Drinnen

Der Fall Hilde – wie Ildikó von Kürthy für Vermehrer wirbt.

8. Februar 2018

Mitte Dezember 2017 erschien ein neues Buch der Bestseller-Autorin Ildikó von Kürthy. Es heißt „Hilde – Mein neues Leben als Frauchen“ und handelt von dem neuen Familienmitglied im Hause der Autorin, einem Mini-Goldendoodle. Ich muss zugeben, es fällt mir nicht ganz leicht, dieses Buch NICHT in Gänze zu rezensieren, denn es hat meinen Blutdruck kräftig in die Höhe getrieben und das hatte er nicht nötig.

Würde ich jedoch alles zusammenfassen wollen, was mir an diesem Buch unangenehm aufgestoßen ist, würde das erstens viel zu lange dauern und zweitens hat mich niemand genötigt, das Buch zu lesen. Wer schlechte Bücher zu Ende liest, ist selbst Schuld. Es gibt jedoch einen Grund, weshalb ich nicht abgebrochen habe und auf den will ich mich konzentrieren.

Erlaubt mir nur ein paar kurze Bemerkungen, bevor ich zum eigentlichen Thema komme. Die Lebenswelten von Hundehaltern sind ebenso unterschiedlich, wie die ganz persönlichen Beziehungen von Mensch und Hund. Es ist bemerkenswert, wie Frau von Kürthy völlig ungeachtet dessen eine knallharte und allgemeingültige Analyse darüber zu liefern beansprucht, wie Hundehalter heute nun mal sind: Humorlos, unentspannt, überbehütend, vermenschlichend. Dumm nur, dass ihr als Basis ihrer Erhebungen offensichtlich diverse Alster-Schabracken aus den von ihr nervtötend oft benannten „Adresslagen“ dienten, in denen die Hunde „Tashima“ heißen und in Taschen herumgetragen werden. Die Hunde, die ich kenne, heißen Freddie, Susi, Konrad, Heidi, Lucy oder Balu und können auf eigenen Füßen laufen. Übrigens in der Mehrzahl Tierschutzhunde, aber dazu komme ich gleich noch.

Eine Reihe seltsamer Begebenheiten.

Was Frau von Kürthy mit ihrem Hund ansonsten anstellt, geht mich weiter nichts an, auch wenn ich hier einiges unter der Kategorie „verwunderlich“ ablegen würde. Verwunderlich etwa, dass man von Hamburg ins Ruhrgebiet fährt, um einen Welpen zu kaufen, kein Geld dafür mitnimmt, dann versucht, sich von wildfremden Menschen € 500,- zu leihen, um hernach über all diejenigen herzuziehen, die dem Wunsch nicht stattgeben. Verwunderlich, dass man einen acht Wochen alten Welpen auf einen nicht bezahlten, sündhaft teuren Teppich treffen lässt, über dessen Anschaffung man noch nachdenken wollte. Dass man eine läufige Hündin (!) 20 Minuten unbeaufsichtigt vor einem Geschäft anbindet, um dann auf den „Vollidioten“ zu schimpfen, der seinen intakten Rüden daneben anbindet. Dass man einen mit frischer Entenkacke eingesauten Hund in einem Sandkasten eines öffentlichen Spielplatzes baden lässt. Dass man mit Einkäufen nach Hause geht und seinen Hund vor dem Supermarkt vergisst. Es ist wirklich einiges verwunderlich in diesem Buch. Das hätte mich jedoch alles nicht zu einem Blogartikel bewogen. Nicht mal die gefühlt 278 Anspielungen auf die Gewichtsprobleme der Autorin und die waren wirklich das Nervendste, an was ich mich je bei einem Buch erinnern kann.

Wirklich ernst wird es jedoch bei Hildes Herkunft.

„Der große Fehler mit Hunden geschieht im Moment der Anschaffung. Und den habe ich nicht gemacht.“ (Ildikó von Kürthy, NDR-Talkshow 15.12.2017)

Die Autorin besitzt eine ganze Regalwand mit Welpenbüchern. Schreibt sie. Üblicherweise steht in Welpenbüchern, worauf man bei der Anschaffung eines Hundes achten soll. Und wie man einen guten Züchter erkennt. Das hat Frau von Kürthy aber entweder nicht gelesen oder nicht verstanden. Sie fährt ca. 350 km zu einem „Züchter“, der Mini-Goldendoodle anbietet, Hybriden aus Zwergpudeln und Golden Retrievern. Goldendoodle gelten als „Allergikerhunde“, weil sie kaum haaren. Ein pflegeleichter Hund soll es sein, keiner der Ärger macht oder aufwändig erzogen werden muss. Ein legitimer Wunsch, wobei mir die im Buch beschriebene Pflegeleichtigkeit doch sehr weit ging. Aber nun gut. Woher bekommt man einen Mini-Goldendoodle? Viele Adressen gibt es in Deutschland dafür nicht.

Gut informiert: Frau von Kürthy wählt einen “Züchter”

Die wesentlichen beschriebenen Eigenschaften des von Frau von Kürthy ausgewählten „Züchters“ seien hier kurz skizziert:

  • Er drängt sie am Telefon, sofort zu kommen, sonst wären die Welpen weg
  • Er bedrängt sie vor Ort, sich sofort zu entscheiden, in zehn Minuten (!) kämen weitere Interessenten
  • Er interessiert sich nicht im Geringsten für die Lebensumstände, in die der Hund kommen soll
  • Die angebliche Mutter der Welpen befindet sich in „einem Gehege nebenan“ (darf dann auch besichtigt werden)
  • Er ist sehr unfreundlich

Frau von Kürthy hat mit alledem nicht das geringste Problem und kauft schließlich nach einem kleinen Geldbeschaffungsintermezzo einen Welpen für € 1.500,-. Weil sie ja mehr so ein spontaner Typ ist.

Das wäre für sich genommen schon nicht eben eine Großtat. Aber der Irrsinn geht weiter. Denn schon vor Erscheinen des Buchs beginnt die Werbetour. Hilde ist niedlich und knopfäugig und ruft bei vielen Begegnungen die Frage „Wo ist die denn her?“ hervor. Bereitwillig benennt Frau von Kürthy den „Züchter“, so dass kurze Zeit später die Mutter eines Schulkameraden von einem der Söhne ebenfalls mit einem goldigen Wuschel nach Hause zurückkehrt. Sehr kurze Zeit später. So kurz, dass selbst Frau Kürthy sich wundert, wo denn so schnell neue Welpen herkommen können.

