur weil es rücksichtslose Menschen gibt, die furchtbaren Lärm und Gestank machen müssen.
    Liebe Grüße
    Miriam

  • Antworten Marlies 2. Januar 2020 um 16:44

    So ein toller Artikel wieder mal!
    Jedes Jahr rege ich mich mehr auf über die rücksichtslose Ballerei – seit ich einen Hund habe.

    Früher hat mir das nie etwas ausgemacht, denn meine Katzen blieben völlig gelassen. Meine Hündin allerdings lebt wochenlang in Furcht und Schrecken. Sie muss ja nun mal nach draußen! Und hier bei uns ist es leider so, dass das Geknalle schon um Weihnachten herum losgeht und noch bis in den Februar dauern kann. Tja, und es gibt auch das ganze Jahr über Feiern, bei denen einige Leute ebenfalls nur mit Böllern ihrer Freude Ausdruck verleihen können. Ich hörte von einem jungen Hund, der deshalb vor Schreck gegen einen Zaun sprang und sich das Genick brach! Das war mitten im Sommer, mit so was rechnet man doch als Hundebesitzer gar nicht.

    Merkwürdigerweise hat meine Hündin dieses Silvester recht gut überstanden. Sie war etwas nervös, aber nicht in Panik, so wie in allen anderen Jahren. Das kleine Eierlikör-Fläschchen stand schon bereit, aber es brauchte gar nicht zum Einsatz kommen.
    Tja, was macht man nun damit? Ich muss es wohl wegschütten.
    🙂

    Schlimmer waren eben die ganzen Wochen zuvor. Auch gestern Abend wollte Anni noch nicht wirklich nach draußen, nur gaaanz kurz. Es gibt hier vor dem Nebenhaus ein Beet mit sehr niedrigen buschigen Pflanzen, da mittendrin sieht der große Bumm sie nicht. Da kann sie dann “ausse Büx”.

    Silvester geht sie mittags zum letzten Mal raus (so zwischen 14 und 16 Uhr) und dann hält sie klaglos durch bis zum anderen Morgen! Leider wird es erst nach 6 Uhr langsam ruhig, so dass man mit ihr aus dem Haus gehen kann. Aber 15 Stunden ohne Pinkeln, das kriegt sie hin.
    Annis zweiter Vorname ist “Eisenblase”.

  • Antworten Nicole Dambacher 2. Januar 2020 um 20:33

    Ich stimme dir voll und ganz zu. Mein Hund ist zwar sehr entspannt an Silvester (gewohnte Umgebung bei mir zuhause, Rollladen unten, Radio/Fernseher an und ich immer in der Nähe) aber das Gassi gehen den Tag über macht mir schon Angst , ich bin entsetzt darüber wie früh immer angefangen wird zu schießen und ich hoffe, dass so viel Lärm und Müll bald verboten wird.

  • Antworten Gundula Koch 2. Januar 2020 um 20:46

    Habe das selbe Angstproblem mit 2 meiner Katzen – denen stehen Furcht und Panik bei jedem Böller ins Gesicht geschrieben – sitzen paralysiert und zitternd stundenlang unterm Sofa oder Schrank und es bricht einem fast das Herz. Darf gar nicht am meine Streunerkatzen oder Vögel denken, die ich füttere und denen ich nicht mit Musik und liebevoller Nähe helfen kann.

    Und dann hört man nach dem ganzen tagelangen Irrsinn vom Drama in Krefeld ! Ich konnte nur noch weinen … Tiere, die Opfer der menschlichen Dummheit sind, gibt es leider tagtäglich, vermehrt an Silvester, aber das war der Gipfel ! 30 jämmerlich verendete Tiere aufgrund einer verbotenen Himmelslaterne !

    Ich würde grundsätzlich den Verkauf von Feuerwek an privat verbieten (was natürlich keiner macht, weil dieser Verkauf viel zu viel Geld in die Taschen aller Beteiligten spült) – warum keine Silvestersteuer von 1,– € erlassen und den Städten und Kommunen zur Verfügung stellen ? Die machen dann ein schönes Feuerwerk von 0.00 h – 0.15 h und gut ist ! Emissionen, Feuerwehr- und Müllentsorgungskosten klein gehalten, Tiere nur 15 min. in Panik versetzt und keine Verletzten durch die Böllerei UND bunte Lichtlein am Himmel gesehen ! Es gibt dümmere Steuereinsätze !

  • Antworten Dora Schneider 3. Januar 2020 um 19:06

    Wie recht Du hast. Will mann etwas sagen oder unternehmen wird man abgespeist. Bei uns der Gemeinderat sogar ende August ein Feuerwerk von einem Privaten bewilligt der seinen Geburtstag feiern wollte. Ich habe mich schon im vorraus beschwert ist aber nichts unternommen worden. Soviel zum Umweltschutz da müsste man eigentlich bei jedem einzeln l anfangen.

  • Antworten Dani 3. Januar 2020 um 19:19

    Ich danke dir für dieses Artikel. Du hast so recht!

