Drinnen

Das haarende Tier. Teil 1: Hundebürsten im Test.

17. April 2016

Wer mit einem nichthaarenden Tier gesegnet ist, könnte jetzt eigentlich aufhören zu lesen. Oder aber extra weiterlesen, um sich hernach still zu freuen. Und den Betrag für den Hundefriseurtermin fortan freudiger aus dem Geldbeutel zu nehmen.

Würde das Tier nicht haaren, wäre die häusliche Pflege einfacher, das gebe ich zu. Aber es muss nunmal haaren, ob es will oder nicht. Außerdem haare ich ja auch, wenn auch nicht ganz so ungehemmt. Letzteres übrigens ist der Grund, warum ich nie einen Staubsauger mit Elektro-Tierhaarbürsten anschaffen kann. Denn meine Haare sind lang und die wickeln sich um routierende Bürsten herum und legen das ganze schnell lahm. Zum Glück habe ich das vor der Anschaffung verstanden. Der Staubsauger ist ja ohnehin nur ein Baustein der ständigen Wohnungsenthaarung. Ich will heute ein bisschen über die übrigen berichten und meiner Erfahrungen teilen.

Der Haarverlust steht ja in engem Zusammenhang mit dem Bürsten, deshalb zunächst hier im ersten Teil paar Worte dazu. Im zweiten Teil will ich mich dann dem Hundehaare entfernen in der Wohnung widmen. Alles, was man mit Bürsten abfangen kann, landet schon mal nicht auf Polstern und Böden, deshalb bin ich eine große Freundin davon. Das geht freilich nur, weil es Panini auch ist. Wer einen Hund hat, der Bürsten hasst, ist natürlich verratzt. Allerdings lohnt es sich, verschiedene auszuprobieren, denn die Akzeptanz ist unterschiedlich und auch von Hund zu Hund verschieden. Ein Hundebürsten-Test kann sich also lohnen.

Wir haben vier Bürsten, weil ich natürlich auf der Suche nach der ultimativen Bürste war. Dabei ist die Antwort so einfach: Es gibt sie nicht. Jede hat Vor- und Nachteile. Für das Bild unter diesem Textabschnitt habe ich alle Hundebürsten im Test nacheinander angewandt (ja, das Tier hält lange still, solange es dabei an seinem Geweih kauen kann). Man sieht, dass sich mit jeder Bürste wieder neu Haare ausbürsten lassen, weil jede Bürste die Haare anders erfasst. Alle diese Hundebürsten sind für kurzes bis mittellanges Fell geeignet. Panini hat als Mischling verschiedene „Sorten“ Fell. Am Rücken ist es stellenweise etwas borstiger, an den Flanken weich und zart, an der Brust länger und fluffig.

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Die Sanfte: Pflegestriegel aus Gummi

Unsere Lieblingsbürste ist ein Striegel aus Gummi * Er ist für empfindliche Hunde geeignet, weil er sehr hautschonend ist. Er regt die Durchblutung an und nimmt dabei schön viel Haare mit. Voraussetzung: Man bringt etwas Zeit mit. Nach wenigen Bürstenstrichen passiert noch nicht viel. Aber nach 10 Minuten ist die Bürste voll. Sie ist geräuschlos und fühlt sich für den Hund wohl nicht viel anders an als Streicheln. Sie liegt sehr gut in der Hand und müsste auch für kräftige Männerhände noch geeignet sein. Die Haare in der Bürste entfernt man am besten mit einem handelsüblichen Dings zum Bürstensäubern (siehe Bild). Wenn die Bürste staubig aussieht, hält man sie einfach unter heißes Wasser. Sie ist schlicht und robust, durch normalen Gebrauch kann da eigentlich nichts kaputt gehen. Den Striegel würde ich dann empfehlen

  • Wenn der Hund keine Bürsten mag
  • Wenn er empfindliche Haut hat
  • Wenn er gerade hibbelig ist und Massagen grundsätzlich gut findet

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Die Spezielle: DeShedding-Tool von Furminator