Im Buch wird der Ort genau benannt, in dem der „Züchter“ Hof hält, so dass Google sehr schnell alle notwendigen Informationen ausspuckt. So lässt sich auch eine Seite finden, auf der sich Kunden unter anderem dieses „Züchters“ austauschen. Dort wird von einer Fülle von Ungereimtheiten berichtet, insbesondere die Flut der Würfe macht stutzig. Teilweise haben Kunden keinen Kaufvertrag bekommen. Man hat ihnen erzählt, dass es nur einmal im Jahr einen Wurf gäbe. Mühelos lässt sich mit Hilfe dieser Seite rekonstruieren, dass der „Züchter“ Hunde etwa mit folgenden Geburtsterminen verkauft hat. (Wobei nur die Daten aufgeführt sind, zu denen sich ein Kunde auf der Webseite meldete. Es ist anzunehmen, dass die Liste nicht vollständig ist.)

  • 16.11.2014
  • 20.02.2015
  • 19.04.2015
  • 28.09.2015
  • 10.10.2015
  • 25.10.2015
  • 07.11.2015
  • 01.01.2016
  • 20.01.2016

Entweder, es handelt sich um eine erstaunliche Menge Hündinnen oder die Hündinnen werden ständig belegt oder beides. Wie man es auch dreht und wendet: Eine seriöse Zucht kann das nicht sein. Ganz offensichtlich handelt es sich um eine Massenproduktion von gefragten Modehunden, gemeinhin werden die Anhänger solcher Geschäftsmodelle als Vermehrer bezeichnet.

Ganz schön blöd – ihr alle anderen.

Sogar Frau von Kürthy ist aufgefallen, dass hier etwas nicht stimmen kann, sie findet es aber offenkundig total lustig. In großer Flockigkeit und nicht ohne Stolz schreibt sie, ihr Hund hätte eine „zweifelhafte Herkunft“. In Interviews wird munter damit kokettiert. Schließlich hebt sich die Autorin sehr gerne ab. Besonders von Herrchen und Frauchen, die sich einen Rassenhund ausgesucht haben. Nein, man weiß doch, dass das alles Qualzuchten sind. Ganz anders ihr fröhlicher, natürlicher Mischling! Dass in ihrem Mischling mit dem Goldie ein Modehund steckt, der seinerseits ein Opfer hastiger Vermehrung ist und der infolgedessen anfällig für unzählige Krankheiten ist (z.B. HD, ED, Augenerkrankungen, Herzfehler oder Epilepsie) ficht Frau von Kürthy nicht an. Das muss man erst einmal hinkriegen – selbst seinen Hund spontan bei einem Vermehrer kaufen und sich dann über solche Hundehalter lustig machen, die Wert auf eine hochwertige Zucht legen. Frau von Kürthy schafft das spielend.

Und natürlich bekommen auch die anderen ihr Fett weg. Der einzige im Buch vorkommende Tierschutzhund ist ein traumatisiertes und von Schmerzen terrorisiertes Tier aus Rumänien, das mehrere Gewehrprojektile in sich trägt, deshalb daueraggressiv ist und nur maulkorbtragend auf die Straße darf. Gleichwohl versucht der Hund, das arme Hildchen scheinbar zu zerfleischen. Sein Herrchen wird dann auch schon mal als „Gutmensch“ bezeichnet.

Und dann wird Christoph Jung zitiert, ein kluger engagierter Mann, der darauf hinweist, dass auch ein Hund aus einer Tötungsstation im Ausland das Produkt einer eiskalten Handelsmaschinerie sein kann. Damit hat er zweifelsohne Recht. Doch natürlich bedeutet das nicht grundsätzlich, dass ein Tierschutzhund – sorgfältigst ausgewählt – nicht dennoch eine gute Idee sein kann. Tierheimhunde kommen im Buch überhaupt nicht vor, nicht einmal als Fehlgriff. In jedem Fall läuft der Rechtfertigungsmotor von Frau von Kürthy wie geölt. Am Ende bleibt die fröhliche und ohne jegliche Selbstkritik vorgetragene Erkenntnis, dass die meisten Menschen bei der Anschaffung ihres Hundes gänzlich falsch liegen – nicht so sie selbst.

Kleinanzeigen sind teuer – ein Platz in einem Bestseller gratis.

Und so kann man denn auch vor einem Millionenpublikum der Leserschaft getrost den Ort nennen, aus dem Hilde stammt. Man kann Hildes niedliches, sanftes, unkompliziertes Wesen beschreiben, ohne sich auch nur eine Sekunde der Verantwortung bewusst zu sein, die man hat, wenn sich so viele Menschen mit einem selbst identifizieren. Die unzähligen kokett vorgetragenen Missgeschicke, die zahllosen Unzulänglichkeiten, mit denen von Frau von Kürthy hausieren geht, haben mich unsagbar genervt, aber genau dafür wird sie geliebt. Für das „Nicht-perfekt-sein“. Viele Frauen identifizieren sich mit ihr und verschlingen deshalb ihre Bücher, weil darin eben immer mal was schief geht. Sie lernen hier: Rassehunde sind überzüchtet und krank, Tierschutzhunde traumatisiert und überfordernd. Aber so einen niedlichen, fröhlichen Knopfaugenwuschel – den schaffe ich auch. Wenn die Ildikó das schafft … Wie gut, dass die Bezugsadresse gleich mitgeliefert wird!

Ein Herr, für den niemand mit einem Hauch Hundewissen und gesundem Menschenverstand Werbung machen würde, bekommt hier die Gratismarketingmaschine einer Bestsellerautorin geliefert. Im Ruhrgebiet dürfte die Welpen-Produktion seit Wochen auf Hochtouren laufen. Ich vermute zu Gunsten der Autorin, dass hier jemand nicht wirklich dumm ist, aber sehr geübt darin, sich dumm zu stellen. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, das Buch einer erwachsenen Frau zu lesen. Wenn man mit fast 50 Jahren so sehr darauf bedacht ist, sich mit anderen zu vergleichen (das ganze Buch ist ein einziger nicht enden wollender Vergleich), wenn man sich immer noch so sehr mit Äußerlichkeiten beschäftigt, dann übersieht man wohl inmitten der Nabelschau, dass man auch Verantwortung hat, mit dem, was man so rausbläst.

