Mahlzeit

BARF oder nicht – die Sache mit dem Protein.

1. April 2016

Seit einem halben Jahr füttere ich Panini nun mit selbst zusammengestellten rohen Rationen, ohne, dass mir jemand dafür einen Plan erstellt hätte. Und obwohl ich sehen kann, dass es ihr besser geht als früher; obwohl ihre Verdauung super ist, ihr Fell glänzt und ich immer aufpassen muss, dass sie nicht zunimmt, trotz ihrer Bauspeicheldrüsenschwäche, deren Hauptsymptom üblicherweise Gewichtsverlust ist; obwohl wir mit der Fütterung ihr Bauchquietschen in den Griff bekommen haben, sie kein Enzympulver braucht, was man Tieren mit Bauchspeicheldrüseninsuffizienz gibt und ihre Blutwerte mit Ausnahme eines Wertes eben jene Bauchspeicheldrüse betreffend absolut top sind, hört die Verunsicherung nicht auf. Uff. Noch immer rechne ich gelegentlich nach, ob ich auch wirklich nichts falsch mache. Noch immer vergleiche ich mein Futter mit Fertigfutter und frage mich, ob ich auch nichts vergessen habe, was wichtig sein könnte.

Und ich merke, wie gründlich die Gehirnwäsche war, das Marketing der Fertigfutterhersteller, das besagt, dass es nicht möglich ist, einen Hund ohne Fertigfutter, ohne synthetische Vitamine zu ernähren. Natürlich weiß ich, dass auch vor dem Siegeszug des Fertigfutters nach dem Zweiten Weltkrieg Hunde ernährt wurden und dass sie auch nicht alle an Mangelerscheinungen starben. Ich weiß, dass in der DDR Hunde ohne Fertigfutter ernährt wurden und sie fielen nicht reihenweise tot um. Von vielen anderen Ländern der Erde ganz zu schweigen. Und dennoch – mit Ausnahme der oft sektiererisch auftretenden Fraktion der BARFer scheint kaum jemand dafür zu plädieren, die Hände vom Fertigfutter zu lassen. Selbst kritische und unabhängige Geister wie die Tierärzte Dirk Schrader und Ralph Rückert stehen dem Barfen zwar nicht ablehnend, aber doch nur eingeschränkt positiv gegenüber. (Wobei Schrader eine herrlich rustikale Ernährungsform bevorzugt)

Und da es nun mal um mein geliebtes Tier geht, sitze ich wieder da und rechne und verstehe das alles nicht. Ich verstehe nicht, wie man gängige Fertigfutter für wertiger und besser erachten kann, als mit Bedacht selbst zusammengestellte Rationen. Und dennoch bin ich verunsichert. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die mit der Feinwaage dasitzen und den Zinkbedarf ausrechnen. Eigentlich achte ich nur auf zwei Dinge wirklich besonders: Protein und Kalzium. Alles andere ergibt sich fast wie von selbst.