Dieses Werkzeug * (Bürste kann man das ja irgendwie nicht nennen) ist sehr beliebt, obwohl es mit einem regulären Preis von 40 bis 70 Euro affig teuer ist. Der Clou dabei ist, dass es die schwierig zu erwischende Unterwolle rausholt, also die feinen, nervigen Härchen, die sich so schwer aus Fleecedecken entfernen lassen. Allerdings muss man wissen, dass es aus Klingen besteht, also nicht nur kämmt, sondern auch schneidet. Wer hier zu beherzt rangeht oder gar kreuz und quer bürstet, hat bald einen kahlen Hund. Der Hersteller empfiehlt eine Anwendung pro Woche und man sollte nicht mehrfach über die selben Stellen gehen. (Wie man so allerdings die empfohlenen 10-20 Minuten lang bürsten soll, ist mir ein Rätsel) Wenn man aber bedacht mit dem Ding umgeht, kann es wirklich eine große Hilfe sein. Besonders positiv finde ich auch, dass sich die Haare so leicht aus der Bürste entfernen lassen. Dafür gibt es eigens einen „Knopf“ am Produkt. Das Furminator DeShredding Tool nutze ich

  • Wenn der Hund sehr stark haart
  • Wenn viel Unterwolle entfernt werden muss
  • Wenn der Fellwechsel von Winter- auf Sommerfell ansteht

Die Laute: Zupfbürste mit Drahtzinken

Diese Bürste habe ich in Holland gekauft, deshalb weiß ich die Marke nicht mehr. Hier wäre ein vergleichbares hochwertiges Produkt * Die Bürste sieht fies aus, aber sie ist sehr effektiv. „Zupfen“ klingt ja nach „Herausrupfen“ und das macht die Bürste definitiv nicht. Sie greift eben nur in die lose Unterwolle hinein und befördert sie so in die Bürste. Panini empfindet allerdings die dünnen Metalldrähtchen auf der Haut als nicht so angenehm, ich wende deshalb gar keinen Druck an. Da scheint mir das verlinkte Ding besser zu sein als unsere. Das Metall macht auch ein schrabbeliges Geräusch, für ängstliche Hunde ist das nicht unbedingt etwas. Aber auch das mag von Modell zu Modell unterschiedlich sein. Effektiv ist die Zupfbürste allemal und ähnlich wie beim Furminator bleiben die Haare auch fest in der Bürste und fliegen während des Bürstens nicht überall herum. Zum Entfernen aus der Bürste dient bei meinem Modell ein kleiner beiliegender Kamm. Die Zupfbürste ist am besten

  • Wenn der Hund im Fellwechsel viel Unterwolle verliert
  • Wenn ich keine Lust habe auf das Furminator-Tool
  • Wenn der Hund gerade sehr entspannt und geduldig ist

Die Überraschende: Furminator Striegel

Wenn man das Ding * das erste Mal in der Hand hat, traut man ihm nicht viel zu. Es ist so klein wie eine Computermaus, die „Borsten“ sind kurz und relativ hart und auch noch sehr großzügig auf der Fläche verteilt. Man kann sich nur schwer vorstellen, wie das funktionieren soll – aber das tut es! Der Striegel arbeitet ganz ähnlich wie das erste beschriebene Produkt und trotzdem holt er noch einmal andere Haare heraus (weshalb wir beide abweschelnd benutzen). Panini mag ihn sehr. Er massiert offensichtlich sehr gut und reinigt das Fell wirklich super. Angetrocknete Dreckspritzer und Staub verschwinden. Anders als die anderen Bürsten schiebt er die Haare mehr vor sich her und hält nur einen Teil fest. Das ist aber nicht weiter schlimm, man kann sie ja absammeln. Die kompakte Größe ist super, um überall hin zu kommen, die Schlaufe ist nicht dazu da, dass man die ganze Hand hindurchschiebt, sondern z.B. drei Finger. Übrigens soll der Furminator Striegel sogar für längere Hundehaare geeignet sein. Darüber kann ich natürlich nichts sagen. Wir nehmen den Furminator-Striegel am liebsten

  • Wenn der Hund ein bisschen dreckig oder staubig ist
  • Wenn er eine kleine Massage braucht
  • Wenn ich loses Deckhaar entfernen will

In Teil 2 berichte ich euch, welche Bürsten und andere Dinge zur Hundehaare-Entfernung von Polstern und Teppichen sich bei uns bewährt haben.