Martin Rütter, der ebenfalls im Buch vorkommt, wird nicht müde, bei jeder Gelegenheit „Geht in die Tierheime, dort warten jede Menge tolle Hunde!“ zu sagen. „Geht zu Vermehrern!“ habe ich ihn noch nicht sagen hören. Diesen Part übernimmt jetzt Frau von Kürthy.

Übrigens: Die Netzgemeinde, sonst um keinen Wirbel verlegen, schweigt. Niemand findet irgendetwas seltsam daran, dass sich jemand eines Hundes aus „zweifelhafter Herkunft“ brüstet. Aus diesem Grund habe ich mich durch ein Buch gequält, was ich sonst nicht gelesen hätte. Ich wollte es dann doch mal deutlich gesagt haben:

„Das kann man schon so machen, Frau von Kürthy. Aber dann isses halt Scheiße.“

 

Update 9.2.2018: Es hat mir irgendwie keine Ruhe gelassen und ich habe noch ein bisschen weiter recherchiert. Der Herr, für den Frau von Kürthy so bereitwillig Werbung macht, hat sich mit den Goldendoodles neu erfunden. Davor “züchtete” er Puggles, eine Mischung aus Beagle und Mops, davor Beagle. Bereits die Beagle-Welpen wurden im Wochentakt angeboten. Käufer der Puggles berichten, dass sie keine Elterntiere gesehen haben. Ferner hat er offenbar schon Frengles (Mix aus Beagle und Bulldogge), Berner-Sennenhunde. Labradore, Golden Retriever, Münsterländer, Yorkshire Terrier, Westies, Jack Russell und Weimaraner zum Verkauf angeboten. Leider gibt es aus dieser Zeit kaum noch einen nachlesbaren Austausch der Betroffenen, weil die Hunde längst verstorben sind, oft sehr früh, viele waren krank, starben an Parovirose. Labradore litten unter hochgradiger HD. Die Welpen waren regelmäßig nicht geimpft, Hundehalter berichten von ausländischen Ländercodes auf den Mikrochips, Rassehunde wurden ohne Papiere verkauft. Einen phantasievollen Zwingernamen hat er inzwischen abgelegt, so dass man ihn schwerer googeln oder rechtlich belangen kann. Aber ja: Es ist ein- und derselbe Herr. Ach, hätte Frau von Kürthy doch ein Buch über die Dellen an ihren Oberschenkeln oder die Länge ihrer Nasenhaare geschrieben. Über irgendetwas, was sie wirklich ernsthaft interessiert.

Update 20.2.2018: Inzwischen hat sich Frau von Kürthy in einem Facebook-Statement zu Wort gemeldet. Die Vorwürfe seien absurd, sie habe in dem Buch eindringlich vor dem Züchter gewarnt. Mehr sei aus rechtlichen Gründen einfach nicht möglich gewesen. Es gelte schließlich die “Unschuldsvermutung”, man könne ja nichts beweisen. Und man bewege sich schließlich nicht in einem “rechtsfreien Raum”. Die Freundin, die ebenfalls einen Mini-Goldendoodle aus der gleichen Quelle angeschafft habe, habe sie ja noch nicht warnen können, da habe sie ja noch gar nicht wissen können, dass mit dem Züchter etwas nicht stimmt.

Dazu kann ich nur feststellen: Dass der Züchter unseriös ist, war allein aus den oben genannten Gründen klar ersichtlich. Hätte man nur 10 Minuten gegoogelt BEVOR man dort hinfährt, hätte man weitere unzählige Indizien gefunden. Aus der Vergangenheit des Herrn (überwiegend vor der glorreichen Goldendoodle-Zeit) findet man in Foren Statements wie diese:

“Ich habe dort angerufen und mich einmal erkundigt. Man sagte mir, dass die einzelnen Welpen von verschiedenen privaten Höfen kämen und sein Sohn bei sich die Welpen all in Empfang nimmt und für alle eigentlichen Besitzer an Interessenten verkauft!”

“Zwei Tage, nachdem wir die Kleine hatten, brach die Krankheit Parovirose aus (…) Natürlich riefen wir den Züchter an, er meinte, dass er sich das nicht erklären könne und im gleichen Atmezug fragte er “Wollen Sie einen anderen Hund oder das Geld zurück?” (…) ich entschied mich dafür einen anderen Hund zu nehmen, schon allein für meine Tochter. Der neue Hund war die Schwester unserer verstorbenen Labbi-Hündin. (…) Was der Tierärztin nur komisch vorkam, war, das auch unsere jetzige Hündin an Parvo erkrankt sein müsste (…) Mit 4-5 Monaten humpelte die Kleine. Sie drehte ihre Hinterbeine beim Gehen ein. Wir mussten sie zur Wiese tragen, damit sie ihr Geschäft verrichten konnte. (…) Beidseitige schwerste HD. Sofort riefen wir beim Züchter an. Der konnte sich natürlich nichts erklären und suchte die Schuld bei uns. (…) Viele Mails bekam ich von Leuten, die auch von diesem Züchter einen Hund kauften, deren Hunde auch schwer krank waren (…)”

Die gleiche Hundehalterin schreibt in einem anderen Forum, dass auch dieser Hund früh starb: “Ich doof habe mich dann damals auch noch drauf eingelassen, dann “als wiedergutmachung” das Schwesterchen meiner verstorbenen Hündin zu nehmen! Leider war diese Hündin auch sehr krank! Sie wurde nur 5 Jahre alt! Was sie alles hatte, kann ich bald nicht mehr aufzählen aber der TA war ihr zweites zuhause!”