Kalzium

Um Kalzium gibt es bei der Rohfütterung mit die größte Aufregung und es ist auch eine der beiden Faktoren, bei denen ich wirklich rechne. Zwar darf es bei einem erwachsenen Hund auch mal ein bisschen mehr Kalzium sein als der Bedarf vorgibt, aber allzu viel sollte es nun auch nicht sein. Als mittelgroßer Hund mit kurzem Fell und ohne Getreidefütterung braucht Panini ca. 1000 mg Kalzium pro Tag. Mit MicroMineral von cdVet kommt sie auf 800 mg, ein Hühnerhals hat ca. 1.500 mg, 100 gr Hühnerkarkasse ca. 950 mg. Damit wird klar, dass sich der Bedarf allein mit diesen kalziumlastigen Komponenten ziemlich unkompliziert decken lässt. Panini bekommt zu jeder Portion eine gewisse Menge Kalzium (mal etwas unter, mal etwas über dem Bedarf), so dass das Phosphor des Fleisches die entsprechende Gegenkomponente bekommt und beides zusammen gut verwertet werden kann. Wegen der Bauchspeicheldrüse darf Panini nicht ungehemmt Knochen fressen, auch ist sie ein bisschen ungeschickt und will am liebsten immer alles auf einmal herunterschlucken. Damit sie sich nicht verletzen kann, bleiben wir im wesentlichen bei Hühnerhälsen, die weich und gut verdaulich sind. Ich halte die glibschigen Dinger immer fest, so dass sie abbeißen und kauen muss. Manchmal gibt es auch einen getrockneten Hühnerhals oder eine Kalbseinzelrippe als Knabberartikel, dabei kann nichts passieren. Knochen lassen sich schwer völlig durch Pülverchen ersetzen, weil sie insgesamt ausgewogen mineralisiert sind und das Kalzium so besonders gut verwertet werden kann. Knochenmehle gibt es nicht in Bio-Qualität, dafür aber häufig aus fragwürdigen Quellen. Nadine Wolf erklärt in ihrem Blog sehr gut das Für und Wider verschiedener Kalziumquellen und plädiert dafür, möglichst bei Knochen zu bleiben. Bei uns ist es eben eine Mischung aus Knochen und dem Algenkalk der Mineralmischung. Ich denke, damit kommen wir sehr gut hin.

Protein

Jetzt kommen wir zum heiklen Teil, der mich so ratlos macht und wirklich ab und zu verunsichert. Eines der größten Vorurteile gegenüber BARF ist, dass durch eine so fleischbasierte Fütterung der Proteinanteil zu hoch ist. Beim Verstoffwechseln von Protein entstehen Abbauprodukte, die über die Nieren ausgeschieden werden. Entstehen zu viele davon, so die Kritiker, wird die Niere auf Dauer überlastet und macht die Grätsche. Nierenversagen gehört zu den Top 3 der Todesursachen bei Hunden, bei älteren Hunden ist es sogar die häufigste. Was, um Himmels Willen, ist da los? Unter keinen Umständen will ich Panini so etwas anfüttern.

Gleich vorweg gesagt, es ist vielfach belegt und vorgerechnet, dass der Proteinanteil beim vernünftigen Barfen NICHT höher ist, als beim Fertigfutter, zum Beispiel wieder hier bei Nadine Wolf. Man kann auch ausschließen, dass Barfer einen nennenswerten Einfluss auf die Statistik genommen haben, dafür gibt es viel zu wenige. Nierenversagen scheint auch ohne Barfen eine „Volkskrankheit“ unter Hunden zu sein. Ich wüsste gern, warum das so ist.

Obwohl schon so viel gerechnet worden ist – ich wollte auch mal rechnen. Ich will es kurz machen, ich kam zu einem ähnlichen Ergebnis wie Nadine. Paninis Fütterung trifft ziemlich genau den errechneten Bedarf an Protein nach Meyer/Zentek, in ihrem Fall ca. 40 g/Tag. Allerdings: Bei einer Sache muss man tatsächlich sehr aufpassen und das sind Kauartikel. Ein Rinderohr oder ein Stück Rinderkopfhaut haben jeweils locker den kompletten Tagesbedarf an Protein, nämlich etwa 38 g/Stück. Sicher ist davon nicht alles so verdaulich wie z.B. bei getrocknetem Muskelfleisch, aber es sind dennoch große Mengen Protein, die man mal eben extra gibt. Deshalb gibt es einen so mächtigen Kauartikel bei uns nur noch einmal pro Woche, dann werden eben öfter kleine Leckerchen gesucht, mit denen man kaum über 10 g Protein extra kommt. Natürlich ist das alles überhaupt nicht Grammgenau zu berechnen, weder der Bedarf noch der Gehalt. Aber so über den Daumen gepeilt sollte es dann schon stimmen. Das Tröstliche ist auch, dass es überhaupt nicht dramatisch zu sein scheint, wenn der Bedarf überschritten wird, im Gegenteil. Ein bisschen Puffer muss schon sein, gerade weil man Grammangaben gar nicht machen kann. Also bei einem errechneten Wochenbedarf von 280 g Rohprotein, dürfen es bei einem mittelgroßen Hund auch zum Beispiel 450 g sein, wie man hier nachlesen kann. Insbesondere das sehr gut verdauliche Protein des Fleischs belastet den Hundekörper kaum.