    Liebste Grüße
    Dani mit Inuki und Skadi

  • Antworten Christian Beck 3. Januar 2020 um 20:58

    Meine 2 Hunde hatten zu Silvester auch keine gute Zeit. Ida ist sobald es draußen geballert und gepfeift hat in der ganzen Wohnung herum gesprungen. Sie wollte immer raus wir haben sie aber nicht gelassen. Rocky war eher ein wenig ruhiger, aber auch er hat gebällt als Ida los legte. Warum das Böllern nicht verboten wird, naja ich vermute mal stark weil es um Geld geht. Genaue Zahlen hab ich nicht aber ich denk mal 2019 würden über 100 Millionen für die Böllerei ausgegeben. Rechne ich davon allein nur die Mehrwertsteuer sind das einige Millionen für Vaterstadt. Ich glaube nicht das er auf dieses Geld verzichten will. Natürlich kann man jetzt sagen Polizei, Feuerwehr und Co kosten an diesen Tagen auch viel Geld, weil mehr Kräfte eingesetzt werden müssen. Aber ich befürchte das die Rechnung für unsere Regierung aufgeht und sie immer noch genug Gewinn damit machen. In unserem Leben dreht sich sehr viel um Geld leider. Ich müss nicht Böllern an Silvester ich kann auch ohne bum bum feiern, aber das wollen nicht alle.

  • Antworten Felix 3. Januar 2020 um 23:42

    Ich bin gerade durch einen Link auf Facebook auf diesem Text gelandet – und danke für die offenen (und so richtigen!) Worte. Ich habe diesen Jahreswechsel mit Hund und Katze nur mit Musik bei maximal-erträglicher Lautstärke, abgedunkelten Fenstern und verschlossenen Türen einigermaßen überstanden. Beide haben trotzdem wie wild gezittert, meine Hündin hat gehechelt wie bekloppt und ist dann gegen 3.30 Uhr völlig erschöpft eingeschlafen. Mir fehlt dafür das Verständnis. Und vor allem: Mit der Böllerei haben die hier in Hamburg schon zwei Tage vorher angefangen und bis heute zünden sie immer wieder welche…

  • Antworten Helga 3. Januar 2020 um 23:45

    Ich stelle fest: Text und sämtliche Kommentare sind von Frauen. Gibt es in diesem Forum nur Frauen oder ist Böllern eine männliche Erscheinung???

    • Antworten Heidi 3. Januar 2020 um 23:50

      Doch, gerade eben gab es einen kommentierenden Mann. 😀
      Um ehrlich zu sein könnte es auch daran liegen, dass meine Leser(innen) überwiegend weiblich sind…

  • Antworten Dagmar Böhmer 5. Januar 2020 um 13:40

    Eine sehr gelungene Zusammenfassung aller Gründe für ein Böllerverbot. Ich war mit meinem Hund im nahgelegenen Flughafen und siehe da, es waren noch jede Menge anderer Hundebesitzer mit ihren Hunden dort. Es war total ruhig, es ergaben sich mal hier und mal dort Gespräche und im Hintergrund leise beruhigende Musik. Also ein Flughafen ist eine tolle alternative, es ist warm und der Hund hat mit seinem Menschen auch ausreichend Auslauf. Für mich wirds zukünftig immer der Flughafen sein ;-), solange es nicht verboten ist, zu böllern.

    • Antworten Heidi 5. Januar 2020 um 13:56

      Ich habe auch schon an den Flughafen gedacht, aber wir müssten schon am Nachmittag hin und eigentlich auch gleich zwei Tage bleiben bis das Schlimmste vorbei ist. Am 1.1. wird ja immer noch geschossen …

  • Antworten Weib Yvonne 7. Januar 2020 um 15:40

    Liebe Heidi,
    alles Gute für das Jahr 2020!
    Vielen Dank für diesen Text, ich unterschreibe ebenfalls.
    Bei uns(Großstadt) wird ab dem 28.12. bis zum 05.01. geknallt – plus während des Jahres mehrfach wegen diverser privater Anläße. Die Menschen bunkern offenbar heftig, damit übers Jahr verteilt, weitere Events beknallt werden können. 🙁
    Meine Kinder mögen die Knallerei nicht, meinem Rüden ist es egal, solange ich da bin. Meine Hündin jedoch ist außer sich. Tagelang. Trotz vorab langfristiger Medikation. 🙁
    Kürzlich las ich, die Knallerei sei Machtdemonstration durch Verschwendung.
    Wir alle verschwenden jede Menge Nerven, Gesundheit und Steuergelder fürs Aufräumen, um diese “Tradition” am Leben zu erhalten. Genug ist genug – ob mit oder ohne Haustier.

  • Antworten Manuela R-Heindl 7. Januar 2020 um 23:16

    Hallo,
    wir wohnen in der Lüneburger Heide, in einem kleinen Ort nahe Schneverdingen, die Zeit zw. 23:15 und 00:45 Uhr haben wir auf einem Parkplatz abseits der Ortschaften verbracht, unserem Hund zuliebe . Wir waren nicht allein…

    Damit konnten wir den größten Lärm umgehen,
    auch auf dem Land entkommt man diesem Irrsinn nicht mehr.
    LG Manuela und Finley

  • Antworten Günther Plähn 8. Januar 2020 um 12:12

    Hallo Heidi
    Ich teile zu 100% diesen Artikel. Meine Partnerin, unser Hund und ich , flüchten jeden Silvester vor dem Terror. Diesmal versuchten wir es in Dänemark. Haus mit Reetdach mitten im Wald. Wir glaubten uns relativ sicher. Aber wir haben nicht mit der Ignoranz der Erbsenhirne gerechnet. Es wurde geböllert was das Zeug hält. Fazit: Viel Geld ausgegeben, Hund war 3 Tage verängstigt.
    Dieses dumme Gerede von Tradition ist nicht zu ertragen. Die Millionengewinne haben Tradition durch den Schutz der Gesetzgebung. Sollte die Böllerei wirklich mal abgeschafft werden, werden die Stimmen der Knallfrösche mit der Ruhe zu Silvester auch schnell leiser.
    Liebe Grüße
    Günther

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