“Sorry, aber du bist einem der größten Hundehändler aller Zeiten aufgesessen. Für die Papiere brauchst du dir wirklich nicht die Mühe machen. Sie sind das Geld nicht Wert. ”

“Unser Sparkey ist ein tolles Tier. Allerdings habe ich bei ihm sehr schnell wahnsinnige Ängste festgestellt. (…) Noch schlimmer finde ich, dass Sparkey nun schon wieder sehr krank ist. (…) konnte sich nicht alleine hinlegen und wieder aufstehen. Beim hochheben hat er vor Schmerzen gejault. (…) Der Tierarzt geht davon aus, dass es Hirnhautentzündung ist. (…) Ich habe versucht, den Züchter zu kontaktieren, was allerdings misslang. Ich wollte wissen, ob bei den Elterntieren schon etwas derartiges vorgekommen ist. Null Reaktion! (…) Bei uns war sowieso viel im Argen. Die Tierärztin hat sofort bemängelt, dass der Impfpass zu jedem Hund gehören könnte. Nicht vollständig ausgefüllt. Sparkey war nicht vollständig geimpft, gechipt, wie beschrieben war er auch nicht (dem Züchter sind die Chips ausgegangen…)”

“Ich hatte einen Frengle von diesem Vermehrer. Sie ist jetzt tot. Gestorben an einem Gendefekt mit 16 Monaten.”

“Leider musste ich Antonia im März im Alter von nur 6 1/2 Jahren einschläfern lassen. Der “Züchter” hatte damals zig Rassen an Hunden (sieben).”

“Ich weiß, dass Herr X kein guter Züchter, sondern ein Hundevermehrer ist. (…) Ich suche nur Verwandte von Lou, weil ich denke, wir könnten zusammen was gegen diesen Züchter erreichen. (habe schon mehrere gefunden, deren Hunde an Parvo eingegangen sind oder unter schwerster HD leiden)”

“Ich hatte eine Bekannte in unserer Hundeschule auch mit einem Berner von diesem Züchter. Er wurde nur ca. 2 Jahre alt und ist, wenn ich mich recht erinnere, an Nierenversagen verstorben (…) er war auch öfter krank, hatte eine Augen OP usw.”

“Jau mein Puggle ist auch aus dorther. Er ist Gottseidank gesund ,als ich ihn eine Woche hatte, bin ich zu meinem TA gegangen,damit er ihn mal untersucht.
Mein TA sagte mir, er hat einen Ausländischen Chip und noch so einige Dinge möchte mir aber nicht hier den Mund verbrennen. Habe ihn dann sofort nachimpfen lassen und Wurmkur gemacht.Obwohl dieser Mann gesagt hat das brauche ich erst im neuen Jahr zu machen.Dann den Herrn angerufen von dem ich ihn habe. Er war sehr empört über das was ich ihm erzählt habe. (…) Zu mir war er auch sehr kurz angebunden,was ich eigentlich auch nicht von einem Züchter kenne,wir hatten vorher einen Bullterrier und haben viele Züchter besucht wenn Welpen da waren,aber da war alles anders.(…)Und warum hat dieser Herr keinen großen Puggle den er den Leuten mal zeigen kann?”

“Das stinkt alles bis zum Himmel finde ich. Er sagte mir nur, dass er nur 2 Würfe pro Jahr hat, aber wie sich nun rausstellt, handelt es sich ja um eine Massenzucht! Wieviele Hündinnen hat er denn wohl? Ich habe ihn am Sonntag angerufen und ihn darauf angesprochen, er wurde direkt unverschämt und meinte, er hätte mehrere Hündinnen und mehrere Welpenspielräume. Hat er mir aber alles nicht gezeigt. Oskar war der letzte aus dem Wurf, er hätte mir auch die jüngeren Welpen zeigen können. Hat er aber nicht mit der Begründung, dass jeder Züchter die Ältesten zuerst verkaufen.”

“Unsere Maus war auch noch schwer krank und musste gleich operiert werden. Sie hatte einen verlagerten Harnleiter. (…) Herrn X wollte ich darauf ansprechen, aber keine Reaktion. Auch auf die Frage, wann ich meinen richtigen Kaufvertrag zugeschickt bekomme, keine Reaktion. Wir haben lediglich eine Quittung.”

Und so weiter. Und so fort. Frau von Kürthy spricht angesichts dessen davon, dass sie ja nichts weiter als eine vage “Ahnung” habe, dass es nicht ganz mit rechten Dingen zu geht.

Ich habe in dem Buch nur eine Warnung gelesen und das ist die vor Tierschutzhunden. Vor dem Züchter wird so sehr gewarnt, dass er in Talkshows munter zitiert wird mit dem Satz (sinngem.) “Wenn sie es mit diesem Hund nicht schaffen, schaffen sie es mit keinem”. Zitiert man jemanden, vor dem man warnt? Auch der Verlag geht munter mit diesem Zitat ins Marketingrennen.

In keiner Talkshow, in keinem einzigen Interview, hat Frau von Kürthy sich warnend geäußert. “Ich würde allerdings heute nicht mehr zu diesem Züchter gehen, da wirkten doch einige Dinge dubios und im Nachhinein würde ich sagen – das war keine seriöse Adresse und ich hätte dort besser keinen Hund gekauft.” Das kann man nicht sagen? Wegen der “Unschuldsvermutung”?? Sie warnt nicht. Nicht im Buch und nicht in Interviews. Stattdessen gibt es das markige Statement, wir erinnern uns:

„Der große Fehler mit Hunden geschieht im Moment der Anschaffung. Und den habe ich nicht gemacht.“

Das beziehe sich ja nur auf die Rasse, sagt sie.

Es bleibt also dabei. Verantwortung ist wohl einfach nicht so das Ding von Frau von Kürthy.

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Bild: Das Bild zeigt nicht Hilde, sondern einen unbekannten Goldendoodle. © gacolerichards – istockphoto.com

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31 Kommentare

  • Antworten Jennifer Regenbrecht 8. Februar 2018 um 14:14

    Vielen Dank für ihre Kritik.Ich bin entsetzt und das soll eine Bestseller Autorin sein ???

  • Antworten Vivian 8. Februar 2018 um 15:24

    Amen!
    Kann man das irgendwo mal posten? Damit die Dame dazu mal Stellung nehmen muss?

    • Antworten Heidi 8. Februar 2018 um 16:34

      Hallo Vivian,
      was sollte sie schon sagen? In dem Buch ist bereits alles gesagt.