Proteine können sich auch dann als schädlich erweisen, wenn sie als Energiequelle genutzt werden. Woran man erkennt, ob das passiert, habe ich bis jetzt, ehrlich gesagt, nicht verstanden. Ich weiß wohl, dass die Ration entweder eine gute Portion Kohlehydrate oder ausreichend Fett enthalten sollte, damit Eiweiß nicht zur Energiegewinnung herangezogen wird. Da Panini aber so gut Gewicht ansetzt, halten wir uns mit den Kohlehydraten sehr zurück und eine Mahlzeit kommt insgesamt nur selten über 10-12% Fett. Wäre es mehr, würde sie zunehmen und das, obwohl ihre Mahlzeiten schon nur bei 2% des Körpergewichts liegen und ich mit Leckerchen vorsichtig bin. Sie ist halt ein kastriertes Mädchen mit Neigung zu Problemzonen. Ich hoffe einfach mal, dass sich ihr Körper keine Proteine zur Energiegewinnung abgreift, zumindest hatte ich noch nie den Eindruck, sie würde hungern.

So und nun? Ist doch alles gut, oder?

Ja, irgendwie schon. Aber ich verstehe das alles nicht. Ich verstehe nicht, wie diese Protein-Kritik am Barfen entstehen kann, die sehr massiv ist. Sicher gibt es Menschen, die ihren Tieren nur Muskelfleisch zu fressen geben, aber das hat ja nun nichts mit barfen zu tun. Während auf der einen Seite eine wahre Proteinphobie entsteht, die einen ganz kirre macht, gibt es auf der Fertigfutter-Seite eine komische Protein-Fixierung. Auf vielen Verpackungen wird darauf hingewiesen, dass es „mit viel wertvollem Protein“ hergestellt ist. Besonders Leckerchen werden mit damit beworben. Als müsste hier gegenüber der Hauptnahrung nachgebessert werden. Gleichzeitig liefert man sich beim Fertigfutter eine wahre Protein-Schlacht. Pedigree Pastete mit 5 Sorten Fleisch, zweifellos ein populäres Fertigfutter, bietet 7% Protein. Das klingt mickrig, allerdings soll ich meinem Hund 932 g pro Tag davon füttern. Macht 65 g Rohprotein, also einiges über dem Bedarf von 40 g. Die Verdaulichkeit ist allerdings reichlich zweifelhaft, schließlich gibt es üppige Mengen Getreide und pflanzliche Nebenerzeugnisse, die Proteine beisteuern. Wie so die Versorgung mit den essentiellen Aminosäuren funktioniert, die sich im Fleisch so reichlich finden, ist mir nicht ganz klar. Veganer ernähren sich meines Wissens nicht von Maiskleber, Getreidespelzen und Reisabfall.

Aber niemand schimpft, am wenigsten die Stiftung Warentest, die ein „sehr gut“ an ein Futter vergibt, das „4% 5 Sorten Fleisch“ beinhaltet, eine Deklaration, die nach Satire klingt. Bei REWE ja! Pastete 5 Sorten Fleisch (Stiftung Warentest Note 1,7), komme ich auf 79 g Rohprotein, also fast das Doppelte des Bedarfs. Würde ich das füttern, dazu etwa noch zweimal pro Woche ein Rinderohr, läge ich bei 633 g Rohprotein/Woche, bei einem Bedarf von 280 g. Warum warnt niemand davor, wenn doch große Proteinmengen eine Gefahr für die Nieren sind und Nierenversagen derart häufig? Zumal es sich auch noch um belastende minderwertige Proteine handelt? Warum werden Leckerchen als proteinreich beworben, wenn doch der Bedarf üblicherweise durch das Hauptfutter mehr als gedeckt wird? Wird er das etwa gar nicht?

