Draußen

Die beliebteste Hunderasse der Deutschen

1. Februar 2020
die beliebteste Hunderasse der Deutschen

Eine spannende Nachricht bewegt in diesen Tagen die Welt der Hundehalter. Laut einer Erhebung des Deutschen Instituts für Erhebungen und Dellen in Bad Salzschlirf ist die beliebteste Hunderasse der Deutschen 2020 nicht etwa der Schäferhund, der Dackel oder der Kaukasische Owtscharka. Mit über 89% steht vielmehr der Normhund weit oben auf der Liste der beliebtesten Rassen. Ich möchte euch diese wirklich tollen Hunde heute einmal vorstellen.

Herkunft

Die Herkunft des Normhunds ist bis heute nicht vollständig geklärt. Als sicher gilt, dass der Normhund den Köpfen weitgehend ahnungsloser Menschen entstammt und sich erst in den letzten Jahrzehnten das Herz seiner Fans erobern konnte.

Statur und Erscheinungsbild

Der Normhund, wie er in unseren Breiten bekannt ist, hat mindestens Kniehöhe. Normhundfans geben gern zu Protokoll, dass alles darunter nicht als Hund zu bezeichnen sei, bestenfalls als Fußhupe. Normhunde sind muskulös bis kräftig, ihre Rippen sind nur selten zu ertasten. Ihr geruchloses Fell ist mittellang, dicht und weich, muss jedoch nie gebürstet werden. Normhunde kommen nicht in den Fellwechsel, müssen aber auch nicht zum Hundefriseur. Ihre enorme Pflegeleichtigkeit und Allergikertauglichkeit sind entscheidende Aspekte, die den Normhund so beliebt machen. Normhunde wirken urwüchsig, aber urban, drollig aber stattlich.

Wesen und Charakter

Der Normhund zeichnet sich durch bedingungslose Treue und unbedingten Gehorsam aus. Er ist als Schutz- und Wachhund gefragt, da er sowohl seine Besitzer als auch das Grundstück verteidigt. Wenn akute Gefahr besteht, schlägt er sofort an, wenn nicht, nicht. Im Haus ist der Normhund mit Ausnahme von Gefahrenlagen ruhig und kaum zu bemerken, auch dann nicht, wenn Besuch kommt. Mit stundenlangem Alleinsein hat er absolut kein Problem, da er dann sowieso schläft. Vor allem am Wochenende ist der Normhund jedoch äußerst lebendig und fröhlich. Dann läuft er sehr gern neben einem Fahrrad her. Am liebsten spielt er jedoch. Er liebt es, stundenlang einem alten Tennisball oder einem Stöckchen gleichförmig hinterherzurennen. Er spielt auch gerne mit allen anderen Hunden auf belebten Hundewiesen, ganz gleich, ob er sie kennt oder nicht. Normhund-Rüden lassen sich durch läufige Hündinnen niemals aus dem Konzept bringen, sie sind stets freundlich, aber nicht aufdringlich. Gern sagen sie anderen Hunden “Hallo”, stupsen sie neckisch mit der Nase und bringen ihre Besitzer zum Lachen. Normhunde begeistern durch ihre prompte Rückruffähigkeit in jeder Lebenslage. Besonders hervorzuheben ist, dass der Normhund über keinerlei Jagdtrieb verfügt, er hetzt oder stöbert grundsätzlich nicht. Darüber hinaus sind Normhunde außerordentlich kinderlieb, sie lassen sich gern zum Karneval oder zu Halloween verkleiden und posieren gelassen für Fotos. Normhunde lassen sich immer und jederzeit, überall und von jedem auf jede Art und Weise anfassen. Sie sind angstfrei und arglos, aber wachsam. Sensibel, aber unempfindlich. Anhänglich, aber genügsam.

Haltung und Pflege

Normhunde sind grundsätzlich als anspruchslos zu bezeichnen. Sie sind dankbar für ein Weidenkörbchen oder eine alte Decke im Flur und freuen sich über jeden Auslauf. Sollte der einmal aus zeitlichen Gründen entfallen, erledigen sie ihre Geschäfte auch problemlos im Garten. Zahnpflege, Kontrolle der Ohren, Fell- oder Pfotenpflege sind beim Normhund kein Thema, da er dies alles selbst erledigt.

Ernährung

Normhunde lassen sich gut mit einem preiswerten Trockenfutter ernähren, vorausgesetzt, es hat bei Stiftung Warentest mindestens mit „Befriedigend“ abgeschnitten. An Feiertagen freuen sie sich auch über eine Dose, aber das ist kein Muss. Da Normhunde zu keinerlei Futterunverträglichkeiten, Allergien oder Mangelerscheinungen neigen, sind bei der Fütterung keine Besonderheiten zu beachten. Sollte der Wassernapf einmal nicht rechtzeitig aufgefüllt worden sein, ist es kein Problem, da der Normhund gern naturnah lebt und immer eine Pfütze findet.