  • Antworten Wolfhart 8. Februar 2018 um 16:11

    Mensch Heidi,
    Du hast aber wirklich mal so richtig keine Ahnung. Schau Dir doch mal bitte die Seite des liebevollen Züchters an. Gut, Stammbäume gibt es da jetzt keine, aber dafür doch soooo süße Fotos von Kindern mit Welpen. Und dann bietet er auch noch das speziell auf diese Rasse abgestimmte Futter an. Da bekommste mal eben das Rundum-Sorglos-Paket geliefert. Ich weiß wirklich nicht was es da jetzt zu meckern gibt, ist doch alles super.
    LG Wolfhart
    PS: Ironiemodus war wohl „versehentlich“ eingeschaltet, ist jetzt wieder aus
    PPS: muss weg, mir ist übel!

    • Antworten Heidi 8. Februar 2018 um 16:37

      Das ist das Schöne: Bei einer nicht anerkannten Rasse muss man sich mit solchen Lappalien wie Stammbäumen, Herkunfts- und Gesundheitsnachweisen gar nicht erst aufhalten. Genial.

  • Antworten Anja 8. Februar 2018 um 16:46

    Hallo Heidi, vielen Dank für diesen Text! Ich habe das Buch ebenfalls fast gelesen, nämlich nur zur Hälfte, weil ich die Absonderlichkeiten darin echt nicht mehr aushalten konnte, vor allem die weinerliche und selbstmitleidige Art, mit der Frau v. Kürthy die erste Zeit mit Hilde beschreibt. Außerdem ging mir die sehr eigenartige Haltung ihrem Hund gegenüber auf den Wecker. Es ging ja immer nur um sie und ihren ambivalenten Gefühlszustand! Die ganze Zeit über hatte ich den Eindruck, die Frau solle lieber mal eine Therapie wegen ihrer Midlifekrise beginnen und den Hund lieber fähigen Leuten überlassen, die nicht so grün hinter den Ohren sind und völlig jenseits der Realität stehen. Die Geschichte mit dem dubiosen Züchter ist mir auch sonderbar vorgekommen. Tut die nur so oder ist sie so weltfremd? Letzten Endes ist es wohl so, dass Frau v. Kürthy halt auch eine Frau mit einer bestimmten Adresslage ist und die brauchen sich nie Gedanken zu machen, ob sie Hunde von Vermehrern kaufen oder echten Pelz tragen- ist halt ein anderes Universum! Wer erwartet, ein nettes, liebevolles Buch über einen Menschen und seinen Hund zu lesen, muss zwangsläufig enttäuscht werden. Aber vielleicht sind diese Leser ja auch nicht die Zielgruppe ? Liebe Grüße Anja

    • Antworten Heidi 8. Februar 2018 um 17:35

      Hallo Anja,
      doch, ich glaube eigentlich schon, dass solche Leute auch die Zielgruppe sind. Das rosafarbene Titelbild suggeriert ja auch genau das. Ich denke, Frau von Kürthy merkt einfach nicht mehr, was sie da vor sich hin plappert. Sonst würde ihr ja auch auffallen, dass diese unfassbare Gewichtsfixierung therapiebedürftig ist. Ich glaube nicht, dass sie weltfremd ist. Sie übernimmt einfach keine Verantwortung, egal für was. Nicht für den Sandkasten, nicht für das Anbinden der läufigen Hündin und auch nicht für den Züchter-Fehlgriff. Es ist so eine Kleinmädchen-Nummer “Hach, wie bin ich doch so ungeschickt, aber ich kann nichts dafür”. Seltsamerweise kippt die aber in erstaunliche Verachtung und Arroganz gegenüber anderen. Mich hat das wirklich auf die Palme gebracht.

  • Antworten Christoph 8. Februar 2018 um 17:39

    Hallo Heide, auch wenn es für dich schwer war das Buch zu lesen, gut dass du dich überwunden und es nicht nur durchgehalten sondern auch hier darüber geschrieben hast. Dass es diese Vermehrer gibt ist schon schlimm genug aber auch noch offen oder unterschwellig Werbung dafür machen, setzt dem Ganzen die Krone auf. Böse Menschen könnten sich da fragen, ob sich für diese Dame, hat immerhin 1993 den Axel-Springer-Preis und 2004 DeLiA Literaturpreis (3. Platz), außer dem Verkauf des Buches noch weiter Vorteile ergeben.

    • Antworten Heidi 8. Februar 2018 um 17:47

      Hallo Christoph, das denke ich nicht. Aber Spekulationen sind ja auch nicht nötig, wenn man solche Tatsachen vor sich hat.

  • Antworten Socke-nHalterin 8. Februar 2018 um 18:00

    Ich bewundere Deinen Mut, diesen Beitrag so offen und ehrlich zu schreiben. Ich lese die Bücher der Autorin nicht, weil ich diese Art von Literatur generell nicht mag. Ich bin froh darüber….

    Als ich Deinen Beitrag las, fiel mir ein Interview ein, das ich mit der Autorin gelesen habe. Ich war entsetzt und habe es nicht zu Ende gelesen. Dein Beitrag ließ mich dies nachholen und ich kann mir vorstellen, dass das Buch genauso unfassbar ist. Oder ist das lustig gemeint? Meinen Hunor trifft es – insbesondere als Hundehalterin – dann nicht.

    Hier der Link zum Interview

    https://www.google.de/amp/s/amp.rundschau-online.de/magazin/-ich-glaube-nicht-an-hundeliebe–ildikó-von-kuerthy-ueber-ihr-neues-leben-als-tier-mama-29319316

    Ich denke Du wirst es nicht lesen, aber ich finde es nur fair, ihn zu benennen.

    Hilde ist zauberhaft und das ist ihr Glück. Was wäre wohl, wenn sie „ atmendes Meditationskissen „ wäre, das auch bei Regen gerne Gassi ginge. Und wieso hat der Züchter sie nicht über die Fellpflege aufgeklärt, er hatte es doch versprochen?

    Viele nachdenkliche, verstörte und kopfschüttelnde Grüße
    Sabine mit Socke

  • Antworten Socke-nHalterin 8. Februar 2018 um 18:01

    Ich meinte , wenn sie kein atmendes Meditationskissen …..