Transparenz-Info: Keine der Bürsten wurde mir zur Verfügung gestellt, ich habe sie alle ohne Wissen der Hersteller erstanden und ich beabsichtige auch nicht, einen der Geschäftsführer der Unternehmen demnächst zu ehelichen. Man kann meine Meinung also getrost als neutral betrachten. Bei den mit * gekennzeichneten Links handelt es sich um Affiliate-Links, bei einem Kauf werden mir von Amazon ein paar Cent gutgeschrieben.

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4 Kommentare

  • Antworten Martina 18. April 2016 um 5:50

    Ein prima Test! Die richtige Bürste für den Hund zu finden, ist ähnlich anspruchsvoll wie die richtige Handtasche für unsereins, und letztlich gibt es in beiden Fällen nicht Eine für alles (was bei den Taschen auch ganz nett ist, zugegeben). Mein Hund und ich (ein Rotti) sind überzeugte Furminatoren mit Noppenbürsten-Ergänzung. (Es ist übrigens erstaunlich, wie irre Rottis haaren, zwei Mal im Jahr flusen hier nullkommaübernacht Scharen von Unterwolle-Mäusen übers Parkett.) Eine kleine Anmerkung noch zur Zupfbürste: man sollte immer mal wieder überprüfen, ob die Drahtzinken alle noch gleichmässig stehen, also keiner aus der Reihe tanzt oder – vor allem – oben rausragt. Dazu kann es, je nachdem, wie und wo die Bürste gelagert wird, schnell mal kommen. Und dann wird das Bürsten zu einer unangenehmen bis schmerzhaften Angelegenheit für den Vierbeiner, der er sich nicht mehr freiwillig unterzieht. Mit dem richtigen und gut gewarteten Werkzeug jedoch ist die Fellpflege eine entspannt-wohlige Angelegenheit für Hund und Mensch.

  • Antworten Danni 25. April 2016 um 16:16

    Hallo ihr Zwei,
    der Furminator-Striegel sieht wirklich sehr zahm aus. Der Name ist allerdings grandios. Wenn ich nicht schon seit Jahren die gleichen Bürsten benutzen würde, könnte der allein schon deswegen bei uns einziehen;-). Toller Test…dankeschön dafür.
    GLG Dannid

  • Antworten Andrea 8. Mai 2016 um 18:30

    Hallöchen, wir geben auch mal wieder unseren Senf ab, insofern, dass wir zum gleichen Ergebnis kommen! Nur, dass Linda ziemlich empfindlich auf Fellpflege reagiert und es deshalb auf ein Mindestmaß ihr zuliebe beschränkt bleibt.

    Der Furminator deshalb nur zu Zeiten des Fellwechsels, besonders von Winter- zu Sommerfell… bäh! Die Zupfbürste nur ganz ganz selten, vielleicht alle paar Wochen mal, damit auch Lindas kurzes Fell nicht in der Tiefe “verklebt”. Und unser Favorit ist ebenfalls ein ähnliches Teil wie der Furminator Striegel, heißt bei uns allerdings groomy und wurde ebenfalls nicht gesponsert… 😉

    http://newspinscher.blogspot.de/2014/08/Silikonstriegel-groomy-fuer-Hunde.html

    Wie gesagt, bislang das einzige Fellpflegetool, mit dem Linda sich länger als 3 Nanosekunden bürsten lässt.

    Viele Grüße von der Flusenfront

    Andrea

  • Antworten hautkrankheit oder einfach nur ein stark haarender hund? – HKTXT 26. September 2018 um 5:41

    […] Das haarende Tier. Teil 1: Hundebürsten im Test. | Kommst … […]

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