Gesundheit

Der Normhund ist außerordentlich robust. Mit Ausnahme der vierteljährlichen Wurmkur und den jährlichen Impfungen hat er praktisch keinen Kontakt zum Tierarzt. Tumore, Entzündungen, Schilddrüsen- oder Bauchspeicheldrüsenfehlfunktionen sowie hormonelle Probleme oder Inkontinenz sind bei dieser Rasse unbekannt. Degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparats wurden beim Normhund ebenfalls bislang nicht festgestellt. Bis ins hohe Alter spielt der Normhund gern mit seinem Tennisball und springt problemlos ins Auto. Auch Treppenstufen oder Laminat sind für den stets fröhlichen Hund kein Grund, dem Ruf seines Frauchens oder Herrchens nicht ohne Zögern schnell zu folgen. Einen Hundemantel benötigt das wetterfeste Tier zu keinem Zeitpunkt. Der Normhund hat eine Lebenserwartung von etwa 16 Jahren, in der Regel stirbt er friedlich und bei bester Gesundheit im Schlaf.

Der Normhund dient vielen seiner Fans als der Maßstab für Hunde generell. Nicht-Hundebesitzer denken oft zu allererst an ihn, wenn von Hunden die Rede ist. Bislang ist es jedoch nicht gelungen, die überragende Vielseitigkeit, Verträglichkeit und Robustheit des Normhunds in anderen Rassen oder Mischlingen wiederzufinden. Deren Hundehaltern fällt es zunehmend schwer, zu akzeptieren, dass ihr defizitäres Tier kein Normhund ist.

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Die beliebtesten Hunderasse

Titelbild ©PPAMPictures – istockphoto.com

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5 Kommentare

  • Antworten Jutta Oels 1. Februar 2020 um 16:25

    Herrlich!

  • Antworten Socke-nHalterin 1. Februar 2020 um 17:28

    Ganz ehrlich, selbst wenn es diesen Normhund geben würde, ICH würde ihn nicht haben wollen. Socke ist schon ziemlich perfekt, aber ihre Eigenarten liebe ich sehr.
    Ein Normalhund wäre doch etwas langweilig, es gäbe nicht so viel zu lachen und man selber würde sich nicht weiterentwickeln….

    Aber dein Text ist wie immer herrlich geschrieben….

    Viele liebe Grüße
    Sabine mit Socke

  • Antworten Miriam 3. Februar 2020 um 8:34

    Ich musste bei dem Artikel herzhaft lachen. So toll geschrieben.
    Gesundheitlich würde ich mir den Normhund wünschen, aber ansonsten bin ich glaube ich mit meinen beiden Quatschnasen besser bedient.
    Liebe Grüße
    Miriam

  • Antworten Sonja Peter 8. Februar 2020 um 16:24

    Toll beschrieben! 👍🏻
    Ich würde ihn zwar nicht haben wollen, den Normhund, da ich einen Hund mit Charakter vorziehe.
    Aber ich kenne viele Hundebesitzer hier in Frankreich, die liebend gerne ihren eigenen Hund gegen so einen Normhund eintauschen oder sich gleich so einen anschaffen würden. 😔😕 Wie traurig.

  • Antworten Beate Kellermann 15. Februar 2020 um 19:45

    Ich schäme mich fast ein wenig zu sagen, dass ich so einen Normhund habe. Mein Labrador Buffy ist 6 Jahre alt und sie ist ausgebildete Assistenzhündin, die zuhause ruhig auf ihrem Platz liegt, bis sie eine Aufgabe bekommt (Sachen aufheben, Waschmaschine ausräumen, Licht einschalten, Socken aus der Schublade bringen, Reißverschluss öffnen, Frauchens Beine ins Bett ziehen, das Telefon bringen, Türen öffnen und schließen und vieles mehr). Draußen läuft sie perfekt neben dem Rollstuhl, hat keinen Jagdtrieb, mag alle Menschen, spielt mit anderen Hunden und apportiert mit Vorliebe Bälle. Sie beherrscht über 30 Hörzeichen, liebt Wasser und Schnee, Regen stört sie nicht. Am allerliebsten hat sie alles, was gefressen werden kann. Sie stürzt sich auf ihr Trockenfutter und ist dankbar für jedes zusätzliches Kauleckerli. Okay, sie haart ziemlich viel und hat schon mal schmutzige Pfoten. Aber beim Tierazt sind wir tatsächlich nur einmal im Jahr zur Impfung und Untersuchung. Ich hoffe, dass Buffy noch ganz lange so fit und gesund bleibt und sich mit so viel Spaß wie bisher auf ihre Aufgaben stürzt.

    Sie ist meine beste Freundin und unentbehrliche Helferin! Es gibt sie also doch, die Superhündin! Danke, dass ich mit ihr leben darf! Danke Buffy!

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