Wie an anderer Stelle schon geschrieben bin ich keine Verschwörungstheoretikerin und glaube nicht an die Weltherrschaft der Hundefutterindustrie, wenn auch ihr Einfluss auf Tierärzte und Forschung groß sein mag. Deshalb frage ich mich, wo mein Denkfehler liegt. Als Laie bin ich leicht zu verunsichern. Aber so lange mir niemand einleuchtend erklärt, wo ich etwas falsch mache, bleibe ich bei unserem Weg.

Titelbild © vuk8691 – istockphoto.com

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9 Kommentare

  • Antworten Genki & Co 1. April 2016 um 23:24

    Das Thema Proteine ist auch etwas, womit ich mich auch immer befasse. Am Anfang bin ich auch auf den Artikel von Nadine Wolf gestoßen und er hat mich zunächst beruhigt. Inzwischen sehe ich das ganze nicht mehr unbedingt so.
    Ihr Artikel und ihre Rechnungen zeigen ja leider garnicht, dass ein Hund durch die dort verwendete Rohfutterration nicht zu viele Proteine bekommt – es zeigt lediglich, dass er etwas weniger Proteine bekommt, als in den für den Vergleich herangezogenen Trockenfuttersorten – Die alle schon viel zu viel Proteine haben. ist ja ein generelles Trockenfutterproblem. Die Beispielfuttersorten für den Artikel haben zwischen 23 und 38% Protein! Wenn ich mir ein hochwertigeres Dosenfutter wie das von Terra Canis ansehe, hat das gerade Mal 10-14% Protein. Die Beweisführung “Durchs BARFen gibt es nicht zu viele Proteine für den Hund, weil es weniger Proteine enthält als dieses Trockenfutter (das viel zu viele Proteine enthält)” ist also eigentlich ziemlich mangelhaft. 🙁 Das mit der unterschiedlichen Verwertbarkeit von Proteinen je nach Quelle ist natürlich auch noch so ein Thema, aber wie genau soll ich das berechnen? So ganz bin ich mit dem Thema auch nicht glücklich und es ist auch einer der Gründe, weshalb ich mit Kohlenhydraten barfe.

    Unter 10-12% Fett finde ich übrigens auch arg wenig, wenn nicht auch noch Kohlenhydrate gefüttert werden. Ich höre immer unter 15% sollte man auf keinen Fall gehen. Weiss nur nicht, wie man das anders lösen soll, wenn der Hund schon nur mit 2% gefüttert wird und bei mehr Fett zunehmen würde. 🙁

    • Antworten Heidi 2. April 2016 um 10:09

      Naja, Trockenfutter ist ja ein Konzentrat. Würde man dem Dosenfutter die Feuchtigkeit entziehen, hätte es auch viel höhere Proteinwerte. Deshalb kann man das nicht 1:1 vergleichen. Es gibt da auch irgendwie eine Formel nach der man die Werte der Trockensubstanz bei Feuchtfutter ausrechnen kann, aber das war mir viel zu anstrengend. Ich peile es dann immer über die Ration, dann kommt es auch hin. Von Trockenfutter wird ja viel weniger gefüttert, eben weil es konzentriert ist und das Wasser fehlt. Würde der Hund also von einem Trockenfutter mit 25% RP 200g/Tag fressen, bekäme er 50g RP. Von einem Dosenfutter mit 10% bräuchte er z.B. 450g/Tag, käme also auf 45g RP. Das gleicht sich dann schon sehr an. In meiner Rechnung habe ich übrigens nur Dosenfutter verwendet um gar nicht erst in die Trockensubstanzfalle zu tappen. Streng genommen müsste man hier noch die Feuchtigkeitswerte rechnerisch angleichen, die können ja bei Dosenfutter auch unterschiedlich sein. Aber das regelt sich dann auch über die Ration. Von einem Futter, was sehr viel Wasser enthält, muss der Hund logischerweise ja auch mehr fressen. Was ich sagen will: Ich glaube, Nadine Wolf hat recht. 🙂
      Die empfohlenen Minimum 15% Fett beim Barfen beziehen sich nicht auf die Gesamtration, sondern auf den Anteil im Muskelfleisch. Also angenommen, das Tier bekommt 200g Tierisches und 100g Pflanzliches am Tag. Das Tierische besteht zu 70% aus Muskelfleisch, der Rest sind Innereien. Die 140g Muskelfleisch hätten 15% Fett. Das sind 21 Gramm. Die 60g Innereien hätten 8% Fett, sind 4,8 Gramm, zusammen 25,8. Das Gemüse hat 0,2%, sind zusammen 26 Gramm. Die Öle soll man ja nicht als Fettgehalt zählen. Gebe ich jetzt einen gehäuften Teelöffel Kokosöl hinzu, liege ich dicke bei 6 Gramm Fett extra, komme ich auf 32 Gramm Fett in 300g Gesamtration, sind etwas über 10% Fett. Oder andersherum: Man kann mit einem Gesamtfettwert von 10% gut auf die empfohlenen mind. 15% Fettgehalt im Muskelfleisch kommen. Unter 10% liegen wir eigentlich fast nie. Es macht einfach keinen Sinn, mehr Fett hinzu zu geben, wenn das Tier es nicht (ver)-braucht, sondern einlagert und dick wird. Aber wie Du siehst, habe ich lange über den ganzen Quatsch gegrübelt.