    • Antworten Heidi 8. Februar 2018 um 18:18

      Hallo Sabine,
      Frau von Kürthy würde sagen: Da kann man mal sehen, wie humorlos diese Hundehalter heute sind!
      Ja, Hilde scheint reizend zu sein. Sie wird ja hartnäckig als “schlechte Fresserin” bezeichnet, weil sie das tolle Trockenfutter nicht mag. Die schlechte Fresserin frisst aber in ihrer Urlaubsunterkunft mit Begeisterung Knochen, klaut sich ein Stück Fleisch aus dem Müllsack und sagt auch zu Käse und Kartoffen nicht nein. Komisch. Auch die “Wurmtabletten” werden häufig erwähnt, als wäre es etwas sehr Zentrales in der Hundehaltung. Und der Mann weiß nicht mal, wo sie liegen! Wirklich ärgerlich, dass einem niemand vorher sagt, dass ein Pudelmischling zum Friseur muss! Das kann man ja auch nicht wissen. Der Züchter war so vertrauenswürdig, dem glaubt man ja natürlich. “Ich habe keinen Instinkt, ich habe Internet”, sagt Frau von Kürthy. Leider weiß sie scheinbar nicht, wie man eine Webseite aufruft.

  • Antworten Nadine 8. Februar 2018 um 19:44

    Daumen hoch für einen super Artikel. Hab ich direkt geteilt mit Ihrem Schlussatz als Überschrift, denn besser kann man es nicht treffen!!!

  • Antworten Wohlstandshund 8. Februar 2018 um 21:36

    Zunächst mal: Ich habe das Buch nicht gelesen.
    Dann: Ich finde es sehr mutig, wie du hier Stellung beziehst und kann den Ärger und Frust nachvollziehen, wenn ich mir so die Beispiele durchlese, die du im Text anbringst.
    Aber (ich hoffe, du fühlst dich jetzt nich angegriffen): Weil das Ganze so ein Aufreger ist, bin ich fast versucht, mir das Buch zu bestellen… Und das nervt mich gerade an mir selber ein wenig, weil ich der Autorin natürlich kein Geld zukommen lassen mag. Ich frage mich also, ob dein Beitrag nicht womöglich den negativen Effekt, hat ihren Erlös zu steigern – im Sinne von “Schlechte PR ist besser als keine PR” – und ob es besser gewesen wäre der Autorin keine weitere Platform zu bieten.
    Viele Grüße,
    Diana

    • Antworten Heidi 8. Februar 2018 um 21:54

      Hallo Diana,
      ich kann deine Gedanken nachvollziehen. Allerdings: Selbst wenn einige wenige Menschen aufgrund meines Artikels das Buch kaufen, spielt das in der Summe gar keine Rolle. Ob die Autorin eine Million Exemplare oder eine Million und zehn Exemplare verkauft, ist ja vollkommen unerheblich. Auf meine “schlechte PR” ist sie jedenfalls gewiss nicht angewiesen. Wenn es der ein oder andere NICHT kauft, ist es mir zwar auch nicht unrecht, aber darum geht es mir nicht. Mir geht es darum, dass hier jemand in einem Haufen Witzchen gruselige Aussagen versteckt und zwar offensichtlich so gründlich, dass es allgemein nicht weiter auffällt. Ich will es wenigstens laut gesagt haben, wie unsäglich ich das finde. Ich habe nicht den Ehrgeiz, die Verkaufszahlen zu beeinflussen, das würde ich auch für ein unrealistisches Ziel halten.
      Viele Grüße
      Heidi

  • Antworten Sandra 8. Februar 2018 um 22:34

    Ich hab das Buch nicht gelesen und…taaddaaa, ich muss es jetzt auch erst gar nicht. Herzlichen Dank! In der gesparten Zeit gehe ich lieber mit meinem Hund raus.

  • Antworten Finkenzeller 9. Februar 2018 um 0:21

    Danke für die ausführliche Analyse dieses Buches und der Gesinnung besagter Dame. Somit werde ich mir dieses Buch Definitiv nicht kaufen, das Geschäftsgebaren muss man nicht unterstützen. Ich finde es sehr traurig dass die meisten Leser sich überhaupt keine Gedanken machen für wen besagte Dame fleißig die Werbetrommel rührt, sie finden viele Textpassagen wahrscheinlich überaus lustig. Hat denn heutzutage keiner einen gesunden Menschenverstand mehr?
    Echt traurig sich so billig zu vermarkten, aber Vlt wollen die meisten das,so, lustig und flapsig, ein geschicktes Management und schon rollt der Rubel, sehr schade üund traurig.

    • Antworten Wolfhart 9. Februar 2018 um 10:27

      Hallo Finkenzeller
      Nachdem ich mich oben bereits in Ironie geübt habe, möchte ich die Geschichte noch mal ganz kurz etwas versachlichen.
      Wie meistens beim Thema Hund ist das eine recht emotional geführte Diskussion. So lange der Hundehändler (von Züchter kann man in so einem Fall ja nicht wirklich sprechen) nicht gegen irgendwelche Gesetze (z.B. die Tierschutz-Hundeverordnung) verstößt, kann man ihm juristisch nichts vorwerfen. Diese Gesetze garantieren nur einen Mindeststandard, der sich aber nicht annähernd mit den Ansprüchen der meisten Hundebesitzer deckt. Auch wenn die Gesetze irgendwann einmal angepasst werden sollten, wird sich grundsätzlich an diesem Zustand nie etwas ändern. Beim Thema Hund hat das auch sehr stark etwas mit der Wandlung von der ursprünglichen Verwendung hin und zu einem hochgeschätzten Sozialpartner zu tun. Viele Menschen haben so langsam begriffen dass der Hund eben nicht nur ein Hund ist. Und das betrifft ja nicht nur den Hund.
      An dieser Stelle mache ich hierzu mal einen Cut sonst wird es zu lang…
      Auf der anderen Seite kann die Tante mit ihren Buch doch machen was sie will so lange sie nicht gegen geltendes Recht verstößt. Vielleicht hat sie ja tatsächlich (Achtung, hochgradige Spekulation!) einen Vertrag mit dem Hundehändler geschlossen. Ja, und jetzt?
      Über den gesunden Menschenverstand möchte ich an dieser Stelle nichts weiter sagen. Wir haben in Deutschland ca. 80 Millionen „Ich AG´s mit eingebauten Tellerrand“. Diesen Tellerrand zu überwinden kostet einiges an Energie. Schön wer es kann!
      Wir reden hier über Moral und Ethik – und das ist auch wirklich wichtig. Man kann nur etwas bewegen wenn man die Dinge beim Namen nennt und zur Diskussion stellt. Genau das wurde in diesem Beitrag perfekt gemacht. Vielleicht wird es sich nicht großartig auf die Verkaufszahlen des Buches auswirken. Aber vielleicht regt es ein paar Menschen zum Denken an. Und das wäre ja schon mal ein sehr guter Anfang!
      Gruß Wolfhart

      • Antworten Heidi 9. Februar 2018 um 11:50

        Hallo Wolfhart,
        wie schon gesagt, Spekulationen brauchen wir nicht. Das macht die Diskussion auch unseriös. Ich will mich an das halten, was da steht. Dieser Vermehrer täuscht seine Kunden offensichtlich, was die Anzahl der Würfe und die Anzahl der beteiligten Hunde betrifft. Es ist vollkommen intransparent. Andererseits kann jeder dahergelaufene Vollidiot das Geld auf den Tisch blättern und bekommt einen Hund. Kein verantwortungsvoller Züchter würde seine Tiere so verscherbeln. Und es spricht vieles dafür, dass das Wohl der Tiere auch sonst nicht geachtet wird. Es ist schlimm genug, wenn so etwas unterstützt wird. Darin aber überhaupt kein Problem zu sehen, das zeugt wirklich von bemerkenswerter Ignoranz. Im Buch ist keinerlei Bewusstsein für die Problematik zu erkennen und somit erkennen sie auch viele Leserinnen nicht. Darüber hinaus scheint die “gute Entscheidung” Hilde ja der lebende Beweis dafür zu sein, dass man es genau so machen kann. Dass dann auch noch der Ort genannt wird, ist das i-Tüpfelchen auf dem Desaster.
        Viele Grüße
        Heidi

        • Antworten Wolfhart 9. Februar 2018 um 12:51

          Hallo Heidi,
          ich fürchte Du hast mich etwas missverstanden.
          Ich bin – wie geschrieben – absolut auf Deiner Seite.
          Die für mich weiterführende und viel wichtigere Frage ist aber, wie man so einen Hundehandel wirksam unterbinden kann. Würde es diesen Handel nicht geben könnte die Autorin auch keine Werbung dafür machen. Leider sind dafür die aktuellen Gesetze in diesem Fall offensichtlich nicht ausreichend.
          Den Tatbestand einer Täuschung gibt es im StGB nun einmal nicht. Maximal könnte man in Richtung Betrug suchen. Hierfür wäre aber der Nachweis eines rechtswidrigen Vermögensvorteils nachzuweisen. Da könnte man noch mehr Punkte nennen, rein rechtlich ist das aber alles mehr als dünn.
          Und deswegen finde ich Deinen Artikel auch sehr gut und wichtig! Und ganz offensichtlich erreichst Du ja auch ein paar mehr Menschen damit als ursprünglich angenommen.
          LG Wolfhart

  • Antworten Gabriele 9. Februar 2018 um 12:00

    Was ist denn der Zweck dieses Artikels?

    Ich habe einen Hund aus dieser Zucht. Oscar. Er ist 26 Monate alt. Gesund, entzückend, lebendig, klug, lustig, gut sozialisiert mit Hund und Mensch und…

    In dem völlig aus dem Zusammenhang zitierten Buch, handelt es sich um ein Buch. Um eine Geschichte einer Frau mit ihrem Hund. Die Autorin ist bekannt durch ihre Art zu schreiben. Einfach wunderbar und heiter.

    Wenn es der Verfasserin dieses Artikels möglich wäre zu differenzieren, würde sie einen so von persönlichen Indifferenzen geprägten Artikel nicht schreiben.

    Frage mich, was es der Artikel-Autorin bringt? Bekanntheit, die Möglichkeit sich auf ein gut berittenes Pferd zu setzten und der Welle der Bekanntheit mitzuschwimmen?

    Türschutz und Meinungsfreiheit funktioniert jedenfalls anders.

    • Antworten Heidi 9. Februar 2018 um 12:14

      Hallo Gabriele,
      ich kenne Frau von Kürthy nicht, deshalb wüsste ich nicht, was an meiner Kritik persönlich sein sollte. Offensichtlich ist Ihr Blick für meine Zeilen verstellt, was angesichts der Herkunft Ihres Hundes verständlich sein mag. Das ist bedauerlich, aber ich kann wohl nichts daran ändern.
      Die Meinungsfreiheit wird in Deutschland übrigens durch Art. 5 Abs. 1 Satz 1, 1. Hs. Grundgesetz (GG) und Art. 10 EMRK gewährleistet. Da ich meines Wissens nicht Diktatorin dieses Landes bin, bin ich nicht imstande, in die Gesetzgebung einzugreifen. Ich hatte es auch nicht vor.
      Viele Grüße
      Heidi

  • Antworten Anja 9. Februar 2018 um 16:03

    Also ich hatte den Artikel eigentlich dahingehend verstanden, dass die Gedankenlosigkeit , mit der hier zweifelhafte Entscheidungen, größtenteils am Tierwohl vorbei, in Romanform unters Volk gebracht werden, kritisiert wurde. Als Adoptivfrauchen eines Hundes aus dem Tierschutz habe ich mich insbesondere über die Argumentation geärgert, mit der die Dame sich gegen ein solches Tier entschieden hat, vor allem , weil sie eben als bekannte Autorin ja auch eine gewisse Vorbildfunktion innehat, ob sie will oder nicht. Und es ist eben kein Huch, hoppla- Moment, mal eben , ob nun absichtlich oder nur der Leichtigkeit des Seins folgend, Werbung für dubiose Tiervermehrer zu machen.