      • Antworten Genki & Co 29. April 2016 um 13:42

        Hm, ich fürchte, ich kann dir nicht folgen, bzw. verstehe nicht, was du mir sagen willst.
        Dass man Trockenfutter und Nassfutter und Rohfutter nicht 1:1 vergleichen kann, ist mir klar, habe ich ja auch nicht gemacht – Ich habe es durchaus im Verhältnis zurunterschiedlichen Fütterungsempfehlung gesetzt. Die Argumentation bleibt dann die selbe. Ich habe gesagt, dass das Trockenfutter, dass zum Vergleich gezogen hat, zum Teil zu viele Proteine enthält und das die Argumentation “Mit der Rohfutterration ist alles in Ordnung, weil sie weniger Proteine enthält als das Trockenfutter (das zu viele Proteine enthält)” somit entkräftet wird. Das hat doch mit dem Wasserentzug nichts zu tun. Das zum Vergleich herangezogene Orijen Adult Fütterungsempfehlung hat zB für einen meiner Hunde eine Fütterungsempfehlung von 150 – 275g. Eine weite Spanne, also nehmen wir den Mittelwert von 213g. Bei 38% Protein wären das 81g Proteine am Tag. Mein Hund hat einen Mindestbedarfswert von 22g Proteine am Tag, das Futter liegt also um den vierfachen Wert drüber. Laut Meyer/Zentek soll er maximal 65g Proteine am Tag bekommen – Das zum Vergleich herangezogene Hundefutter hat also definitiv zu viele Proteine für meinen Hund. Beim Acana Wild Prairie im Vergleich ist es auch der Fall, bei den anderen beiden Trockenfuttersorten müsste ich jetzt auch noch die Fütterungsempfehlung ausfindig machen um es mit Sicherheit zu sagen, in einem oberen kritischen Bereich komme ich damit aber vermutlich auch.

        Was ich gesagt habe, war lediglich, dass viele Trockenfuttersorten zu viele Proteine enthalten und das man nicht sagen kann “Alles ist in Ordnung, solange dieses Futter weniger Proteine enthält als jenes Futter”, wenn das als Referenz herangezogene Futter schon zu viele Proteine enthält. Besser als Schlecht ist nicht immer gleich gut.
        Ich habe nicht gesagt, dass Nadine Wolfs Rechnung falsch ist, nur ihre Argumentation etwas schwammig und für mich nicht beruhigend, weil sie keine Zahlen nennt, die mir zB sagen “Ab so und so viel Gramm Protein über dem Bedarfswert pro Kg Hund schadest du den Nieren”, wie Meyer es tut, sondern ihre Hauptargumentation auf den Vergleich zu Trockenfutter stützt, dass, gemäß der Fütterungsempfehlung gefüttert zu viele Proteine enthält. Das ganze entkräftet natürlich die Argumentation der Barf-Gegner, die sagen “rohes Fleisch hat zu viele Proteine”, weil Trockenfutter noch mehr Proteine hat. Aber die Sicherheit, dass meine Rohfutterrationen nicht doch auch zu viele Proteine haben könnte, gibt der Artikel mir persönlich nicht all zu viel her.
        Ihre Rechnung für ihren Hund mag stimmen, aber nehme ich jetzt einen meiner Hunde, der 400g am Tag bekommt, sähe das etwa so aus (Für die Proteinwerte habe ich ihre Angaben auf meine Zahlen umgerechnet)
        182 Muskelfleisch (33Rp)
        73g Blättermagen (10Rp)
        55g Innereien (9,6Ep)
        55g RFK (10Ep)
        68g Gemüse (0)
        23g Obst (0)
        10g Nüsse/Samen (1Rp)
        4g Bierhefe (1,7Rp)
        1/3 Eigelb (2Rp)
        Und ich bin bei 67.3g Proteinen am Tag und somit über dem Maximalwert nach Meyer/Zente.

    • Antworten Tamara 11. Mai 2018 um 13:42

      Wg. dem Karzium, ich gebe ab und zu ein rohes Ei, mit Schale. Gruss Tamara

  • Antworten Heidi 29. April 2016 um 14:25

    Aaaah! JETZT hab ich Dich verstanden. Du schriebst “Die Beispielfuttersorten für den Artikel haben zwischen 23 und 38% Protein! Wenn ich mir ein hochwertigeres Dosenfutter wie das von Terra Canis ansehe, hat das gerade Mal 10-14% Protein.” Deshalb hatte ich den Eindruck, Du würdest das 1:1 vergleichen. Ich hab jetzt kapiert, dass Du sagen wolltest: Wenn man die höchsten Werte verwendet, sieht man im Vergleich immer gut aus.
    Ich kann für mich sagen, dass das, was mein Hund an Rohfutter bekommt, ziemlich genau den Proteinwerten eines hochwertigen Dosenfutters entspricht. Minderwertiges Dosenfutter oder viele Trockenfuttersorten liegen deutlich drüber. Insofern finde ich die Argumentation richtig: Jemand der diese Sachen füttert, kann nun wirklich nicht sagen: Obacht, bei BARF bekommt der Hund zu viel Protein.
    Weil ich aber genau wie Du immer ein bisschen unruhig bin, habe ich einen “Entlastungstag” in der Woche eingeführt. Panini muss ein bisschen abnehmen, da passt das ganz gut. Einmal in der Woche gibt es eine Dose davon http://www.bio-tierkost.de/product_info.php?products_id=381 Es ist protein- und fettreduziert, sehr gut verträglich und der Hund muss trotzdem nicht hungern. Ich finde es im Moment einfacher als einen fleischfreien Tag und sie verträgt es auch besser. Wegen ihrer Bauchspeicheldrüse muss ich ja mit Kohlehydraten und Stärke aufpassen. Durch diesen Tag haben wir wieder etwas Luft für proteinhaltige Leckerchen gewonnen. Das grammgenaue Rechnen gelingt ohnehin nicht und so lange gefühlte 70% der Hundefutter mehr Protein bieten, mache ich mir keinen Kopf mehr. Man wird ja irre …

  • Antworten Renate 9. Mai 2016 um 6:50

    Diese Gegenüberstellung ist mehr als falsch!

    BARF MYTHOS #1: ZU VIEL FLEISCH, ZU VIEL EIWEISS
    denn die Proteine im Trockenfutter stammen aus unterschiedlichen Quellen.
    Pflanzlich und tierisch.

    Marengo ( bei Beispiel aus dem Artikel) besteht genau wie jedes andere Trockenfutter aus einer Kombination von tierischen und pflanzlichen Proteinen. Die pflanzlichen Proteinlieferanten sind Dinkel und Hafer. Dinkel wird mit 33 % deklariert, danach folgt an 3. Stelle Haferflocken.

    100 g Dinkel bzw. Haferflocken enthalten insgesamt ca.12-13 % Protein und über 60 % Kohlenhydrate.