    • Antworten Heidi 9. Februar 2018 um 17:24

      Hallo Anja,
      so ist es. Natürlich muss sich nicht jeder, der in der Öffentlichkeit steht, einen Tierschutzhund anschaffen, nur weil er eine Vorbildfunktion hat. Es ist eine persönliche Entscheidung und wenn sich jemand in eine bestimmte Rasse verliebt hat, dann ist das eben so. Aber seinen Hund ohne jegliche Sorgfalt bei einer unseriösen Adresse erstehen, das beschönigen und die Adresse auch noch nennen – das ist mir zuviel Verantwortungslosigkeit auf einmal. Und es ist ja eben kein Roman, sondern etwas Autobiografisches, auch wenn manches hinzugedichtet sein mag.
      VG
      Heidi

  • Antworten Cavaliermädchen 9. Februar 2018 um 16:21

    Ich hatte mir den Artikel gespeichert, um ihn in Ruhe lesen zu können. Mir ist jetzt sowas von schlecht! Überall auf der Welt setzen sich Menschen dafür ein, das Leid der Hunde zu verringern, irgendwie in den Griff zu kriegen. Und dann kommt da eine dahergelaufene Bestsellerautorin und meint sich damit auch noch einen Spaß erlauben zu dürfen? „Ach ja, hmm, doof gelaufen, ich bin halt nicht perfekt. Aber meine Hilde, die ist ja so süß. Was mit ihrer Mutter passiert? Naja, wer weiß das schon. Aber wenn ihr auch so einen süßen Welpen wollt, da und da findet ihr die“. Wie du schon sagst, kann man so machen, aber dann ist man halt scheiße.

    Viele Grüße,
    Doxa

  • Antworten Hilde 12. Februar 2018 um 12:07

    Liebe Heidi, super Artikel. Ich bin froh über deine Recherchen. Das Buch habe ich nicht gelesen, möchte mich dennoch äußern: Es ist so schade, wie sehr manche Menschen die Augen verschließen. Ich habe selber vor 10 Jahren einen Puggle vom besagten Vermehrer geholt (zu dieser Zeit war ich leider noch nicht so schlau wie heute, die “Wurflisten” im Internet entstanden erst danach und somit wusste ich vor 10 Jahre noch nicht das was ich heute weiß.) Ich würde bestimmt Niemanden verurteilen, der sich nicht richtig informiert und dort einen Hund kauft (wie auch…) aber ich verurteile die Menschen, die dort kaufen, anschlißend erfahren was dort vor sich geht und es dennoch schönreden anstatt andere zu warnen und aufzuklären. Wen interessiert denn bitte, wie schön, entzückend oder lebendig diese Hunde sind ? (mal abgesehen von Erbkrankheiten, die meist erst viel später zum Vorschein kommen) Es geht doch darum, dass eure tollen Welpen irgendwo herkommen, die kommen nicht aus einer Maschine oder werden hergezaubert… Hier geht es um die armen Hündinnen, die irgendwo in Deutschland / Ausland in einer Scheune sitzen und für diesen Vermehrer Welpen produzieren müssen. Der Verkauf von Puggles scheint ja Gott sei Dank durch ständiges Aufklären erledigt zu sein. Ich hoffe sehr, dass dies auch für alle anderen Rassen gelingt und der Vermehrer sich nicht noch eine größere Villa aufgrund der kostenlosen Werbung seitens Frau von Kürthy leisten kann.
    Liebe Grüße, Hilde

    • Antworten Heidi 12. Februar 2018 um 12:30

      Hallo Hilde,
      danke für deinen Kommentar! Ich denke vor 10 Jahren war das Bewusstsein für die Problematik längst nicht so groß wie heute. Inzwischen ist das anders: Hundebücher warnen, es gibt zahlreiche Dokumentationen, die sowohl in öffentlich rechtlichen, als auch in Privatsendern ausgestrahlt wurden. Der Austausch unter den Hundehaltern ist groß, auch im Netz. Wer heute noch in die Falle tappt, muss schon ganz schön blind sein. Damals war das, wie gesagt, sicher noch anders. Aber du hast natürlich recht, das, was hier so furchtbar ist, ist die Ignoranz gegenüber dem eigenen Fehler und die damit verbundene “Weiterempfehlung”. Ich bin nicht so optimistisch, was den Rückgang solcher Hybridrassen betrifft. Im Fall des Goldendoodles besteht höchstens Hoffnung, wenn sich herumspricht, wie enorm aufwändig die Fellpflege sein kann. Eine Fachfrau berichtete auf Facebook, dass die Mischung der beiden gänzlich unterschiedlichen Felleigenschaften von Pudel und Golden Retriever höchst problematisch ist und sehr oft zu schlimmen Verfilzungen führt. Fatal, da gerade diese Hunde ja, wie im Fall Hilde, oft wegen ihrer vermeintlichen Pflegeleichtigkeit angeschafft werden. Auch, dass sie nicht haaren, ist keineswegs gesagt, so dass Allergiker das Tier gern wieder los werden wollen. Es ist ein Desaster, dass dank des Buchs jetzt eine weitere Modewelle losgetreten wird. 🙁
      Ich hoffe sehr, Du hattest oder hast dennoch eine gute Zeit mit Deinem Hund.
      Viele Grüße
      Heidi

  • Antworten Manuela 20. Februar 2018 um 14:17

    Toller Artikel! 🙂

  • Antworten Beppo 23. Februar 2018 um 16:23

    Was mich am meisten erstaunt ( und wohl auch mögliche Käufer von der Seriosität des ” Züchters” überzeugt): der Welpenpreis! Ich meine, ich habe schon 1200€ für meinen Golden nicht für ein Schnäppchen gehalten, aber der ist aus einer kleinen DRC Zucht mit regulären Papieren, die Eltern haben alle Gesundheitsuntersuchungen und sogar teils jagdliche Prüfungen. Aber 1500€ für einen Mix? Und dann noch durch künstliche Befruchtung entstanden… Es gibt immer noch sehr Viele, da kann man sich den Mund fusselig reden bezüglich Krankheiten, Aufzuchtbedingungen etc, die gehen dort hin, wo es günstiger ist und/ oder keine Fragen gestellt werden und / oder der Hund sofort verfügbar ist.
    Ansonsten ist das Buch für mich ” easy reading” und für meine Hunde bin ich auch mehrere hundert Kilometer einfach gefahren.

  • Antworten Nadine 7. März 2018 um 14:29

    Hallo Heidi,
    toller Artikel! Es ist einfach traurig, sowohl aus menschlicher Sicht als natürlich auch für die vielen Hunde. Und damit dann noch so hausieren zu gehen, das geht einfach mal gar nicht. In Zeiten von Google und co. sollte doch zumindest eine kurze Recherche möglich sein.
    Ich bin einfach schockiert. Mehr fällt mir wirklich hierzu nicht ein.

    Liebe Grüße,
    Nadine mit Motte

  • Antworten Frau Lurch 2. April 2018 um 11:14

    Herrlich eure Selbstbeweihräucherung.

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