    100 g Marengo Premium liefert somit insgesamt 47 % KH ( Energielieferant)

    Angesichts dieser Tatsache wird hoffentlich jedem klar, das ein nicht unerheblicher Anteil von diesen
    23,9 % aus pflanzlichen Proteinen stammt und nicht nur aus FLEISCH.

    .Pflanzliches Eiweiß enthält außerdem kaum Purin, das Harnsäure bildet
    .Pflanzliches Eiweiß liefert gleichzeitig reichlich Kohlenhydrate (sprich Kalorien) und Ballaststoffe

    Tierisches Eiweiß enthält keine Kohlenhydrate . Ausnahme Leber mit 3,5 % auf 100 g.
    ren

    Die obengenannte Aussage ist demzufolge irreführend, da die Berechnung auf völlig falschen Grundlagen aufgebaut wurde.

    • Antworten Heidi 11. Mai 2016 um 19:30

      Hm. Verstehe ich nicht. Aber das schreibt Nadine Wolf doch: “Wenn ein Futter nicht genug hochverdauliches Protein liefert, dann muss von dem enthaltenen minderwertigem Protein eben mehr zugeführt werden, um den Bedarf an Aminosäuren zu decken.” Sie unterscheidet sehr wohl zwischen pflanzlichem und tierischem Protein, wobei sie dem tierischen auf Grund der höheren Verdaulichkeit den Vorzug gibt. Wieso ist denn dann die Berechnung falsch? Auch zu viel pflanzliches Protein belastet den Stoffwechsel und lässt die Leber auf Hochtouren laufen. Kohlehydrate und Ballaststoffe haben doch mit der Eiweißmenge erst einmal nichts zu tun, oder?

  • Antworten Renate 13. Mai 2016 um 8:52

    Man kann nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. 🙂
    Wie gesagt : Eiweiß ist nicht gleich Eiweiß.

    Pflanzliche und tierische Proteine unterscheiden sich stark in der Zusammensetzung der Aminosäuren, die sie enthalten.

    Tierisches Protein verursacht eine höhere potentielle Säurebelastung ,denn tierische Proteine enthalten relativ viel der schwefelhaltigen Aminosäuren (Methionin und Cystein).

    Die schwefelhaltigen Aminosäuren ― Methionin und Cystein ― werden im Körper zu Säure abgebaut,
    die zu einer verstärkten Ca-Ausscheidung über die Nieren führen.
    Wie alles tierisches Protein enthält Fleisch keine Ballaststoffe und hinterlässt nach seiner Verdauung ebenfalls Säure im Körper.

    Tierisches Protein enthält im Vergleich zu pflanzlichem Protein viel mehr verwertbares Phosphor.
    Stichwort: Nierenerkrankungen

    • Antworten Heidi 13. Mai 2016 um 11:31

      Ich bin viel zu sehr Laie, um da detailliert in die Diskussion einsteigen zu können. Meines Wissens ist die Aminosäurezusammensetzung im Fleisch für die Verdaulichkeit/Verwertbarkeit optimal. Was dazu führt, dass man die Menge ja auch reduzieren kann. Die Frage ist immer: Wie viel ist zu viel. Phosphor, Säure, was auch immer. Und da bin ich bei der moderaten Menge an Fleisch, die ich gebe, unbesorgt. Mein Tier bekommt pro Tag 300 gr an Gesamtfuttermenge, davon durchschnittlich 200gr. tierischen Ursprungs. Die Fütterungsempfehlungen von üblichen Dosenfuttern liegen zwischen 500gr und 1.000gr pro Tag. Da erscheint es mir doch reichlich unwahrscheinlich, dass meine 200gr. Fleisch mein Tier übersäuern oder mit Phsophor überschütten. Viel wahrscheinlicher ist es mir, dass eine erhöhte Futtermenge mit mehr schwer- und unverdaulichen Komponenten den Stoffwechsel belastet. Ballaststoffe bekommt sie ausreichend über Gemüse, Obst, Kräuter, Fellstreifen, gelegentlich etwas Reis oder Kartoffel etc., zumindest ist ihr Output bestens und regelmäßig.

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